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Literatur / Archiv | Beitrag vom 12.02.2013

My sweet Raskolnikow, Antigone in New York und Lech Walesa

Die tragikomische Welt des polnischen Kultautors Janusz Glowacki

Von Waclaw Stawny

Gebäude in der Altstadt von Warschau. (dpa/Bernd von Jutrczenka)
Gebäude in der Altstadt von Warschau. (dpa/Bernd von Jutrczenka)

Die Filme, die nach seinen Drehbüchern gedreht wurden, haben in Polen Kultstatus. Der Autor bediente sich in seinen Büchern der Propagandasprache des realexistierenden Sozialismus und entblößte die Hohlheit ihrer Denk- und Sprachmuster, indem er sie auf subtil-subversive Art literarisch aufwertete.

Glowackis ausgeprägter Sinn für schwarzen Humor und das Tragikomische im Leben ließen ihn tiefer als andere die Realität nuancieren und Menschen porträtieren. Im Dezember 1981 war Glowacki zur Premiere seines Stückes in London. Das damals verhängte Kriegsrecht machte ihn zum Emigranten.

Glowacki ließ sich in New York nieder, schrieb weiter, blieb ironisch und kritisch wie früher. Seine in den USA uraufgeführten Dramen brachten ihm Erfolg und kamen auch in Toronto, London, Marseille, Paris, Sydney, Bonn, Prag, Warschau, Seoul, Moskau, Petersburg auf die Bühne.

Nach über zwei Jahrzehnten in New York ist Warschau wieder Glowackis Hauptwohnsitz und seine neuen Werke, in denen er die menschliche Existenz nach seiner Art seziert, beschäftigen die Köpfe seiner Leser und Zuschauer.

Glowacki garantiert nach wie vor eine ungewöhnliche Sicht der Dinge jenseits des intellektuellen Mainstreams. Sein bisher letztes Werk ist das Drehbuch zu dem 2012 von Andrzej Wajda gedrehten Film über Lech Walesa.

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