Seit 18:30 Uhr Hörspiel
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 18:30 Uhr Hörspiel
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 09.06.2010

"My Name is Khan"

Hannelore Heider über das Bollywood-Drama

Filmplakat "My name is Khan" (Dharma Productions)
Filmplakat "My name is Khan" (Dharma Productions)

Der indische Star Shah Rukh Khan spielt hier einen indischen Moslem in den USA, der nach den Anschlägen vom 11. September um seine Würde und sein Ansehen kämpft. Bei seiner Reise durch Amerika begegnet er einer Wand aus Vorurteilen und Arroganz.

Indien / USA 2010. Regie: Karan Johar. Darsteller: Shah Rukh Khan, Kajol Devgan, Jimmy Shergill, Zarina Wahab, Arif Zakaria, Sheetal Menon, Tanay Chheda u.a. FSK: ab 12. Länge: 126 Minuten.

Als Shahrukh Khan auf der diesjährigen Berlinale seinen damals noch 160-minütigen Film vorstellte, hat er das Publikum gespalten. Die einen verließen ob der Zumutung, einen vom Asperger Symtpom gezeichneten naiven Tor in ein politisches Umfeld gestellt zu sehen und das in der typischen emotionsgeladenen Atmosphäre des Bollywoodkinos, empört den Saal; die anderen ließen sich letztlich doch in den Sog einer Geschichte ziehen, die eine große Botschaft mit größtmöglichem Einsatz und in Indien zumindest auch größtmöglicher Wirkung erzählt. Denn auch wenn wir Bollywoodfilme eigentlich nur als Liebesdramen mit viel Musik und Tanz kennen, nutzten die Inder diese Gestaltungsmittel sehr wohl auch für ernste Themen.

Wenn man sich darauf erst eingelassen hat, funktioniert dies auch. Denn in der Zuspitzung aller Mittel kulminiert die humanistische Aussage des Filmes. Er fordert die Anerkennung der Lebensleistung eines Mannes, der sich als absoluter Aussenseiter, als mental kranker, moslemisch gläubigen Einwander Rizvan Khan in San Francisco eine Erfolgsgeschichte aufbauen konnte, der in der Liebe zu seiner hinduistischen Ehefrau Mandira (Kajol Devgan) sein Lebensglück fand, das durch die Terroranschläge vom 11. September und der daraufhin folgenden Verteufelung der Moslems zerschlagen wird.

Nun begibt er sich auf eine Odyssee durch Amerika, ständig auf der Suche nach einem Präsidenten, der ihn freisprechen soll von der Anklage, ein Terrorist zu sein. Shahrukh Khan erobert mit seinem kindlich-reinen Gemüt nicht nur die Herzen einfacher Amerikaner. Konsequenterweise kann dieser Mann, der seine Unschuld beweisen will, die Amerikaner auch vor ihren Heimsuchungen, vor neuen Terroranschlägen und einer Flutkatastrophe retten.

Auch wenn hier untypisch für einen Bollywoodfilm mal nicht pausenlos gesungen und getanzt wird, spielt Superstar Shahrukh Khan natürlich die volle Palette des Bollywooddramas aus. Ein sehr eigenes, faszinierenden Kinoerlebnis!

Filmhomepage My name is Khan

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWas nun, Großbritannien?
 Fish & Chips (dpa / picture alliance / Phil Noble)

Katzenjammer in den Feuilletons nach dem Brexit-Votum: "We are really, really fucked", heißt es in der "Taz", und die "Welt" kritisiert die Negativkampagne des Remainlagers, das nicht mehr zu bieten hatte, als sich als das kleinere Übel zu präsentieren.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur