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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 29.03.2016

Musiker erleidet HirnschlagTrauer um Jazz-Sänger Roger Cicero

Roger Cicero (Alexander Heil)
Roger Cicero (Alexander Heil)

Gemeinsam trauert die deutsche Musikwelt um Roger Cicero - und ist sich über dessen Verdienste für den deutschen Jazz einig. Cicero war bereits vergangenen Donnerstag im Alter von 45 Jahren an einem Hirnschlag gestorben, wie sein Management heute bekannt gab.

"Ich weiß, dass mein Leben nicht aufhört, wenn dieser Erfolg irgendwann 'mal abbricht", hat Roger Cicero in einem seiner Gespräche mit Deutschlandradio Kultur gesagt. Abgebrochen ist der Erfolg des Musiker wahrlich nicht - im Gegenteil: Zeugten doch eine ganze Reihe von Fernseh-Auftritten in den letzten Wochen von der Beliebtheit des Jazz-Sängers. "Es war mal wieder herrlich. Ist mittlerweile wie nach Hause kommen...", schrieb Cicero am 15. März auf seiner facebook-Seite nach seinem Besuch im ZDF-Morgenmagazin. 

Wie sein Management nun am Dienstag mitteilte, starb Cicero am vergangenen Donnerstag in einem Krankenhaus, nachdem er zuvor einen Hirninfarkt erlitten hatte. "Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarktes auf", berichtete das Management weiter. Ciceros Gesundheitszustand habe im im Krankenhaus rapide verschlechtert. Cicero starb "im Kreise seiner Lieben, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben", tielt das Management mit.

"Cicero hatte keine Angst vor der Jazzpolizei, er hat gesagt, ich mache jetzt mal Swing mit deutschen und erwachsenen Texten, was gut funktioniert hat", sagte Jazzkantine-Gründer Christian Eitner im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Cicero sei ein toller Musiker gewesen, "der vielen Leuten viel Freude gemacht hat und der dem deutschen Jazz ordentlich in den Hintern getreten hat", so Eitner weiter. Auch der Musik-Kritiker Matthias Wegner würdigte bei Deutschlandradio Kultur Roger Cicero

"Cicero war ein Jazzgetriebener", schreibt taz-Redakteur Jan Feddersen in seinem Nachruf auf den 1970 im damaligen Westberlin geborenen Musiker. "Cicero wollte vor allem imm er dies: Musik machen. Spielen. Singen. Auf der Bühne stehen. Chill-outs? Wollte er nicht", schreibt Feddersen weiter.

Wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung hatte Cicero vergangenen November alle Termine bis Ende 2015 abgesagt.

Cicero war in Deutschland vor allem als Swing-Musiker bekannt und erfolgreich geworden. 2006 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum "Männersachen", das sich gut verkaufte. 2007 vertrat er Deutschland beim Eurovision Song-Contest. Mit dem Song "Frauen regier'n die Welt" erreichte Cicero in Helsinki Platz 19. 

In diesem Jahr ist Cicero gleich zwei Mal für den Musikpreis Echo nominiert, der im April vergeben wird  - für das Projekt "Cicero Sings Sinatra" und "The Roger Cicero Jazz Experience".

Noch im Dezember vergangenen Jahres sprach er im Deutschlandradio Kultur über seine Liebe zur Musik von Frank Sinatra.

Studio 9

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