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Kulturnachrichten

Dienstag, 23. Februar 2016

"Muslime in Sachsen": Verlage setzen Zeichen zur Buchmesse

Flucht- und Regionalgeschichte als Schwerpunktthema mitteldeutscher Verlage

Die Verlage aus der Region setzen zur Leipziger Buchmesse auf die Themen Flucht und Regionalgeschichte. Rund 25 Unternehmen stellten ihre neuen Titel im Leipziger Haus des Buches vor. Edition Leipzig, Teil des Seeman Henschel Verlags, greift mit dem Sammelband "Muslime in Sachsen" in die politische Debatte zur Migration ein. In dem Werk spüren 22 Autorinnen und Autoren dem Alltag der muslimischen Bevölkerung im Freistaat nach. Für den Klett Kinderbuchverlag hat Kirsten Boie die Fluchtgeschichte zweier junger Syrer als Reportage für Kindern aufgeschrieben. Der Universitätsverlag zeigt das erste von drei wissenschaftlichen Werken zur Stadtgeschichte Leipzigs. Die Leipziger Buchmesse läuft vom 17. bis zum 20. März.

Deutsch-israelisches Projekt erforscht Qumran-Rollen

Ziel ist, dass Wissenschaftler weltweit gleichzeitig an den Schriftrollen arbeiten

Deutsche und israelische Experten wollen mit moderner Technologie tausende virtuelle Fragmente der berühmten Qumran-Rollen wie ein Puzzle zusammensetzen. Die Deutsch-Israelische Projektförderung (DIP) unterstütze das Projekt mit 1,6 Millionen Euro, teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Die ersten der rund 2000 Jahre alten Schriftrollen wurden vor fast 70 Jahren von einem Hirten in einer Höhle am Toten Meer gefunden. Später wurden weitere, häufig winzige Fragmente gefunden. Die antiken Schriften gehören zu den wichtigsten archäologischen Funden des 20 Jahrhunderts. An dem neuen Projekt sind den Angaben zufolge die Akademie der Wissenschaften Göttingen sowie die Universitäten von Göttingen, Haifa und Tel Aviv beteiligt. Computerexperten und Wissenschaftler arbeiteten an der Einrichtung eines "virtuellen Forschungsumgebung", teilte die Behörde mit. Ziel sei es, dass Wissenschaftler aus aller Welt gleichzeitig an den Schriftrollen arbeiten könnten.

Trauerfeier für Umberto Eco in Mailand

Hunderte Menschen haben Abschied genommen

Rund um das Castello Sforzesco fanden sich Hunderte Menschen zu einer sehr emotionalen, nicht-religiösen Trauerfeier für Umberto Eco ein. Der am vergangenen Freitag im Alter von 84 Jahren verstorbene Sprachwissenschaftler und Schriftsteller war im Innenhof aufgebahrt. Italiens Kulturminister Dario Franceschini und Bildungsministerin Stefania Giannini erinnerten an den Intellektuellen. Ebenso wie Oscar-Preisträger Roberto Benigni. Nach der Zeremonie sollte Eco eingeäschert und im engsten Familienkreis beigesetzt werden. Am 27. Februar erscheint in Italien Ecos letztes Buch "Pape Satan Aleppe". Es handelt sich um eine Sammlung von Essays, die seit dem Jahr 2000 im Magazin "L'Espresso" veröffentlicht wurden.

Robert Koall von großer Resonanz auf Clausnitz-Besuch überrascht

Eigentlich war die Schilderung der Reise durch Sachsen für einen privaten Kreis gedacht

Robert Koall, der Chefdramaturg des Dresdner Schauspielhauses, hatte mit so viel Zuspruch nicht gerechnet. Was er am Sonntag auf der Fahrt nach Clausnitz und im Gespräch mit dem kleinen Jungen erlebte, der von einem Polizisten am vergangenen Donnerstag rabiat in die Unterkunft getragen worden war, ist in den sozialen Medien inzwischen mehrere zehntausend Mal angeklickt worden. Diese "vielen positiven Rückmeldungen", sagte Koall dem Deutschlandradio Kultur, finde er auf der einen Seite ein "bisschen beängstigend". Andererseits freue es ihn natürlich, weil es zeige, "dass es eine Menge Leute gibt, die mit großer Empathie dem Ganzen gegenüberstehen". Koall hatte vor zwei Jahren in einem Offenen Brief als Erster einem Vortrag der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff widersprochen. In ihrer Dresdner Rede hatte sie ihre äußerst umstrittene Haltung zur künstlichen Befruchtung zum Ausdruck gebracht.

Sparzwang: Prüfer wollen Museum Morsbroich schließen

Leverkuser Kultureinrichtung macht eine Million Verluste im Jahr

Einem der renommiertesten Häuser für Gegenwartskunst in Nordrhein-Westfalen droht das Aus: Wirtschaftsprüfer schlagen in einem Gutachten die Schließung des Museums Morsbroich vor, damit die verschuldete Stadt Leverkusen ihre Sparvorgaben erfüllen könne. Über das Gutachten berichtete zuerst die "Rheinische Post". Durch Schließung und Auflösung des Depots könnten fast 800 000 Euro pro Jahr gespart werden, heißt es in dem auch dpa vorliegenden Bericht der Prüfungsgesellschaft KPMG zu "Optimierungspotenzialen" des städtischen Kulturbetriebs KulturStadtLev. Damit könne ein "wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Konsolidierungsziele geleistet werden". Der städtische Kulturbetrieb macht pro Jahr rund eine Million Euro Verlust. Insgesamt schlagen die Prüfer elf Sparmaßnahmen vor, wobei die Schließung von Morsbroich "im Fokus" stehe. Bis zum 27. Juni soll die Verwaltung einen Umsetzungsvorschlag für die empfohlenen Sparmaßnahmen vorlegen.

Keshas Produzent wehrt sich auf Twitter

Dr. Luke beteuert, die Rapperin nicht vergewaltigt zu haben

Seit zwei Jahren streiten US-Rapperin Kesha und ihr Produzent Dr. Luke vor Gericht. Sie wirft ihm Vergewaltigung vor, weswegen sie aus ihrem Vertrag mit ihm aussteigen will. Jetzt äußert sich Dr. Luke, der mit bürgerlichem Namen Lukasz Gottwald heißt, erstmals in einem regelrechten Twitter-Sturm. In 22 Kurznachrichten in einer halben Stunde beteuert er seine Unschuld. Kesha habe Lügen erfunden als Druckmittel für die Vertragsverhandlungen. Erst gestern wurde bekannt, dass US-Star Taylor Swift der Kollegin 250 000 Dollar für den Rechtsstreit schenkt, damit die aus ihrem Vertrag mit Dr. Luke heraus kommt. In den vergangenen Tagen hatten sich mehrere bekannte Musikerinnen in sozialen Netzwerken solidarisch mit der Sängerin gezeigt, darunter Kelly Clarkson, Ariana Grande und Lady Gaga.

"The House": Arte produziert Flüchtlingsserie

2017 soll die deutsch-französische Produktion gesendet werden

"The House" heißt eine neue eigenproduzierte Serie zum Thema Flüchtlinge des Kultursenders Arte. Für die auf sechs Episoden angelegte Produktion sei eigens ein "Writers Room" mit einem deutsch-französischen Drehbuchteam eingerichtet worden. Es sei eine rein fiktive Serie über "die in Europa ankommenden Flüchtlinge sowie die Reaktionen der europäischen Gesellschaft darauf und die Welt hinter den Kulissen der EU-Politik und der privaten Sicherheitsindustrie". Sie soll 2017 ins Fernsehen kommen, teilte der deutsch-französische Sender mit. "

Binding-Kulturpreis an Frankfurter Schöffling-Verlag

Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert

Der mit 50 000 Euro dotierte Binding-Kulturpreis geht in diesem Jahr an den Frankfurter Verlag Schöffling & Co.. Der Verlag setze seit über 20 Jahren konsequent auf literarische Qualität und Autorenpflege, dazu gehöre an zentraler Stelle die Pflege der zeitgenössischen Dichtung, teilte die Binding-Brauerei am Dienstag mit. Preisübergabe ist am 2. Juli im Kaisersaal des Frankfurter Römers. Seit 1996 würdigt die Binding-Kulturstiftung jedes Jahr Kulturschaffende aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Mit dem Preis werden herausragende Künstler oder kulturelle Einrichtungen ausgezeichnet, deren Wirken über die Region hinaus Aufmerksamkeit und Anerkennung finden.

Birgit Meyer bleibt bis 2020 Opernintendantin in Köln

Das beschloss der Hauptausschuss des Stadtrates einstimmig

Die Stadt Köln hat den Vertrag von Opernintendantin Birgit Meyer verlängert. Er gilt nun bis zum 31. August 2020, teilte ein Sprecher mit. Man will versuchen, "innerhalb der Vertragslaufzeit zwei volle Spielzeiten am Stammsitz der Oper zu realisieren". Die Wiedereröffnung des sanierten Opern- und Schauspielhauses wurde bereits mehrmals verschoben. Derzeit ist die Oper im Kölner Staatenhaus untergebracht.

Berliner Theaterpreis an Shermin Langhoff und Jens Hillje

Jury: Maxim Gorki Theater spiegelt die Vielfalt der Stadtbevölkerung

Shermin Langhoff und Jens Hillje, die Intendanten des Berliner Maxim Gorki Theaters, erhalten den diesjährigen Theaterpreis Berlin. Das Duo habe das Haus seit der Spielzeit 2013/2014 "konsequent und radikal" zu einer Spielstätte gemacht, die die Vielfalt der Stadtbevölkerung spiegele, befand die Jury. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird am 15. Mai im Rahmen des Berliner Theatertreffens verliehen. Er wird von der Stiftung Preußische Seehandlung vergeben. Die 1969 in der Türkei geborene Langhoff entwickelt seit mehr als zehn Jahren ein "postmigrantisches" Theater, das sich dem traditionellen Schubladendenken widersetzt.

Kameramann Douglas Slocombe mit 103 Jahren gestorben

Der Brite drehte die ersten drei "Indiana Jones"-Filme

Der britische Kameramann Douglas Slocombe ist tot. Nach Angaben seiner Familie in London wurde er 103 Jahre alt. 1939 fotographierte er unter dem Schutz der polnischen Truppen Hitlers Einmarsch in das Land, mit dem der 2. Weltkrieg begann. Bis 1945 war er Kriegsberichterstatter. Nach 1945 fing er an als Kameramann zu arbeiten. In den folgenden Jahrzehnten drehte er u.a. mit John Houston, Helmut Käuter, Roman Polanski und Steven Spielberg. Seine letzte Filmarbeit war "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug". Slocombe wurde mit drei British Academy Film Awards ausgezeichnet und war dreimal für eine Oscar nominiert. Er starb an den Folgen eines Treppensturzes.

Alle Regierungschefs der EU sollen "Fuocoammare" sehen

Beim nächsten Gipfel will Italiens Regierungschef DVD's des Berlinale-Siegers überreichen

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi will allen Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union eine Kopie des Dokumentarfilms "Fuocoammare" schenken. Das teilte Renzi auf seiner Website mit. Wer den Film über Flüchtlinge auf Lampedusa gesehen habe, so der 41jährige, werde vielleicht "anders über Migration sprechen". Gianfranco Rosi hatte am Samstag in Berlin den Goldenen Bären gewonnen. Die Dokumentation zeigt das Leben von Migranten und den Alltag der Einwohner auf der italienischen Mittelmeerinsel. Die EU hat einen Sondergipfel über ihre zukünftige Flüchtlingspolitik für Anfang März angekündigt.

Leise Töne bei der zentralen Gedenkfeier in Verdun

Das hat Regisseur Volker Schlöndorff angekündigt, der die Planung leitet

Bei der zentralen Gedenkfeier zum 100. Jahrestag der Schlacht von Verdun setzt Volker Schlöndorff auf leise Töne. "Ohne Pomp, ohne Zeremonie, ohne Militär. Wir wollen das Menschliche haben, die menschliche Dimension", sagte der Regisseur. Nicht "große Gedenkreden", sondern der "Dialog zwischen Politikern und Jugendlichen" soll im Vordergrund stehen. Vor seinem "geistigen Auge" habe er deshalb 4000 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich, die sich über den ganzen Soldatenfriedhof von Verdun verteilen sollen. "Aber wir sind noch ganz am Anfang der Planungen, sagte der 76jährige, der vom französischen Präsidenten Hollande mit dieser Aufgabe betraut wurde.

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Neu im KinoPure Perfektion aus China
Filmszene aus "The Assassin" des chinesisch-taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao-Hsien, der 2015 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Das Foto zeigt die Hauptdarstellerin Shu Qi (picture alliance/dpa/Cannes Film Festival)

Als berauschender Bilderreigen wurde "The Assassin" bereits 2015 in Cannes gefeiert. Jetzt läuft er in Deutschland an, und unser Filmkritiker lobt: Der Film sei reine Schönheit und könne es mit der Wucht eines Shakespeare-Dramas aufnehmen.Mehr

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