Montag, 22. Dezember 2014MEZ12:20 Uhr

Literatur

Egon Erwin KischSo nah, so fern, so funkelnd
Egon Erwin Kisch (1885-1948)

"Der Rasende Reporter", das war in den 1920er Jahren der berühmte Prager Journalist Egon Erwin Kisch. Seine Nachfolger: Karl-Markus Gauß, P.J. O'Rourke und Marie-Luise Scherer zeigen anhand ihrer Reportagen aus nahen Städten und unbegreiflichen Orten in aller Welt, wie viel Kunst dazu gehört, nackte Realität in literarische Wahrheit zu verwandeln.Mehr

Max BrodGeschäftige Goethenatur
Der Schriftsteller Max Brod am 27. Juni 1964 in Prag.

Man kennt ihn als Kafkas Freund, weniger als erfolgreichen Autor von fast hundert Büchern: Max Brod. Nun liegt im Wallstein Verlag eine neue, umfangreiche Auswahlausgabe vor. Eine gute Gelegenheit, Max Brod wiederzuentdecken.Mehr

weitere Beiträge

Literatur / Archiv | Beitrag vom 08.07.2012

Mutter Erde, Vater Land

Ein Streifzug durch Erd-Geschichten in der Literatur

Von Jörg Magenau

Rückbesinnung auf realen Boden und den Geruch der Erde
Rückbesinnung auf realen Boden und den Geruch der Erde (AP)

Erde ist, mit den ersten Sätzen der "Genesis" beginnend, der Urgrund der Geschichte. Erde ist mit Feuer, Luft und Wasser eines der vier kosmologischen Elemente. In der Mythologie steht Erde für Fruchtbarkeit und Leben, aber auch für den Tod.

Seit Menschen das Land kultivierten, Ackerbau betrieben und sesshaft wurden, entwickelten sie eine besondere Beziehung zur Erde als Heimat. Sie unterwarfen nicht nur die Natur ihren Zwecken, sondern teilten die Erde auf und machten daraus Grundbesitz.

Literatur mit Bodenhaftung gerät rasch unter Blut-und-Boden-Verdacht – dabei haben auch Exilromane und Bücher, die von Flucht und Vertreibung handeln, ihr besonderes Verhältnis zur Erde. Romane über Bauerntum und Landleben werden als antimoderner, provinzieller Gegenpol zur Literatur der Großstadt und der Mobilität wahrgenommen – dabei wurzelt hier das ökologische Bewusstsein der Moderne.

Und wenn sich in der Gegenwart das Leben mehr und mehr im virtuellen Raum der Netzwelten verflüchtigt, bekommt die Rückbesinnung auf realen Boden und den Geruch der Erde plötzlich wieder eine existenzielle Dimension. Jörg Magenau begibt sich auf einen Streifzug durch die Erd-Geschichten der Literatur.


Das Manuskript zur Sendung im PDF-Format und im barrierefreien Text-Format