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Religionen / Archiv | Beitrag vom 27.07.2014

MuslimeMit dem Koran für Gleichberechtigung

Feminismus und Islam in Deutschland

Von Ita Niehaus

Eine junge Muslimin saß bei der Islamkonferenz 2012 mit dabei, als Politiker, Gesellschafts- und Religionsvertreter diskutierten. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
Immer mehr Musliminnen in Deutschland engagieren sich für ihre Rechte. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Der Islam wird in Deutschland oft als patriarchal strukturiert und daher frauenfeindlich bezeichnet. Dabei gibt es zahlreiche Musliminnen, die sich für die Rechte der Frauen einsetzen. Ihre Bedeutung im Land wächst.

Theißen: "Natürlich bin ich Feministin. Obwohl - den Begriff mag ich nicht.  Aber wie viele Frauen hier unterstützt werden, durch unsere Anstöße, durch das, was sie hier gelernt haben, ihren Weg gegangen sind - alle mit Kopftuch, aber emanzipierte Frauen."

Cakir:"Früher, als ich 14, 15 war, kam ich mit Schriften von Alice Schwarzer in Berührung. Feminismus ist für mich kein rotes Tuch, aber als Feministin würde ich mich so nicht bezeichnen."

Klausing: "Das ist schwierig, weil die Positionierung als Feministin oft eine Zuschreibung ist, die von außen vorgenommen wird und sehr schwer zu argumentieren ist innerhalb muslimischer Kreise. Ich bin eine muslimische Frau, die bestimmte Probleme im innerislamischen Diskurs wahrnimmt. Eine bestimmte Vorstellung über Frauen, über Weiblichkeit, die ich als Frau als problematisch, als ungerecht empfinde. Und diese möchte ich thematisieren."

Cakir: "Gender Jihad - Ich fand den Begriff am Anfang doch sehr spannend. Da dachte ich, oh, man konnotiert schon was. Jihad ist sehr stark islamisch konnotiert. Und zwar negativ konnotiert. Wenn Sie Gender Jihad sagen, bringt man sofort die islamische Religion und Geschlechtergerechtigkeit zusammen. Und das ist eine gute Kombination."

Cengiz: "Ich setze mich für Frauenrechte und –pflichten ein, aber ich setze mich auch für Muslime ein. Wieso muss ich mich eingrenzen?"

Bremen. In einem typischen Altbremer Haus in der Innenstadt befindet sich Belladonna, eine der größten Bildungs- und Kultureinrichtungen für Frauen bundesweit. Halime Cengiz, die Leiterin der Mädchen- und Frauenarbeit der Mevlana Moschee, hat sich mit Geschäftsführerin Maren Bock verabredet. Es gibt noch ein paar Dinge zu klären für die nächste gemeinsame Veranstaltung.

Cengiz: "Wir sind  in dem kleineren Raum, weil ab 19 Uhr im großen Raum Islam auf Deutsch stattfindet."

Bock: "Es könnte sein, dass es voll wird."

Seit mehr als sieben Jahren treffen sich Bremer Musliminnen und frauenbewegte Bremerinnen regelmäßig zum interkulturellen Austausch. Mal bei Belladonna, das andere Mal in der Mevlana Moschee des Dachverbandes der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, kurz DITIB. Die Themen sind ganz unterschiedlich. Es geht um den Lebensalltag von Frauen, um Vorbilder, um unterschiedliche Wohn- und Lebensformen. Diskutiert wird aber auch über das Wahlsystem oder die Diskriminierung von Kopftuch tragenden muslimischen Frauen. Die Initiative ging von Belladonna aus. Denn das Frauenbildungs- und Kulturzentrum ist zwar weit über Bremen hinaus bekannt, erreicht jedoch zu wenige Migrantinnen. Vor allem kaum muslimische Frauen. Ein Mitglied des Beirats vermittelte den Kontakt zu Halime Cengiz.

Bock: "Die hat gesagt, die musst Du unbedingt kennenlernen, die Frau Cengiz, die ist sehr offen, sehr engagiert für Frauen in den Moscheen. Und da passt ihr gut zusammen. Du bist sehr engagiert in der Frauenbewegung und bei vielen Frauenorganisationen in Bremen, da würden dann zwei Powerfrauen aufeinandertreffen. Und so war und ist das auch bis heute."

Cengiz:"Wir haben gesagt, wenn wir uns treffen, dann ist es unwichtig, ob ich Muslimin, Christin, Feministin oder nichts bin, sondern als Frau. Dass wir uns über bestimmte Themen unterhalten und Vorurteile abbauen. Versuchen, sie abzubauen."

Brückenbauerin zwischen den Kulturen und Religionen

Halime Cengiz sieht sich als Brückenbauerin zwischen den Kulturen und Religionen. Ihr Terminkalender ist immer prall gefüllt. Viele Jahre schon engagiert sie sich ehrenamtlich im interreligiösen Dialog, wurde unter anderem mit dem Bremer Preis für Integration ausgezeichnet. Als erste Migrantin ist sie Mitglied im Rundfunkrat bei Radio Bremen. Ihr Kopftuch trägt die 48 Jahre alte selbstbewusste Muslima aus Überzeugung:

"Ich möchte nicht einfach reduziert werden auf meine Religion. Ich möchte als Bremerin mit türkischen Wurzeln gesehen werden, die auch mehrere Seiten hat."

Musliminnen fangen an, sich zu organisieren. Auch innerhalb der Dachverbände. Der DITIB Landesfrauenverband Niedersachsen-Bremen war der erste bundesweit. Vor fast vier Jahren wurde er gegründet. Halime Cengiz ist Vorsitzende und von Anfang an dabei. Wichtig ist ihr vor allem eines:

"Dass wir auch Frauen ermutigen, sich sichtbar zu machen. Denn es gibt ganz viele kompetente Frauen, die viel Power und was drauf haben, aber sich nicht trauen oder nicht wissen, wie sie es einsetzen können. Dass wir diese Frauen unterstützen."

Und es bewegt sich was in den rund 900 Moscheevereinen des eher konservativen DITIB in Deutschland:

"In vielen Moscheevereinen gibt es Vorstände, die bestehen nur aus Männern. Mittlerweile nach der Satzung ist es so, eine Frau muss mit im Vorstand sein, dass es auch in DITIB Vereinen eine Frauenbeauftragte geben muss. Dass die Vereine auch lernen, dass die Frauen nicht nur bei den Festen in der Küche backen, sondern auch mit am Schreibtisch gemeinsam Entscheidungen treffen."

Von Bremen nach Frankfurt. In das Büro von Naime Cakir am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam an der Goethe-Universität. Einer der Forschungsschwerpunkte der Religions- und Sozialwissenschaftlerin ist gendersensible Islamische Theologie. Die 26 Jahre alte Studentin Sofia Ameen möchte ihre Bachelorarbeit bei Naime Cakir schreiben:

Ameen: "Das ist einfach ein Bereich, wo ich denke, da ist nicht viel da. Und da muss eigentlich viel da sein, weil Frauen genauso wie Männer existieren."

Cakir: "Haben Sie sich schon mit dem Thema befasst?"

Ameen: "Nur in der Schulpädagogik."

Cakir: "Es gibt ja ganz unterschiedliche Frauennetzwerke in Deutschland..."

Die große Mehrheit der Studierenden ist weiblich am Frankfurter Institut für Studien der  Kultur und Religion des Islam. Wie auch an den anderen Zentren für Islamische Theologie in Deutschland. In den Debatten um die "unterdrückte" muslimische Frau finden sich die Studentinnen nicht wieder. Im Gegenteil.

Ameen:"Frauenbewegung, Geschlechtergerechtigkeit, Soziologie - nachdem ich mich gebildet habe, bin ich dazu gekommen, dass ich ein Kopftuch trage. Weil ich das nicht in Ordnung finde, dass man das nicht darf. Ich habe es nie gemacht, weil ich  immer Angst hatte, ob ich jetzt akzeptiert werde. Aber im Herzen bin ich ja derselbe Moslem. Dass das jetzt ein Hindernis wird, ist ein Problem auch in der Demokratie. Das muss angesprochen werden."

Die meisten Studentinnen und Studenten möchten ihre Islamische Tradition genauer kennenlernen, sagt Naime Cakir:

"Was ich ihnen zu vermitteln versuche? Als Wissenschaftlerin sehe ich mich nicht in der Rolle der Missionarin. Wir unterhalten uns anhand von Forschungsergebnissen, bringen natürlich unterschiedliche Perspektiven rein und hoffen, dass die Studierenden das weiterdenken."

Naime Cakir - 45 Jahre alt, klein, schmal, lebhaft, mittellange dunkle, lockige Haare - wirkt jünger, als sie ist. Die ersten sechs Lebensjahre verbrachte sie in der Türkei. Mit Mutter, Großmutter und ihren Schwestern. Der Vater arbeitete in Deutschland.

"Natürlich hat mein Vater immer Geld nach Hause geschickt. Aber ich habe immer nur die arbeitenden, selbstständigen Frauen gesehen. Und ich denke, dass mich das irgendwie geprägt haben muss."

Mit neun Jahren weigerte sich Cakir, im Haushalt mitzuhelfen

Schon immer hatte Naime Cakir ihren eigenen Kopf. Mit neun Jahren etwa weigerte sie sich bereits, im Haushalt mitzuhelfen.

"Weil ich gesagt habe, warum soll ich das machen? Weil ich ein Mädchen bin? Also ständig hinterfragt. Es gab eine Zeit in meinem Leben, zwischen 18 und 30 Jahren, wo es mir ganz wichtig war, dass ich tatsächlich nicht diese Aufgabenteilung, die traditionell normal war, gelebt habe. Ich wollte einfach meinen eigenen Weg gehen."

Sie wurde Krankenschwester, heiratete, bekam eine Tochter, ließ sich scheiden, studierte. Und: Sie mischte sich ein. Seit ihrer Jugend engagiert sich Naime Cakir im interkulturellen und interreligiösen Dialog, macht sich stark für Frauen.

"Meine Biografie war nicht immer einfach, es gab auch immer Brüche, aber: das Endergebnis stimmt. Ich bin dort angekommen, wo ich sein wollte. Mit den Möglichkeiten, die mir mein Leben geboten hat, habe ich das Beste gemacht."

Ansicht der Kölner Zentralmoschee, eines geschwungenen Gebäudes mit Kuppel aus Beton und Glas, davor Autos auf einer Straße und ein Baustellenschild (dpa / Oliver Berg)Köln ist ein Zentrum für muslimische Gemeinden in Deutschland. (dpa / Oliver Berg)

Ortswechsel. Köln. Bistumsstadt und Heimat vieler Musliminnen und Muslime. Die wichtigsten islamischen Organisationen haben ihren Sitz in Köln und Umgebung. Und hier befindet sich auch das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen, kurz BFmF.

Deutschunterricht. 16 Frauen sitzen an Zweiertischen hintereinander in einem kleinen Seminarraum. Erika Theißen ist Geschäftsführerin und Leiterin des Begegnungs- und Fortbildungszentrums Muslimischer Frauen. Vor 18 Jahren gründete die Pädagogin gemeinsam mit anderen Musliminnen den unabhängigen, multikulturellen Verein:

"Manchmal braucht es nur einen Funken, um was zu initiieren. Das ist eigentlich unser Thema. Frauen zu emanzipieren durch Bildung, ihnen einfach die Chancen dadurch zu eröffnen, selbstbestimmt leben zu können. Dass man selbst überlegt, was man will."

Aus 75 Ländern kommen die Frauen. Einige haben einen Hochschulabschluss, andere fangen noch einmal ganz von vorne an. Die meisten von ihnen sind Musliminnen. Eines haben alle Frauen gemeinsam: Sie leben noch nicht lange in Deutschland und müssen ihren Weg zwischen den Kulturen noch finden.

"Dass sie nicht wissen, wie es weitergeht mit den Kindern, der Schule und so weiter. Das sind ja Sorgen, die Mütter haben, egal wo sie herkommen, welcher Religion sie angehören. Das verbindet die Frauen hier sehr. Und dann unterstützt man sich gegenseitig, indem man sich ein bisschen Mut macht oder sich bei den Fachfrauen, die hier sind, Informationen einholt."

Während die Mütter lernen, werden ihre Kinder von Erzieherinnen betreut. "Begegnung, Betreuung, Beratung, Bildung" ist das Motto des sozialen Zentrums. Aus der kleinen Selbsthilfeinitiative ist inzwischen eine bundesweit einmalige Anlaufstelle für Migrantinnen geworden. Mit über 60 festangestellten, teilweise hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen. Allein mehr als 200 junge Frauen erwarben im Laufe der Jahre nachträglich den Hauptschul- und Realschulabschluss, jede zehnte machte danach das Abitur und studierte. Trotz schwieriger Startbedingungen.

"Und das war auch immer mein Beweggrund. Wenn, dann schon gegen Diskriminierungen von beiden Seiten vorzugehen. Nicht immer nur die Muslime, sondern auch unsere deutsche Gesellschaft, die auch ausgrenzt und diskriminiert. Frauen mit Kopftuch haben ein großes Problem, wenn sie als Akademikerin arbeiten wollen. Putzfrauen gibt es natürlich mit Kopftuch. Aber es geht um die gleichberechtigte Augenhöhe."

Erika Theißen ist Feministin und trägt auch Kopftuch. Ein weißes Seidentuch passend zum Hosenanzug. Es ist für sie Teil der Bekleidungsvorschrift ihrer Religion, seit sie vor vielen Jahren vom Christentum zum Islam konvertierte. Nicht mehr und nicht weniger.

"Es war für mich nicht schwer, das Kopftuch anzuziehen. Natürlich ist es ein anderes Bild, wenn Sie gewöhnt sind, sich mit Haaren zu sehen. Und dann ziehen Sie plötzlich so ein Kopftuch an. Man sieht viel mehr Gesicht. Kann sich so weniger verstecken irgendwie."

Zurzeit promoviert die 59 Jahre alte Muslimin über ihre Erfahrungen in der interkulturellen Pädagogik. Sie untersucht unter anderem, was aus Teilnehmerinnen geworden ist, die einen Schulabschluss gemacht haben im Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen.

"Ich kann mich engagieren, ich kann mein Geld verdienen, ich lebe so, wie ich es will. Im Einklang mit meiner Religion. Also, ich habe mein Ganzes wiedergefunden."

Islamischer Feminismus gewinnt an Bedeutung in Deutschland

Feministin, Frauenrechtlerin, Geschlechterforscherin. Wie auch immer sich die engagierten muslimischen Frauen nennen, eines ist sicher: Das Konzept des Islamischen Feminismus gewinnt an Bedeutung in Deutschland. Genaue Zahlen jedoch, wie viele muslimische Frauenrechtlerinnen es bundesweit gibt, liegen nicht vor. Es existiert keine in sich geschlossene Bewegung muslimischer Frauenorganisationen. Weder in Deutschland noch weltweit. Naime Cakir vom Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam an der Goethe Universität Frankfurt:

"Es gibt weltweit muslimische Frauen in unterschiedlichen Ländern, wie in Indonesien, die für Frauenrechte kämpfen. In Deutschland begreift sich das ZIF als feministische Institution. Dann gibt es auch Organisationen, die sich im gesellschaftlich sozialen Bereich engagieren. Also unterschiedliche Ansätze mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Aber das Ziel ist eben, die Chancengleichheit und auch innerhalb der Gesellschaft die Teilhabe-Möglichkeit von Frauen zu fördern."

In den 90er-Jahrenentstanden bundesweit Frauenvereine, Initiativen und Projekte. Zu den Pionierinnen gehören Musliminnen wie Rabeya Müller und ihre Mitstreiterinnen vom ZIF, dem Kölner Zentrum für Islamische Frauenforschung, und Halima Krausen aus Hamburg. Eine der wenigen Frauen in Deutschland, die als Imamin arbeiten. Sie kämpfen mit einer gendergerechten Auslegung der Quellen des Islams gegen patriarchale Strukturen in Teilen der muslimischen Gesellschaft und gegen Vorurteile der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Auch Erika Theißen, vom Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen in Köln, ist eine dieser Pionierinnen. Oder Hamideh Mohagheghi aus Hannover. Islamische Theologin mit iranischen Wurzeln, Mitglied der 2. Deutschen Islamkonferenz und eine der Initiatorinnen von Huda.

1995 schlossen sich muslimische Frauen zu dem bundesweiten unabhängigen Netzwerk und Forum für innerislamischen Dialog zusammen. Ganz bewusst wählten sie den arabischen Frauennamen "Huda", übersetzt: "Der richtige Weg". Sie gaben eine Zeitschrift zu theologischen und gesellschaftlichen Themen heraus und boten ein Sorgentelefon an. Die meisten Anruferinnen hatten familiäre Probleme.

Mohagheghi:"Das war in meiner Erfahrung für viele Frauen ganz wichtig, dass sie einfach erzählen können. Manchmal anderthalb Stunden. Anonyme Anrufe von irgendwo in Deutschland. Und da haben wir auch gesagt am Anfang, dass wir keine praktische Hilfe anbieten können. Wir können nur sagen, schauen Sie mal in der Stadt, wo sie wohnen, welche Einrichtungen da sind. Dann gehen Sie mal dahin."

Den Rücken stärken aber konnten sie. Und auch Mut machen, Überlieferungen und Traditionen zu hinterfragen. Die größte Herausforderung zu Beginn: die hilfesuchenden Frauen zu überzeugen, dass sie über ihre Probleme sprechen dürfen.

"Im Koran, auch von meinem Verständnis von Glauben, dass es nicht gottgewollt ist, dass Menschen leiden müssen, um in das Paradies zu kommen. Durchaus haben wir eine Verantwortung für dieses Leben und für uns selbst. Weil wir auch selber eine Leihgabe sind. Daher müssen wir auch gut mit uns selbst umgehen. Das kann man ja mit dem Koran, mit Überlieferungen belegen."

Das Netzwerk Huda wurde vor kurzem aufgelöst. Doch Hamideh Mohagheghi ist stolz auf das, was sie mit angestoßen hat. Immer mehrmuslimische Frauen tun sich zusammen. In kleinen informellen Gruppen, auf regionaler Ebene in Vereinen wie dem "Kompetenzzentrum muslimischer Frauen" in Frankfurt, in regionalen und überregionalen Organisationen wie etwa den Landesfrauenverbänden der DITIB oder im "Aktionsbündnis muslimischer Frauen", einer wichtigen bundesweiten Vereinigung von muslimischen Frauen unterschiedlicher nationaler Herkunft und Strömungen innerhalb des Islam.

Wie viele andere, ist auch Naime Cakir Mitglied dieses Netzwerkes. Die einen argumentieren vor allem religiös, die anderen säkular, also mit den Menschenrechten:

"Es gibt nicht DIE säkulare Frau, DIE muslimische Frau und DIE christliche Frau, die sozusagen nach einem Modell funktionieren. Unter religiösen Frauen gibt es eine große Bandbreite von unterschiedlichen Ansichten und Meinungen. Und unter säkularen Frauen auch. Man kann sowohl säkular als auch religiös sein und darin keinen Widerspruch unbedingt sehen. Wie ich zum Beispiel."

Deutsche muslimische Frauen sind weltweit in der Frauenrechtsbewegung vernetzt, sie mischen sich, auch über das Internet, in gesellschaftspolitische Diskussionen ein. Und mit den vier Zentren für Islamische Theologie ist das Thema nun auch an den deutschen Universitäten präsenter. Vor allem Nachwuchswissenschaftlerinnen, auch einige männliche Kollegen, forschen zu historischen und gendersensiblen Ansätzen bei der Interpretation islamischer Quellen und zur Rolle der Frau. Vor kurzem fand in Erlangen eine große Tagung über Frauen in der Islamischen Theologie statt.

"Es ist einfach so, dass auch in der Wissenschaft die Frauenforschung, die Geschlechterforschung vorangetrieben werden muss. Und wir als Frauen haben auf dieser Tagung versucht, uns zu vernetzen. Damit wir unsere Stimmen noch besser in die Debatten mit einbringen können. Weil die meisten Lehrstühle, Professuren, nicht nur in der islamischen Theologie, mit Männern besetzt sind. Zu diskutieren, uns andere Ideen zu holen und zwar mit unseren männlichen Kollegen, und uns gegenseitig zu unterstützen."

Der Begriff "Geschlechtergerechtigkeit" bringt am besten auf den Punkt, worum es geht. Davon ist nicht nur Naime Cakir überzeugt. Viele sprechen auch vom Gender Jihad, vom, wörtlich übersetzt, Kampf um Geschlechtergerechtigkeit. Ein Ausdruck, den die afro-amerikanische Islamwissenschaftlerin Amina Wadud geprägt hat.

"Ich fand den Begriff doch sehr spannend. Da dachte ich oh. Unabhängig davon, wie sie es gemeint hat, aber man konnotiert schon was. Jihad ist sehr stark islamisch konnotiert. Und zwar negativ konnotiert. Wenn sie Gender Jihad sagt, bringt man sofort die Islamische Religion und Geschlechtergerechtigkeit zusammen. Und das ist eine gute Kombination."

Distanz zum modernen Feminismus-Begriff

Dem modernen Feminismus-Begriff der westlichen Welt stehen die meisten muslimischen Frauen eher skeptisch gegenüber. Sie kritisieren vor allem, dass viele Feministinnen eine zu pauschale Kritik am Islam üben. Die Schriftstellerin und Journalistin Hilal Sezgin, die Religions- und Sozialwissenschaftlerin Naime Cakir und die muslimische Theologin Hamideh Mohagheghi.

Sezgin: "Man muss sich klar machen, dass für muslimische Frauen das Topos Feminismus ganz anders besetzt ist als für nicht-muslimische Frauen. Und das liegt eben daran, dass das Hauptvorurteil gegenüber dem Islam über den Vorwurf läuft, ihr seid alle unterdrückt und dieser Diskurs ist so präsent. Ich sag es mal überspitzt: Eine Muslimin in Deutschland steht ständig unter dem Rechtfertigungsdruck, zu zeigen, dass sie nicht unterdrückt ist. Dadurch haben muslimische Frauen einen notgedrungen ganz anderen Zugang zum Feminismus, weil sie ja andauernd sich strategisch verteidigen müssen gegen die Anwürfe der Mehrheitsgesellschaft."

Cakir: "Ich hatte mit 19 drei Bücher zuhause. Zwei davon waren von Alice Schwarzer. Zu ihren Positionen, die sie in den letzten Jahren vertreten hat, davon möchte ich mich deutlich abgrenzen. Insgesamt hat sie in der damaligen Zeit für die Frauenrechte viel getan. Man kann das nicht leugnen. Das gebietet ein fairer Umgang miteinander."

Mohagheghi: "Ich finde, dass westliche Emanzipationsvorstellungen manchmal auch männerfeindlich sind. Eine islamische Emanzipationsvorstellung ist, dass wir, Mann und Frau, gemeinsam eine Verantwortung vor Gott haben und dieser Verantwortung gemeinsam gerecht werden sollten. Auch diese Rolle, die man hier jetzt nicht mehr den Frauen geben will. Wenn eine Frau sich entscheidet, zuhause zu bleiben, Ehefrau und Mutter ist, dann wird sie in dieser Gesellschaft abgestempelt, dass sie nichts tut. Und genau dies ist die Position, die im Islam eine hohe Bedeutung hat."

Worin unterscheiden sich also vor allem die Emanzipationsvorstellungen von muslimischen Frauen von den Vorstellungen ihrer nichtmuslimischen Schwestern? Worin bestehen die Gemeinsamkeiten? Darüber diskutieren auch die beiden Bremerinnen Maren Bock und Halime Cengiz.

Bock:"Ich bin Feministin. Und wenn ich was über Dich sagen dürfte, würde ich sagen, du bist auf jeden Fall eine frauenpolitisch engagierte Frau. Feministin ist für mich noch ein Tick mehr. Im Sinne von, dass ich Begriffe wie Patriarchat in den Mund nehme und auch die Herrschaftsverhältnisse in dieser Gesellschaft richtig anprangere. Und da finde ich, dass Du manchmal zu brav bist in dem Punkt."

Cengiz:"Das ändert nichts daran, dass wir uns sehr gut verstehen, Vertrauen haben, uns alles fragen können, was uns beschäftigt. Egal ob jetzt in Richtung Feminismus oder Nicht-Feminismus. Ich sehe sie als Maren, als Frau, die ihre Arbeit gut macht in Sachen Frauenrechte. Aber dass man jetzt mit großer Überschrift Frauenbewegung - so sehe ich das  persönlich nicht. Ich sehe, dass man langsam die Ergebnisse sieht, aber nicht so kämpferisch, Frauen an die Macht. Ich bin nicht so eine."

Bock:"Das unterscheidet uns ja. Ich benutze auch Begriffe dann wie Empowerment, wir müssen jetzt Frauenrechte stärken. Und Halime tut es, Halime findet etwas ungerecht. Wenn in der Satzung steht, es müssen Frauenbeauftragte in der DITIB-Gemeinde sein, dann kämpft sie dafür, dass die Frauen auch wirklich da an die Macht  kommen. Sie würde aber wahrscheinlich nicht sofort sagen, ich bin dafür, dass Frauen in Führungspositionen sind und das muss jetzt sofort umgesetzt werden. Ich habe ein anderes Vokabular. Und das zweite ist, ich glaube schon, dass es Unterschiede gibt. Ich finde das manchmal auch bei Gewerkschaftsfrauen. Die sagen, gleiche Rechte für Frauen wie Männer. Das reicht mir nicht."

Ein Seminar am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück. Das Thema: Frauen in Bibel und Koran. Die 38 Jahre alte Islamwissenschaftlerin Kathrin Klausing geht von Tisch zu Tisch und verteilt die Aufgaben. Rund 30 Studentinnen und Studenten der Islamischen, Katholischen und Evangelischen Theologie sitzen in kleinen Gruppen zusammen.

"Wir brauchen noch einen Christen. Wir haben hier nur einen, er ist jetzt alleine hier, das geht gar nicht."

Mit Maria und Maryam haben sich die Studenten bereits auseinandergesetzt. Auch mit Hagar, der Magd von Sara und Abraham und mit den Jüngerinnen Jesu. Nun geht es um die Gefährtinnen des Propheten Mohammed. Um Umm Salama, eine der Ehefrauen des Propheten und ersten Lehrerinnen der Gemeinschaft. Genauer gesagt, es geht um ihre Fragen an den Propheten und seine Offenbarungen.

"And how come, we have half of the inheritance? Also, wie kommt es, dass die Männer zu militärischen Eroberungen gehen und wir nicht? Und warum haben wir nur die Hälfte des Erbes? Darauf wird dieser Koranvers offenbart: 'Wünscht euch nicht, womit Gott die einen vor den anderen ausgezeichnet hat. Die Männer bekommen Anteil an dem, was sie erworben haben, wie auch die Frauen. Bittet Gott um einiges aus seiner Gabenfülle. Gott weiß alles."

Enes, Yasmin und Anne versuchen, den Koranvers zu interpretieren und zu klären, was die Fragen von Umm Salama darüber aussagen, wie Frauen sich und ihre Rolle damals, vor rund 1400 Jahren, sahen:

"Die Männer müssen die Kraft richtig in Anspruch nehmen, und dadurch vieles beweisen für diese Belohnung. Aber wir Frauen - es reicht einfach, wenn wir zuhause eine gute Mutter sind, eine gute Ehefrau. Wir bekommen das Gleiche. Da sieht man schon die Barmherzigkeit von Allah."

"Dass die Frauen mehr wollten. Es kam ihnen so vor, als wären die Männer bevorzugt, und daraufhin wurde ihnen der Vers offenbart. Und wahrscheinlich waren sie danach zufrieden."

"Ich verstehe das, es kommt auf die Natur des Menschen an, des Geschlechts. Es gibt aber auch Frauen, die einen anderen Weg einschlagen wollen."

"Das heißt nicht, dass nur die Frauen zuhause bleiben sollten und nichts machen sollten..."

Klausing:"Umm Salama spielt in verschiedenen Überlieferungen eine sehr große Rolle. Und es ist interessant, welche Fragen ihr so in den Sinn kommen. Aus den Fragen wird klar, dass Umm Salama anscheinend sich ihrer Rolle als Frau in der Gesellschaft bewusst war, dass sie wusste, dass es unterschiedliche Vorstellungen über Frauen gab. Und sie auch widersprochen hat. Also, es ging ihr primär um ihre Rolle als Gläubige. Und ein kritisches Bewusstsein, dass immer wieder normative  Stellungnahmen quasi eingefordert hat vom Propheten, aber auch letztendlich von Gott."

Kathrin Klausing promovierte über Geschlechterrollen im Koran. Und sie konvertierte zum Islam. Vor mehr als zehn Jahren:

"Für mich war es sehr überzeugend, dass es das Wort Gottes ist. Auch als ich dann muslimische Gemeinschaften kennenlernte, gesehen habe, was für ein Potenzial eigentlich in diesen Gemeinschaften steckt. Auch in einer bestimmten Art von Schwesterlichkeit, die ich so nicht kannte. Auch andere Dinge gesehen habe, die mich immer weiter in die Richtung gebracht haben, diese Fragen zu erkunden. In der Auseinandersetzung mit Texten vor allem."

Auch sie ist überzeugt: Religionen, ob nun Islam, Christentum oder Judentum, sind nicht per se frauenfeindlich. Der Prophet Mohammed etwa stärkte die Rechte der Frauen. Es gab damals Gelehrtinnen, wie Mohammeds Ehefrau Aischa. Frauen und Männer beteten gemeinsam. Auch im Koran wird deutlich, dass Mann und Frau gleich sind.

Religionen sind nicht per se frauenfeindlich, meint Kathrin Klausing

"Das ist der 71. Vers der neunten Sure. 'Die gläubigen Männer und Frauen sind einander Freund und Beistand. Sie gebieten das Rechte und untersagen das Verwerfliche, verrichten das Gebet, leisten die Abgabe und gehorchen Gott und Seinem Gesandten. Derer wird Gott sich erbarmen. Gott ist mächtig und weise.' Das heißt, sie ermahnen sich gegenseitig zum Guten, und vom Schlechten abzulassen. Das ist eine Handlung, die sich auch auf gesellschaftliche, öffentliche Bereiche beziehen kann. Da wird keine Einschränkung seitens Männern oder Frauen gemacht. Das ist ein Statement, das ja sehr eindeutig ist."

Für gläubige Muslime ist der Koran als Gottes Wort unantastbar, er wurde aber immer schon interpretiert. Vor allem von Männern. Und er wurde übersetzt. In der Regel auch von Männern. Schon dabei lassen sich unterschiedliche Interpretationen herauslesen.

"Stehen die Männer auf den Frauen, oder stehen die den Frauen vor, oder stehen die ein für die Frauen - das sind Nuancen, die so ein Spektrum anzeigen können. Das ist etwas, das wir im Bereich Koran-Exegese noch viel weiter ausweiten, weil wir im arabisch-sprachigen Bereich ellenlange Kommentare zu einzelnen Versen haben."

Koran und Gebetskette (dpa / picture alliance / Roos Koole)Der Koran gilt vielen Gläubigen als unantastbar, Er wurde aber immer schon interpretiert. (dpa / picture alliance / Roos Koole)

Der weibliche Blick auf den Koran - das heißt also, die heiligen Schriften ernst zu nehmen, gegebenenfalls neu auszulegen und das auch theologisch zu begründen. Auch die Ägypterin Omaima Abou-Bakrbekennt sich zum Islamischen Feminismus. Kathrin Klausing schrieb ihre Magisterarbeit über die "textanalytische Aktivistin". Eine beeindruckende Frau, die den Mut habe, immer wieder das Gespräch mit Anders- denkenden zu suchen. Mit den Ulama, also den  männlichen Gelehrten der renommierten Azhar-Universität Kairo zum Beispiel.

"Die setzt sich dann dahin und hört sich das dann alles an, auch die Kritik. Eben nicht nur in so einer wohlwollenden feministischen Bubble, wo sich sowieso alle einig sind. Das ist auch wichtig, dass man das macht, dass man netzwerkt, dass Frauen sich gegenseitig stärken. Das macht sie auch. Aber sie kommt eben aus dieser Blase auch raus und sagt, ich diskutier jetzt mal mit Ulama, die zum Beispiel ein ganz anderes Frauenbild haben als ich."

Der Islam hat eine lange Geschichte eigener Frauenrechtsbewegungen. Doch selbst prominente Aktivistinnen, wie etwa die Exil-Iranerin Ziba Mir-Hosseini oder die Afro-Amerikanerin Amina Wadud, sind bisher nur wenig bekannt in Deutschland.

"Ist vielleicht auch eine Fokussache. Welche Bilder nehmen wir als wahr an. Weil wir ja ein bestimmtes Vorwissen über den Islam, und die Muslime und ihren Umgang mit Frauen haben. Und da erscheint uns das wahrscheinlich einleuchtender, so einen Erlebnisroman wie von Betty Mahmoody in unserer Weltbild einzuordnen. Weil wir unbewusst das als selbstverständlich sehen würden. Wohingegen so ein Bericht erst mal eine Gedankenanstrengung ist. Da müsste man noch mehr Informationen haben, um so ein Bild zu widerlegen. Das müsste man erst mal zulassen."

Andererseits - in den meisten islamisch geprägten Ländern geht es nur sehr langsam voran in Sachen Gleichberechtigung. Immer wieder gibt es sogar Rückschritte. Viele muslimische Frauenrechtlerinnen können ihren Heimatländern nicht leben. Denn dort würden sie politisch verfolgt oder sogar hingerichtet.

Auch der sogenannte Arabische Frühling hat den Frauen nicht viel gebracht, wie Naime Cakir berichtet:

"Ich denke, in Ägypten ist zurzeit eine chaotische, wirklich besorgniserregende Situation. Aber ich meine, wenn bestimmte Entwicklungen geschehen sind, man kann nicht hinter diese Entwicklungen zurück. Das ist zumindest meine Hoffnung. Von daher denke ich nicht, dass ihre Stimmen nicht gehört werden. Wenn ich zum Beispiel lese und forsche, greife ich natürlich auch auf frühere Frauenrechtlerinnen, Mann oder Frau, zurück und sehe, mit welchen Ansätzen sie gearbeitet haben. Es ist auch unsere mit Aufgabe als Wissenschaftlerinnen, diese Stimmen besser hörbar zu machen."

Und was nehmen die muslimischen und christlichen Studentinnen und Studenten an der Universität Osnabrück mit aus ihrem Seminar in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in Koran und Bibel?

"Dass man sich die Quellen anguckt, ob das wirklich so ist. Und dann aber auch mal einen Vergleich zieht, wie stehen die Frauen in der Bibel da? Und vor allem, dass man besser argumentieren kann. Dass man weiß, was da wirklich drin steht. Und nicht, was andere darüber erzählen."

"Es ist nicht so, dass Frauen im Koran unbedingt schlechter dastehen. Vieles ist traditionsbedingt, kulturbedingt und auch Interpretationssache. Dass es auch immer im Kontext zu sehen ist."

Seyran Ates, Anwältin und eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen Deutschlands, geht das alles nicht weit genug. Sie distanziert sich bewusst als säkulare Feministin von ihrer Religion und sorgt mit ihren Thesen und ihren Büchern regelmäßig für reichlich Diskussionsstoff. Vor allem innerhalb der muslimischen Community.

Ates:"Das ist sehr schön in der Theorie. Und die Theologinnen sind da auf einem ganz richtigen Weg. Aber sie müssten schon zugeben, dass damals patriarchale Strukturen dermaßen geherrscht haben, dass es nicht vergleichbar ist mit den Gleichberechtigungsforderungen, die wir heute aufstellen. Es ist auch ein Einfach machen, wenn man sagt, damit sind wir aus dem Schneider. Wir erklären unseren Islam schon von vorneherein für geschlechtergerecht, und finden dann entsprechende Belege aus der Religion, die dann aber nicht so 100 Prozent klar und sicher sein können, natürlich."

Cakir: "Das tun wir ja nicht. Der Koran ist kein feministisches Handbuch. Und die Gesellschaft in der damaligen Zeit ist durch und durch patriarchal. Als auch religiöse Frauen kann man uns nicht auf eine Identität reduzieren. Wenn ich mich im Institut mit diesen Fragen befasse, habe ich den Anspruch, mich objektiv dem Thema wissenschaftlich anzunähern. Da muss erst mal meine eigene Position auch zurücktreten."

Mit einem historisch-kritischen Blick auf die Quellen, so die Religions- und Sozialwissenschaftlerin Naime Cakir, lassen sich auch umstrittene Verse, wie etwa zum Erbrecht, anders interpretieren.

"In der Regel soll der Mann das Doppelte erben als die Frau. Dann können wir sagen, wenn der Grund war, dass der Mann damals seine Tanten, Schwestern und, und, und versorgen musste, aber heute das innerhalb der Gesellschaft überhaupt nicht möglich ist - warum soll dann die Frau weniger als der Mann erben? Unser Ziel ist auch nicht, den Koran zu verändern oder zu verfälschen. Sondern wir gucken uns an, wie war das geregelt und warum ist das so geregelt? Und wie  können heute wir heute im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit damit umgehen?"

Was aber lässt sich in Sachen Geschlechtergerechtigkeit tatsächlich aus den Schriften herauslesen? Wo sind die Grenzen? Darf zum Beispiel eine Frau das Freitagsgebet vor einer gemischten Gruppe in der Moschee leiten? Die große Mehrheit, auch der muslimischen Gelehrten, ist dafür, Frauen von dieser Aufgabe auszuschließen. Hamideh Mohagheghi und Kathrin Klausing.

Mohaghighi: "Es waren viele Gelehrte, die gesagt haben, warum denn nicht? Es steht nirgendwo, dass da nur die Männer sein müssen. Man sieht, diese Stimmen gehen unter, weil die Traditionalisten stärker sind und sagen, oh Gott, das geht überhaupt nicht. Wir sollten auch von diesem Gedanken ein bisschen wegkommen, Männer und Frauen immer nur als Körper zu sehen, die da nebeneinander stehen. Weil gerade im Gebet, hoffe ich, dass die Menschen nicht an etwas anderes denken, als mit Gott zu sprechen. Da muss auch der Körper der anderen, der neben mir steht, mich nicht aus der Fassung bringen."

Klausing:"Die Freitagspredigt wäre nicht unbedingt mein Ziel. Das fängt woanders an. Dass Moscheen Orte sind, die über die Nationen, die Sprache hinaus offen im Idealfall sind für Menschen, die auf der Suche sind oder ihr Gebet verrichten wollen. Ohne dass man vor verschlossenen Türen steht, weil jemand den Schlüssel für den Frauenraum nicht dabei hat. Oder das zu dreckig ist. Das wäre für mich eine Vision oder ein Traum."

Es gibt immer noch zahlreiche sogenannte Hinterhof-Moscheen in Deutschland, es entstehen jedoch immer mehr repräsentative Gotteshäuser. In den meisten Moscheen beten Frauen und Männer getrennt. Unter Musliminnen kursiert der Spruch: "Zeige mir die Frauenräume in deiner Moscheegemeinde und ich sage Dir, wie es um die Rolle der Frau bestellt ist."

"Wenn ich in einen Raum gehe, da steht noch ein Besen, ein kaputter Teppich, und bei den Männern ist alles ganz schön, das ist ein eindeutiges Signal. Das kann man auch nicht wegreden. Hau ab, heißt das einfach. Komm hier nicht hin."

Islam ist eben nicht gleich Islam. Genauso wie im Christentum, existieren auch hier ganz unterschiedliche Strömungen. Angefangen bei den Sunniten, Schiiten und Alleviten bis hin zu fundamentalistischen, religiös-politischen Richtungen wie den Salafisten. Und das hat, so Seyran Ates, auch Konsequenzen:

"Zu den Thesen dieser Damen gibt es reichlich Thesen eben anderer, nämlich patriarchaler, salafistischer und anderer Bewegungen. Mit denen muss man sich  auch auseinandersetzen und sagen, wenn das der Königsweg ist, dann dürfte es doch eigentlich keine Widerrede und keinen Widerspruch geben. Und den gibt es. Das ist ein Handicap dieser Frauen, dass sie sich nicht ganz mit den patriarchale Strukturen auseinandersetzen. Denn da, wo es zum Beispiel um das Kopftuch geht, sind sie plötzlich sehr unterwürfig und sagen, das Kopftuch gehört elementar zum Islam dazu, hat nichts mit patriarchalen Strukturen zu tun."

Das Kopftuch steht für eine Art "Geschlechterapartheid", meint Ates

Der umstrittenen Frauenrechtlerin ist klar, dass Frauen auch ohne Kopftuch unterdrückt werden. Seyran Ates akzeptiert auch, wenn Männer und Frauen konservativ leben möchten. Darum geht es ihr nicht. Das Problem sei, dass, aus ihrer Sicht als Feministin, das Kopftuch für eine Art "Geschlechterapartheid" stünde.

"Und es gibt durchaus in der islamischen Welt unter Muslimen die zeitgemäße Auslegung, und dazu gehöre ich, die sagen: In unserer Zeit ist das Kopftuch nicht mehr notwendig, weil der Mann soll sich darüber Gedanken machen, warum er denn von Haaren derart gereizt wird und sexuelle Gelüste bekommt, dass er sich nicht kontrollieren kann, als dass die Frau sich verhüllt, damit der Mann beschützt wird. In dieser Diskussion stecken wir. Aber in diese Diskussion wollen sich diese Frauen, die Kopftuch tragen, nicht begeben. Weil sie ganz einfach sagen: Meine Religion gebietet mir das Tragen des Kopftuchs. Punkt. Aus. Fertig."

Naime Cakir hat ihr Kopftuch vor Jahren abgelegt, Halime Cengiz trägt es nach wie vor. Beide Musliminnen halten dagegen:

Cakir:"Ich nehme Frauen ernst, die mir sagen, sie tragen das Kopftuch freiwillig. Ich finde es schlimm, wenn man heute noch Frauen vorschreibt, dass sie ein Kopftuch tragen müssen. Ich finde es aber genauso schlimm, wenn man ihnen vorschreibt, dass sie keins tragen sollen. Frauen sollen das selbst entscheiden, wir wollen doch eine offene Gesellschaft sein. Ich finde solche Debatten zum Teil auch ideologisch und sehr verallgemeinernd geführt."

Cengiz:"Das ist für mich auch okay, wenn die sagt, okay, ich trag kein Kopftuch, aber mach meine Gebete. Auf der anderen Seite ist eine, die sich voll verschleiert, aber nur Böses macht. Was für ein Mensch sie ist, das weiß Gott allein. Ich bin für mich verantwortlich, dass ich mein Leben so gut wie möglich lebe nach meinen Pflichten und Regeln. Und die anderen so akzeptiere, wie sie sind."

In der Mevlana Moschee der DITIB in Gröpelingen, einem multikulturellen Stadtteil von Bremen. Rund 20 Frauen sitzen um einen großen Tisch, beladen mit Obst, Kuchen, und Getränken. Das Thema Wohnen steht dieses Mal im Mittelpunkt beim Interkulturellen Treffen von muslimischen und frauenbewegten Bremerinnen.

"Ich habe 1985 geheiratet, wir haben auch unsere Wohnung in der Bromberger gehabt."

"Das ist ja 'ne Keimzelle!"

"Und dann haben wir '89 ein Haus gekauft, ein Gemeinschaftshaus, meine Schwiegereltern..."

Halime Cengiz lebt in einer Großfamilie. Genauso, wie sie aufgewachsen ist in Bremen. Bei ihren drei erwachsenen Kindern ist das schon etwas anders:

"Meine Schwiegertochter ist vollerwerbstätig in Oldenburg, die kommt dann erst gegen 19 Uhr nach Hause. Wenn sie dann sagt, ich möchte nicht zur Familie kommen, dann akzeptieren wir das auch. Wenn wir uns verabreden, dann sag ich, du bist vielleicht kaputt, dann kommt zum Essen her und dann könnt ihr wieder gehen. Oder mein Sohn kommt, nimmt was mit, sagt, ich habe das gekocht."

Die Tochter von Halime Cengiz studiert noch. Informatik. Der jüngere Sohn hat Bankkaufmann gelernt und auch mit einem Studium begonnen:

"Mein ältester Sohn hat nur, in Anführungszeichen, eine Ausbildung gemacht. Aber meine Schwiegertochter hat ihren Master in Betriebswirtschaft und sie hat einen viel besser bezahlten Job als mein Sohn. Der wollte ja nicht weiterstudieren, er ist aber auch stolz auf sie. Wir alle sind stolz auf sie."

Halime Cengiz wollte eigentlich Abitur machen. Doch ihre Eltern nahmen sie in der Oberstufe vom Gymnasium, sie hatten Angst vor dem Einfluss der deutschen Gesellschaft. Mit 19 heiratete Halime Cengiz. Es war eine arrangierte Ehe.

"Wir haben nicht aus Liebe geheiratet. Wir haben uns kennengelernt, mochten uns auf Anhieb. Wir sind zusammen gewachsen und mit der Zeit haben wir einander lieben gelernt."

Sie sind immer noch glücklich zusammen, sagt sie. Ihr Mann arbeitet als Schlosser und unterstützt sie bei ihrem ehrenamtlichen Engagement. Als die Muslimin einen Vortrag zur Kopftuchdebatte hielt vor über 600 Leuten und vorher etwas aufgeregt war, da saß er auch im Publikum.

"Er hat gesagt, ich stärke dich, guck mich einfach nur an. Vor ihm saßen zwei ältere Bremerinnen, die immer getuschelt haben: 'Ach, die arme Muslimin, die werden ja so unterdrückt.' Da hat mein Mann den Damen auf die Schulter geklopft und gesagt, die da vorne spricht, ist meine unterdrückte Ehefrau. Die haben ihn dann so komisch angeguckt. Und seitdem sagt er immer, wenn er sich vorstellen muss bei Veranstaltungen, wo wir zusammen hingehen, ich bin der unterdrückte Ehemann von ihr."

Traditionelle Rollenbilder überwiegen in den Moscheegemeinden

Die traditionellen Rollenbilder überwiegen aber noch in den Moscheegemeinden. Vor allem bei der älteren Generation. Viele Frauen kennen ihre Rechte zu wenig. Und es ist auch nicht immer einfach, die Männer in den Vorständen zu überzeugen, dass künftig Frauen darin vertreten sein werden.

Cengiz: "Einige Moscheevorstände oder Vorsitzende von der ersten Generation wollten partout die neue Satzung nicht übernehmen. Was sagen wir denen? Dass Frauen genauso Entscheidungen treffen können, dass sie sich ja auch zuhause mit ihrer Frau austauschen und dass es in Moscheevereinen genauso gehen kann."

Der Sultan-Ahmet-Moschee-Verein der DITIB in Nordhorn, in der Grafschaft Bentheim, geht mit gutem Beispiel voran. In den Verein wählte man vor kurzem Hatice Ates zur Ersten Vorsitzenden. Als eine der ersten Frauen, die nun einem Moscheeverein in Deutschland vorsteht. Mit dem Generationenwechsel verändert sich auch das Frauenbild. Die große Mehrheit der Muslime in Deutschland, ob nun mit oder ohne Kopftuch, lehnt die traditionelle Rolle der Hausfrau und Mutter ab und will eine gleichberechtigte Partnerschaft und Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das bestätigen auch Ergebnisse von Studien, zum Beispiel des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Den eigenen Weg zu gehen als selbstbestimmte Frau, Migrantin und Muslimin in der säkularen modernen deutschen Gesellschaft, ist jedoch eine große Herausforderung. Manchmal auch eine Gradwanderung.

Das erleben auch Erika Theißen und ihr Team vom Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen immer wieder. Unter den Mitarbeiterinnen sind Musliminnen mit und ohne Kopftuch:

"Wenn ich zu entscheiden hätte – wahrscheinlich würde ich positiv diskriminieren. Weil die andere wird auch woanders eine Stelle finden. Sie mit Kopftuch wird es unvergleichlich schwerer haben."

Im Team arbeiten inzwischen auch einige Männer. Die Führungspositionen werden jedoch ganz bewusst mit Frauen besetzt. Nicht nur weil in der Mehrheitsgesellschaft bisher so wenige Musliminnen Chefin oder Abteilungsleiterin sind.

"Wir sind selbstbewusste Frauen. Trotzdem könnte es passieren, Frauen scheiden aus, weil sie Kinder kriegen, dass diese Männer schnell eine Führungsposition hier einnehmen. Damit die Gefahr gar nicht erst entsteht, entscheiden wir einfach, Männer dürfen nicht in Führungspositionen."

Dass das traditionelle Frauenbild im Wandel begriffen ist, beobachten Erika Theißen und ihre Stellvertreterin Hanim Ezder auch bei den Erziehungskursen für Mütter und Väter. Gerade junge muslimische Mütter versuchen darauf zu achten, Jungen und Mädchen gleichberechtigt zu behandeln – und stoßen dabei auch an ihre Grenzen. Eine Mutter etwa kaufte für ihre Kinder zwei Computer mit Internetanschluss. Den für die Jungen stellte sie in das Kinderzimmer, den für die Mädchen ins Wohnzimmer.

Ezder:"Dann habe ich nur gefragt, warum sind die Mädels im Wohnzimmer? Dann hat sie gesagt, ja, ich muss sie doch kontrollieren. Dann habe ich gesagt, und die Jungs musst du nicht kontrollieren? Sie meinte, darüber hat sie gar nicht nachgedacht. Sie wollte eigentlich gerecht sein, hatte aber trotzdem im Hinterkopf immer, die Mädels musst du dann viel mehr kontrollieren, du musst sie schützen, so dass sie dann schon da nicht gleichbehandelt hat."

Der Weg bis zur Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen ist also noch lang. Inwieweit durch den Aufbau der neuen Zentren für Islamische Theologie an den deutschen Universitäten die Debatte um Geschlechtergerechtigkeit tatsächlich gestärkt wird, muss sich zeigen. Noch sei diese Debatte, so Naime Cakir, vor allem eine "Eliten-Diskussion" unter Akademikerinnen und Akademikern. Die Wellen sind ganz klein, sagt auch Seyran Ates:

"Der Grundkonsens ist an allen Lehrstühlen sehr konservativ, so dass die geschlechtergerechten Diskussionen aus dem Christentum und Judentum noch lange nicht da angekommen sind. Das wird sich noch entwickeln, weil wir Feministinnen dafür sorgen werden. Aber die Frauen, die dort sind, schätze ich noch nicht stark genug ein, dass sie das Thema so hoch auf die Agenda bringen, wie es sein sollte. Obwohl sie selbst wissen, die gesamtislamische Welt muss diese Diskussion führen. Denn mit dieser Thematik steht oder fällt Demokratie."

Islam und Feminismus - das bleibt ein sensibles Thema

Eines steht jedoch fest. Nicht nur nach Auffassung von Islamwissenschaftlerin Kathrin Klausing. Das Thema ist auch in der muslimischen Community in Deutschland angekommen. Aber: Es ist und bleibt ein sensibles Thema. Und manchmal auch, wenn man so will, ein vermintes Gelände.

Klausing: "Zum Beispiel, ich sage, das ist jetzt ganz platt, ich forsch zu Geschlechterthemen. Dann habe ich eine Diskussion, sag mal allen da draußen, dass es diese Unterdrückung gar nicht gibt. Aber deswegen erforsche ich das ja nicht. Es gibt eine Auseinanandersetzung unter Muslimen, wie welche Rollenzuschreibungen akzeptiert werden können als eine Geschlechteridentität oder eben nicht. Dann muss ich diesen Spagat machen zwischen denjenigen, die von mir erwarten, dass ich nach außen den Islam verteidige und denjenigen, die von mir erwarten, dass ich jetzt die ganzen heißen Eisen anpacke und endlich die Wahrheit über den schlimmen Islam als Muslima herausarbeite. Und Wissenschaft hat halt immer die etwas langweilige Aufgabe zu differenzieren. Vielleicht ist das eine Sache, mit der man leben muss. Dass es das Eine und das Andere gibt."

Maren Bock, frauenbewegte Bremerin und Geschäftsführerin von Belladonna, hat damit auf jeden Fall gute Erfahrungen gemacht:

"Ich habe sehr stark gelernt, wie wichtig es ist, erst einmal Fragen zu stellen und nicht gleich Antworten zu finden. Und das ist auch ein Prozess in der Frauenbewegung, dass wir mit Vielfalt jetzt schon ganz anders umgehen, als vor zehn oder 20 Jahren."

Was also tun, damit die Einsichten des islamischen Feminismus noch stärkerihren Weg finden in die Moscheegemeinden, die innerislamischen Debatten und in die öffentliche Wahrnehmungder Mehrheitsgesellschaft?

Cakir: "Dass der Islam als Feindbild aus den öffentlichen Debatten genommen wird. Weil es ist ungemein schwierig für frauenbewegte Männer und Frauen in einer Gesellschaft, wo der Islam ohnehin an dem Pranger steht, noch mal öffentlich eins draufzuhauen."

Mohagheghi:"Wenn man jahrelang in den Debatten ist, möchte man auch, dass man auch endlich Ergebnisse sieht. Von allen Seiten. Ich bin einfach müde, immer wieder diese Diskussionen. Ob dann Kopftuch mit Gleichberechtigung geht oder nicht oder wie. Dass wir wirklich jetzt praktisch gucken, was geschieht da? Und da ansetzen und weiter kommen."

Klausing:"Ich bin wirklich davon überzeugt, dass der Einsatz muslimischer Frauen für ihren Beitrag in gesellschaftlichen, politischen Belangen, für ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt, für ihren sichtbaren Platz in der Gesellschaft, dass das viel, viel mehr beiträgt als jede Diskussion, jede Doktorarbeit, die sich mit Diskursen über Geschlechterrollen beschäftigt. Muslimische Frauen müssen sich da artikulieren, da auch standhaft bleiben, ja."

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