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Montag, 30. Mai 2016MESZ12:39 Uhr

Kulturnachrichten

Sonntag, 31. Januar 2016

Musikfestival in Mali zu Ende gegangen

Festival Acoustik Bamako

Trotz des islamistischen Anschlags in einem Hotel in der malischen Hauptstadt im November fand in diesem Jahr das "Festival Acoustik Bamako" in Mali statt. Hochkarätige Künstler wie Damon Albarn, Tony Allen oder die Band Songhoy Blues kamen zu einer Renaissance der Kultur nach Bamako. Das Festival fand unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Laut Festivalleiterin, Fatou Sow, haben die Künstler es akzeptiert - darunter der Brit-Rocker Damon Albarn - gratis zu spielen, um Mali zu unterstützen. Der Kora-Spieler Toumani Diabaté betonte, dass Mali das kulturelle Herz Afrikas sei. Das Akkustik-Festival dauerte vier Tage.

Gemeinsames Gebet an Klagemauer

Kabinettsbeschluss nach jahrelangen Verhandlungen

Männer und Frauen dürfen an einem bestimmten Abschnitt der Klagemauer künftig gemeinsam beten. Das beschloss das israelische Kabinett gegen die Stimmen strenggläubiger Minister. Vorausgegangen waren jahrelange Proteste, Zusammenstöße und Verhandlungen. Ein 900 Quadratmeter großer Bereich im südlichen Abschnitt der Klagemauer soll noch vor dem Sommer fertiggestellt und für das gemeinsame Gebet vor allem der Reformjuden freigegeben werden. Dafür eingesetzt hatten sich in erster Linie die jüdischen Feministinnen "Frauen von der Mauer". Die Klagemauer ist die gut erhaltene westliche Stützmauer des Zweiten Jüdischen Tempels, der unter Herodes dem Großen ausgebaut und im Jahr 70 von den römischen Besatzern zerstört worden war. Sie ist die wichtigste heilige Stätte des Judentums.

Exzellenzinitiative erfolgreich

Positive Bewertung einer Expertenkommission

Die deutschen Universitäten können auf eine Neuauflage der milliardenschweren Exzellenzinitiative zur Förderung der Spitzenforschung hoffen. Eine Expertenkommission wertete das Programm als Erfolg und sprach sich für eine Fortsetzung aus. Allerdings soll die Initiative reformiert werden. Die Stärkung der Spitzenforschung und die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten müssten "noch konsequenter in den Fokus" genommen werden, heißt es in dem Expertenbericht. So solle etwa die Förderung der Graduiertenschulen als eigenständiges Programm nicht weitergeführt werden. Die Exzellenziniative war 2005 von Bund und Ländern beschlossen worden. In einer ersten Förderrunde wurden 1,9 Milliarden Euro vergeben, für die zweite Phase bis 2017 stehen 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern will im April eine neue Vereinbarung beschließen. Darüber müssen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten endgültig entscheiden.

Sklavereidrama gewinnt beim Sundance Film Festival

"The Birth of a Nation" erhält Hauptpreis

Das Sklaverei-Drama "The Birth of a Nation" hat den Hauptpreis beim Sundance Film Festival gewonnen. Das Regiedebüt des schwarzen Schauspielers Nate Parker dreht sich um die wahre Geschichte des Sklaven Nat Turner, der 1831 in Virginia einen Sklaven-Aufstand anführte. Das bewegende Drama gewann auch den Zuschauerpreis. Die Auszeichnung für die beste Dokumentation ging an "Weiner" über den US-Skandalpolitiker Anthony Weiner, der 2011 nach einem Sexskandal als Kongressabgeordneter zurückgetreten war. Die Preisträger wurden im Wintersportort Park City im US-Staat Utah bekanntgegeben. 1981 hatte Hollywood-Star Robert Redford das inzwischen größte US-Festival der Independent-Szene ins Leben gerufen. In diesem Jahr wurden 123 Spielfilme und Dokumentationen sowie Kurzfilme aus 37 Ländern gezeigt. Sie wurden aus über 12 000 Einsendungen ausgesucht.

Screen Actors Guild Awards in LA vergeben

Preise für DiCaprio, Elba und "Spotlight"

Knapp vier Wochen vor der Oscar-Verleihung sind in Los Angeles mit den Screen Actors Guild Awards weitere bedeutende Filmpreise vergeben worden. Leonardo DiCaprio erhielt die Trophäe als bester Schauspieler für seine Hauptrolle in dem Film „The Revenant - Der Rückkehrer". Zur besten Schauspielerin wurde Brie Larson für ihre Rolle in dem Streifen „Room" gekürt. Beide gelten auch als Favoriten für einen Oscar. Die Preise für die besten Nebendarsteller erhielten Idris Elba („Beasts of No Nation) und Alicia Vikander („The Danish Girl"). Für die beste Besetzung wurde der Film „Spotlight" ausgezeichnet, für das beste Stunt-Team „Mad Max: Fury Road. Als beste Besetzung in einer Drama-Serie wurde zum bereits dritten Mal das Ensemble von "Downton Abbey" geehrt. Während die Oscars wegen mangelnder Vielfalt in der Kritik stehen, zählen bei den SAG Awards eine Reihe afroamerikanischer Schauspieler zu den Preisträgern. So wurden unter anderem Queen Latifah, Uzo Aduba und Viola Davis für ihre darstellerischen Leistungen geehrt.

Entscheidungen für Stuttgarter Opernsanierung

Opernintendant erwartet Weichenstellung

Der Stuttgarter Opernintendant Jossi Wieler erwartet noch vor der baden-württembergischen Landtagswahl eine Weichenstellung für die Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Theaterbaus. Die Entscheidungen zur Sanierung könnten in der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats Mitte Februar fallen, sagte Wieler. "Im Moment stehen circa 342 Millionen Euro Kosten im Raum - inklusive eines Ausweichquartiers", so Wieler weiter. Experten gingen von einer siebenjährigen Sanierungszeit aus. Abgeschlossen sein werde die Sanierung wohl in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre. Wieler sieht die Kulturpolitik im Land angesichts der Landtagswahl am 13. März vor großen Herausforderungen- nicht nur wegen der Flüchtlingskrise. Und er warnt vor Abstrichen. Die Stuttgarter Oper ist mehrfach zum Opernhaus des Jahres gekürt worden.

Pamuk kritisiert EU-Rücksichtnahme auf Türkei

EU ignoriere Beschneidung der Freiheitsrechte

Der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk hat der Europäischen Union vorgeworfen, wegen der Zusammenarbeit mit der Türkei in der Flüchtlingsfrage die Beschneidung der Freiheitsrechte zu ignorieren. "Sie haben alle Werte vergessen", sagte Pamuk der Zeitung "Hürriyet". Die EU wolle lediglich, dass die Türkei den Flüchtlingsstrom eindämme und am Kampf gegen den Islamischen Staat teilnehme, kritisierte Pamuk. Im Gegenzug sehe die EU über Menschenrechtsverletzungen und die Verhaftung von Journalisten hinweg. Die EU hatte sich mit der türkischen Regieurng auf einen Aktionsplan geeinigt, der Ankara dazu verpflichtet, mehr zur Verringerung der Flüchtlingszahlen in Europa zu tun. Im Gegenzug soll die Türkei Milliardenhilfen erhalten und auch mit Fortschritten im EU-Beitrittsprozess belohnt werden. Pamuk ist ein Befürworter des türkischen Europastrebens und wirbt für eine Stärkung der Meinungsfreiheit in seinem Land.

Archiv des Freien Theaters gegründet

Forschungsprojekt als Grundstein

Mit einer bundesweiten Studie wollen Wissenschaftler aus Hildesheim und Berlin den Grundstein für ein Archiv des Freien Theaters legen. Seit Oktober 2015 sammeln die Forscher Informationen über vorhandene Bestände - von Videomitschnitten über Akten und Programmhefte bis zu Requisiten. Die Spuren des Freien Theaters befinden sich verstreut in verschiedenen Institutionen und privaten Sammlungen. Das Archiv könne historische Materialien bewahren und verfügbar machen sowie eine Grundlage für weitere künstlerische Arbeiten bilden, heißt es von den Wissenschaftlern. Das Forschungsprojekt "Performing the Archive - Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters" wird von einem Arbeitskreis getragen, in dem unter anderem der Bundesverband Freie Darstellende Künste, das Internationale Theaterinstitut Deutschland (ITI Germany) und das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim zusammenwirken.

Gestohlener Picasso in Istanbul aufgetaucht

Das Bild war in New York gestohlen worden

Nach mehrwöchigen Ermittlungen hat die türkische Polizei ein in New York gestohlenes Picasso-Bild sichergestellt. Das berichteten türkische Medien unter Berufung auf Polizeikreise. Die Ermittler gaben sich über Wochen als Kunstfreunde aus, die am Kauf des Gemäldes interessiert seien. Zunächst trafen sich die Undercover-Polizisten mit den beiden mutmaßlichen Hehlern in einem Hotel und an einem Yachthafen. Dabei boten sie 7 Millionen Dollar (etwa 6,5 Millionen Euro). Beim dritten Treffen in einem Istanbuler Café kam es dann zur Festnahme der Männer und zur Beschlagnahme des Bildes. Das 1940 entstandene Öl-Gemälde "Femme se coiffant" zeigt Picassos Muse Dora Maar. Den Medienberichten zufolge war es einer New Yorker Kunstsammlerin gestohlen worden.

Gurlitt-Sammlung nicht bei Documenta

Sensibler Umgang mit Nachlasswerken

Kunstwerke aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt werden nicht bei der nächsten Weltkunstausstellung Documenta zu sehen sein. Es sei undenkbar, diese bei einem Kunst-Event zu zeigen, sagte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Grütters und bestätigte damit einen Bericht des Deutschlandfunks. Man müsse sensibel mit der Sammlung umgehen. Von der Documenta-Leitung gab es zunächst keine Stellungnahme. Als einen Grund für die Absage nannte Grütters das noch laufende Erbstreitverfahren um die Sammlung. Außerdem müsse die Herkunft der Werke noch genau erforscht werden. Das geschehe in Absprache mit dem Kunstmuseum Bern, das von Gurlitt als Erbe bestimmt worden ist und das parallel zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle Werke zeigen werde. Der Kunsthändlersohn Gurlitt hatte über Jahre hinweg eine teils hochkarätige Kunstsammlung gehortet. Die Bilder stammten von seinem Vater, der einer der wichtigsten Kunsthändler der Nazis war.

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