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Thema / Archiv | Beitrag vom 08.10.2007

Mutige Aufklärerin

Vor einem Jahr wurde Anna Politkowskaja ermordet

Von Joachim Hildebrandt

Die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja (AP)
Die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja (AP)

Die 1958 in New York geborene Anna Politkowskaja arbeitete für die Moskauer Zeitung <em>nowaja gazeta</em> und verbrachte seit 1999 viele Monate als Korrespondentin in der Kaukasusrepublik Tscheschenien.

Ekkehard Maas: "Sie war in besonderer Weise ihrem Gewissen verpflichtet. Sie war fassungslos, dass in ihrem Russland, das sie liebte und an das sie glaubte, solche ungeheuren Verbrechen geschehen konnten. Sie hat sowohl in ihrem Buch 'Tschetschenien - die Wahrheit über den Krieg' als auch in dem zweiten Buch 'Putins Russland' schonungslos Verbrechen, die vom russischen Staat begangen wurden, öffentlich gemacht."

Ekkehard Maas ist der Vorsitzende der Deutsch-Kaukasischen Gesellschaft. Anna Politkowskajas Tragik war, dass sie in ihrer Heimat, in Russland, nicht beliebt war - weder in Regierungskreisen noch bei der Bevölkerung. Umso mehr Anerkennung wurde ihr im Ausland zuteil. Dort wurden ihre Veröffentlichungen gewürdigt. Sie bekam viele Preise und Stipendien. Vor dem Tod hat sie das nicht geschützt.

Anna Politkowskaja galt als außerordentlich empfindsamer Mensch. Sie engagierte sich bis zur Selbstaufgabe. Immer hatte sie das Schicksal des Einzelnen im Blick, zum Beispiel, wenn sie die Verbrechen der russischen Armee in Tschetschenien dokumentierte.

Ekkehard Maas: "Sie erkannte, dass diese Verbrechen von der russischen Regierung gedeckt wurden. Sie hat den Mut gehabt, Dörfer zu besuchen, in dem kaum noch Leben übrig geblieben war nach dieser Kriegswalze. Und sie hat beschrieben, dass dieser Krieg gegen die Bevölkerung gerichtet war, mehr als gegen die tschetschenischen Rebellen."

Anna Politkowskaja prangerte Putins "starken Staat" an und schilderte das Klima der Resignation und Rechtlosigkeit in ihrem Land. Auf dem Weg nach Beslan, zu der von tschetschenischen Terroristen besetzten Schule wäre sie beinahe durch einen Giftanschlag ums Leben gekommen. Die von ihr verkündeten Wahrheiten wollte man nicht hören. Denn gerade zu Beginn des Zweiten Tschetschenienkrieges 1999 hieß es bei russischen Militärs: Dieser Krieg sei die Wiedergeburt der russischen Armee, der russischen Nation. Sie berührte mit ihren Themen also bedeutsame nationale Fragen, auf die die russische Gesellschaft empfindlich reagierte.

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