Seit 15:00 Uhr Nachrichten für Kinder
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 15:00 Uhr Nachrichten für Kinder
 
 

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 19.02.2016

Monika Treut auf der Berlinale"Ich wurde schon mit drei Jahren zur Feministin"

Monika Treut im Gespräch mit Britta Bürger

Filmproduzentin und Regsseurin Monika Treut bei der Berlinale 2016 (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)
Die Regisseurin und Produzentin Monika Treut gilt als Vorreiterin des "New Queer Cinema" (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)

In ihrer 35-jährigen Karriere im Filmgeschäft hat sich Regisseurin und Produzentin Monika Treut vor allem mit Frauen beschäftigt. So auch in ihrem Film "Zona Norte", der auf der Berlinale zu sehen ist und eine brasilianische Aktivistin sowie ihre Arbeit mit Straßenkindern in Rio porträtiert.

Zu Treuts Interesse am Thema Frauen haben auch tragische familiäre Verhältnisse beigetragen - sie war das erste Kind, das ihre Mutter zur Welt bringen durfte, drei vorherige Schwangerschaften musste sie auf Drängen des Vaters abbrechen. In ihren Filmen versucht Treut vor allem, unkonventionelle Frauenbilder zu präsentieren. Für Dreharbeiten ist sie oft ins Ausland gereist und sagt etwa über Taiwan: "Das Land ist mit Blick auf die Frauenemanzipation Deutschland weit voraus."

Durch diese Situation ihrer Mutter habe sie schon sehr früh ein Bewusstsein für die Schwierigkeiten von Frauen, ihre Rechte durchzusetzen, entwickelt: "Ich wurde schon mit drei Jahren zur Feministin", sagt Treut im Deutschlandradio Kultur.

Filme um Identität und Befreiung

Monika Treut gilt nicht nur als Avantgardistin des New Queer Cinema, sie ist auch das Paradebeispiel einer erfolgreichen Quereinsteigerin und Do-it-yourself-Künstlerin: Seit über 30 Jahren dreht die promovierte Literaturwissenschaftlerin Filme – gleichzeitig in der Rolle der Autorin, Regisseurin und Produzentin. Während viele von Monika Treuts früheren Filme um sexuelle Identität und individuelle Befreiung kreisen, widmet sich die heute 61-Jährige seit einiger Zeit vermehrt sozialkritische Stoffe aus der ganzen Welt.

Sie hat in den USA und Taiwan gedreht, auf der Berlinale läuft gerade ihre Dokumentation "Zona Norte" über eine brasilianische Sozialarbeiterin. Doch auch in Deutschland zeigt die Filmemacherin weiter ihren kritischen Blick. In der Initiative "Pro Quote Regie" setzt sie sich dafür ein, den Einfluss von Frauen in der deutschen Filmlandschaft zu stärken.

 

Was kann die deutsche Filmindustrie von Hyänen lernen? Wieso werden ihre Filme immer sozialkritischer? Was fasziniert sie an Taiwan? Und wieso ist sie froh, eine Mädchenschule besucht zu haben? Darüber spricht Britta Bürger mit Monika Treut bei "Im Gespräch" am 19. Februar ab 9:07 Uhr.

Mehr zum Thema

Senta Berger bei der Berlinale - Warum haben Sie nicht mit Tom Hanks gespielt?
(Deutschlandradio Kultur, Im Gespräch, 18.02.2016)

Berlinale: Julianne Moore - "Nicht jeder ist Superman oder Superwoman"
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 17.02.2016)

Berlinale: "Genius" und "Soy Nero" - Unmögliche Frauenrollen und amateurhafte Kampfszenen
(Deutschlandradio Kultur, Frühkritik, 17.02.2016)

Im Gespräch

Wibke BruhnsDie erste Nachrichtenfrau Westdeutschlands
Wibke Bruhns  (picture alliance/dpa/Foto: Britta Pedersen)

"Auf meinem Grabstein wird wohl stehen: Hier ruht die erste Nachrichtensprecherin Deutschlands und die Geliebte Willy Brandts." Das sagt Wibke Bruhns, die am 12. Mai 1971 als erste Frau im westdeutschen Fernsehen die Nachrichten präsentiert hat. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur