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Deutschlandrundfahrt | Beitrag vom 21.02.2016

Mit Gehstock und ZylinderDie letzten Stockmacher zwischen Thüringen und Hessen

Von Florian Felix Weyh

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Dieses Ortsschild schnitzten die Stockmacher aus Lindewerra. Das Handwerk der Stockherstellung hat in dem kleinen Dorf eine 160jährige Tradition. Seit 1830 werden hier Wander-,Spazier-,Kranken- und Jagdstöcke hergestellt. (picture alliance / dpa / Heinz Hirndorf)
Dieses Ortsschild schnitzten die Stockmacher aus Lindewerra. (picture alliance / dpa / Heinz Hirndorf)

Unsere Urgroßeltern wussten: Nur ein Stock verankert uns sicher mit dem Boden. Und große Denker wie Thomas Hobbes oder Martin Heidegger gingen nie ohne ihren Stock aus. Heute spielt der Stock nur noch in einer Region Deutschlands eine Rolle. Wir gehen auf Spurensuche.

Thomas Hobbes hatte seinen Stock dabei, weil sich im Knauf ein Tintenfass und eine Feder befanden, mit denen er seine Gedanken notieren konnte. Für Martin Heidegger war sein knotiger Wanderstock die Verbindung zur Heimat, dem Schwarzwald.

Heute ist der Gehstock aus dem Alltag fast verschwunden. Nur in einer Region Deutschlands spielt er noch eine große Rolle: auf beiden Seiten des ehemaligen deutsch-deutschen Grenzflusses Werra, zwischen Thüringen und Hessen. Eine hügelige Landschaft, die über Jahrhunderte durch ihren Wald das Holz für die Gehstöcke lieferte.

1830 brachte Wilhelm Ludwig Wagner das Stockmachergewerbe nach Lindewerra. Bald wurde es als "Stockmacherdorf" bekannt. Stöcke von dort wurden weltweit gehandelt. (Deutschlandradio Kultur / Florian Felix Weyh)Das alte Stockmacherdorf Lindewerra in Thüringen (Deutschlandradio Kultur / Florian Felix Weyh)

Das kann man heute im thüringischen Lindewerra sehen, wo ein Stockmuseum residiert, während im hessischen Oberrieden - auf der Flussseite gegenüber - eine Dependance der letzten Stockmacherfabriken der Welt steht, deren Hauptsitz aber wiederum auf thüringischem Boden in Wahlhausen liegt.

Die "Deutschlandrundfahrt" auf der Spur der letzten Stockmacher zeigt, warum der schöne Alltagsgegenstand aus dem Werra-Meißner-Kreis trotz Rollatoren und Nordic-Walking-Metallstöcken eine Zukunft haben könnte: als elegantes Modeaccessoire, das die Natur und die Bewegung in ihr miteinander verbindet.

Ein sogenannter Pilzsammlerstock oder Korbstock. Bis heute werden solche Stöcke vor allem in England genutzt, um Pilze zu sammeln. (Deutschlandradio Kultur / Florian Felix Weyh)Ein sogenannter Pilzsammlerstock oder Korbstock (Deutschlandradio Kultur / Florian Felix Weyh)

 

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