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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 25.07.2012

"Miss Kicki"

Preisgekrönter Debütfilm von Hakon Liu

Von Patrick Wellinski

Pernilla August beweist als Kicki Mut zur Hässlichkeit und zum Exzess
Pernilla August beweist als Kicki Mut zur Hässlichkeit und zum Exzess (picture alliance / dpa / barnsteiner-film)

Eine Endvierzigerin auf der verzweifelten Suche nach dem Glück reist wegen einer Internet-Bekanntschaft mit ihrem 17-jährigen Sohn nach Taiwan. "Miss Kicki" schafft die Balance zwischen tiefem Gefühl und Kitsch – ein gelungenes Debüt des norwegischen Regisseurs Hakon Liu.

Miss Kicki (Pernilla August) ist über 40 und ein Wrack. Sie haust in einem heruntergekommen Appartement, kippt sich den Wein ungeniert aus einem 5-Liter-Kanister ins Glas und sucht im Internet nach der großen Liebe. Als sie meint, diese in einem taiwanesischen Geschäftsmann gefunden zu haben, reist sie mit ihrem Teenager-Sohn Viktor, den sie bei ihrer Großmutter aufwachsen lässt, nach Taipei. Vor Ort verlieren sich die beiden aus den Augen. Während Miss Kicki immer noch meint die große Liebe zu finden, verliebt sich Viktor in einen jungen Taiwanesen.

Der Norweger Hakon Liu erzählt die Geschichte einer verlorenen Frau, die bisher immer nur auf der Jagd nach dem Glück war, es aber nie fand, in träumerisch-verblichenen Bildern. Der Film balanciert zwischen emotionaler Tiefe und Kitsch, aber diese Balance tut der Erzählung sehr gut. Dass man einer Figur wie Miss Kicki sein Vertrauen und seine Zuneigung schenkt, liegt an der großartigen Leistung von Pernilla August. Sie beweist Mut zur Hässlichkeit und zum Exzess, ohne jemals plumpe Klischees zu bedienen.

Auch wenn im letzten Drittel der schöne Rhythmus des Scheiterns und Driftens zugunsten einer klapprigen Entführungsgeschichte geopfert wird, ist "Miss Kicki" ein gutes Debüt eines vielversprechenden Filmemachers. Bereits 2009 hat dies in Mannheim eine Jury erkannt und "Miss Kicki" daraufhin den Rainer Werner Fassbinder Preis zu erkannt. Mit folgender Begründung:

"Hier wird auf immer wieder überraschende Weise vorgeführt, dass das Kino nicht viele Worte machen muss, um das Unausgesprochene und Unsagbare in menschlichen Beziehungen auszusprechen."

Warum es dennoch drei Jahre benötigte bis dieser Film nun endlich in die Kinos kommt, wissen nur die deutschen Verleiher.

Schweden, Taiwan 2009, Regie: Hakon Liu, Darsteller: Pernilla August, Ludwig Palmell, He Huang, Britta Andersson, Eric Tsang, Chen-Nan Tsai, Ken Lin, Kai-lin Wu, Chao-wei Wang, Hsin-yao Kuo, ab 12 Jahren, 88 Minuten

Linktipp:
"Miss Kicki" - Filminfo des deutschen Verleihs

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Externe Links:

"Miss Kicki" - Filminfo des deutschen Verleihs