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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.10.2014

Moskauer Filmmuseum Dem "Mekka für Filmemacher" droht Abwicklung

Die Filmkritikerin Katja Nicodemus über ein mögliches Ende des Museums

Moderation: Britta Bürger

Film, Filmrolle, Kino, Filmprojektor, Zelluloid (dpa / picture alliance )
Wim Wenders, Jim Jarmusch, Volker Schlöndorff - sie alle schon waren im Museum. (dpa / picture alliance )

Die 21 Mitarbeiter des Staatlichen Zentralen Kinomuseums in Moskau haben geschlossen gekündigt. Sie haben der seit drei Monaten amtierenden Direktorin L.O. Solonizina ihr Misstrauen ausgesprochen. Die Filmkritikerin Katja Nicodemus befürchtet, dass das Museum nun abgewickelt werden könne.

Der gesamte wissenschaftliche Stab des Museums wirft der - von Kulturminister Medinskij berufenen - Chefin komplette Inkompetenz vor. Außerdem werden ihr autoritärer Führungsstil und ihre drastischen disziplinarischen Maßnahmen kritisiert.

Die Filmkritikerin Katja Nicodemus hat sich in diesem Sommer in Moskau intensiv mit der Arbeit des Filmmuseums beschäftigt. Das Filmmuseum bestehe eigentlich aus zwei Teilen, so Nicodemus, der eine Teil befinde sich im Westen von Moskau, dort sei das Archiv von Sergei Eisenstein beheimatet. Das eigentliche Museum würde sich in der ehemaligen Wohnung Eisensteins befinden.

Eine heimliche Abwicklung?

"Dort sind dann nochmal 150.000 Objekte aus der russischen und post-sowjetischen Zeit, - also man muss sagen Drehbücher, Objekte, Filmkopien, Dokumente, also ein riesiges Archiv." Das Museum sei ein Mekka für Filmemacher, im Gästebuch hätten Wim Wenders, Jim Jarmusch, Volker Schlöndorff oder auch Edith Clever unterzeichnet - "das sei tatsächlich ein Pilgerort", so Nicodemus.

Die amtierende Direktorin Solonizina zeige für diese Schätze des Museums kein Interesse und scheine sich auch allgemein nicht für die Belange des Museums zu interessieren und so fragt sich Katja Nicodemus, ob da nicht vielleicht insgeheim eine Abwicklung gewollt sei.

Kulturpresseschau

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