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Studio 9 | Beitrag vom 17.02.2015

Nach den AnschlägenKopenhagen gedenkt seiner Opfer

Von Christoph Heinzle

Rund 30.000 Menschen gingen in Kopenhagen gegen Terror auf die Straße. (picture alliance/dpa/Britta Pedersen)
Rund 30.000 Menschen gingen in Kopenhagen gegen Terror auf die Straße. (picture alliance/dpa/Britta Pedersen)

Wie sich die Bilder ähneln: Gut einen Monat nach dem Marsch von Paris gingen in Kopenhagen die Menschen auf die Straße. Sie gedachten der beiden Opfer der Anschläge in der dänischen Hauptstadt und erteilten dem Terrorismus eine Absage.

Ruhig und gefasst verfolgten zehntausende Kopenhagener Bürger zusammen mit prominenten Gästen aus Dänemark und dem Ausland die gut einstündige Gedenkfeier. Sie kamen auf dem Gunnar Nu Hansens Platz im Stadtteil Österbro zusammen, unmittelbar neben dem Kulturcafé, das Schauplatz des ersten Attentats am Samstag war. Mit viel Musik, unter anderem John Lennons Imagine, gedachten die Teilnehmer der beiden Opfer des 22-jährigen Todesschützen.

Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sagte: "Wir wollen ein freies und einheitliches Dänemark." Das Land müsse jetzt zusammenstehen, um seine Meinungs- und Glaubensfreiheit zu verteidigen, sagte sie. Und wörtlich: "Muslime, Juden, Christen, Menschen verschiedener politischer Ansichten stehen zusammen als Dänen." Auch ein Vertreter der jüdischen Gemeinde und der französische Botschafter, der das erste Attentat überlebt hatte, beschworen den Zusammenhalt der Gesellschaft.

War Täter Teil einer Terrorzelle?

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen hatte der in Dänemark geborene Attentäter zwar die Schüsse an beiden Tatorten abgegeben, wurde von zwei Komplizen unterstützt, die jetzt in Untersuchungshaft sitzen. Ihnen wird vorgeworfen, Waffen besorgt und verwahrt zu haben. Indes mehren sich Hinweise auf extremistische Ansichten des 22-jährigen Attentäters, der jetzt auch mit islamistischer Propaganda in Verbindung gebracht wird.

Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt sagte jedoch, man sehe den Kopenhagener als Kriminellen mit langem Vorstrafenregister, aber nicht als Teil einer Zelle, die ihn zu seiner Tat gebracht hätte.

Mehr zum Thema:

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(Deutschlandfunk, Kommentar, 16.02.2015)

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