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Kulturnachrichten

Montag, 9. November 2015

Künstler zündet Tür des russischen Geheimdienstes an

Der inzwischen Festgenomme will damit gegen den "Terror" der Sicherheitsbehörden protestieren

Der russische Performance-Künstler Pjotr Pawlenski hat aus Protest gegen den "endlosen Terror" der Sicherheitsbehörden ein Feuer an der Zentrale des Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau gelegt. Er begoss in der vergangenen Nacht die Tür des Gebäudes am Lubjanka-Platz mit Benzin, zündete sie an und wurde festgenommen, wie russische Medien berichteten. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Vandalismus eingeleitet. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Scharfe Kritik an Pawlenskis Aktion äußerten russische Menschenrechtler. "Man muss mit Worten handeln, nicht mit Gewalt", sagte Ljudmilla Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe. Pawlenski ist für spektakuläre Protestaktionen bekannt: Großes Aufsehen erregte der 31-Jährige 2013, als er aus Protest gegen korrupte Polizisten seinen Hodensack am Kopfsteinpflaster des berühmten Roten Platzes festnagelte. In St. Petersburg wickelte er sich einmal nackt in Stacheldraht ein, um gegen Repressionen zu protestieren. Zur Unterstützung der kremlkritischen Punkband Pussy Riot nähte er sich bei einer anderen Aktion den Mund zu. Der Inlandsgeheimdienst FSB ist Nachfolger des gefürchteten sowjetischen Geheimdienstes KGB. Unter Diktator Josef Stalin wurden in den 1930er Jahren politische Gefangene am Lubjanka-Platz gefoltert und hingerichtet.

Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld warnt vor "Pegida"

Auch Hitler habe anfangs nur "wenig Leute" gehabt

Die Publizistin und Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld hat eindringlich vor "Pegida" und anderen rechten Gruppierungen in Deutschland gewarnt. Im Deutschlandradio Kultur sagte Klarsfeld, auch Hitler habe anfangs nur "wenig Leute" gehabt. Und auch heute noch würden bei Krisen in einem Land die Rechten oder die Linken stark. "Dagegen muss man hart ankämpfen", sagte Klarsfeld. Dieser Kampf müsse von den etablierten Parteien geführt werden. Klarsfeld hatte unter anderem den ehemaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen dessen NS-Vergangenheit geohrfeigt. Heute sei anerkannt, "dass wir Recht hatten" und dass ihre Arbeit richtig gewesen sei, sagte sie.

Graz erhält Holocaust-Zentrum

Landesweit ist es die erste derartige Einrichtung

In Graz ist heute ein Holocaust-Gedenkzentrum eröffnet worden. Das "Haus der Namen" im Untergeschoss der dortigen Synagoge erinnert an die Millionen Opfer der Schoah und schildert in einer pädagogischen Dauerausstellung die nationalsozialistische Judenverfolgung. Nach Angaben der österreichischen Presseagentur Kathpress handelt es sich um die landesweit erste derartige Einrichtung. Die Einweihung des Holocaust-Zentrums erfolgte genau 77 Jahre nach der Zerstörung der Grazer Synagoge in der Pogromnacht am 9. November 1938. Das 1892 errichtete Bethaus gehörte damals zu einer jüdischen Gemeinde mit rund 2.500 Mitgliedern. Nach dem Brand im Zuge der von den Nazis gesteuerten Pogromen wurde das Areal eingeebnet, um die Erinnerung an die Synagoge auszulöschen. 1940 erklärte sich Graz als erste Landeshauptstadt in Österreich als "judenrein". Bis 1998 befand sich an der Stelle der zerstörten Synagoge nur eine Rasenfläche mit einem Gedenkstein. Die neue Synagoge besteht seit dem Jahr 2000.

Schaubühne wehrt sich gegen Gewaltaufruf-Vorwürfe

Das Berliner Theater sieht sich der Verleumdung ausgesetzt

Die Berliner Schaubühne wehrt sich gegen Vorwürfe, ihre Anti-AfD- und Anti-Rechtspopulismus-Collage "Fear" rufe zu Gewalt auf. "In einigen Medien wird das Stück inzwischen in Zusammenhang gebracht mit zwei Auto-Brandanschlägen gegen die AfD-Vizevorsitzende Beatrix von Storch und Hedwig Freifrau von Beverfoerde, Organisatorin der "Demo für alle"", hieß es in einer Stellungnahme. "Hierzu möchten wir feststellen: Es wird im Stück an keiner Stelle zu Gewalt gegen Sachen oder Personen aufgerufen." Das Theater und Autor Falk Richter verurteilten die Anschläge, denen rechtsstaatlich nachgegangen werden müsse. Der Zusammenhang zwischen den Straftaten und der Inszenierung werde "bewusst konstruiert, um die Schaubühne als Theater und Falk Richter als Autor und Regisseur zu verleumden", teilte das Theater mit. So solle Druck gemacht werden, um das Theaterstück abzusetzen. Das Stück werde aber, wie geplant, im Januar erneut auf dem Spielplan stehen. Seit seiner Premiere am 25. Oktober hat das satirische Stück schon für einigen Wirbel gesorgt. Am Dienstag vergangener Woche war es zu einem Eklat gekommen, nachdem der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Christian Lüth, ohne Erlaubnis in einer Aufführung filmte und ein Schauspieler ihm mit Rausschmiss drohte. Die Schaubühne berichtete heute auch von vielen Zuschriften, Anrufen, Graffiti vor dem Eingang sowie Morddrohungen.

Text des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt sorgt weiter für Empörung

Migrantenorganisationen fordern Rücktritt der Autoren

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zeigte sich bestürzt über den rassistischen Text, in dem der Vorsitzende des Verbands und seine Mitautorin vor einer "Immigranteninvasion" und "vor sexueller Belästigung durch junge muslimische Männer" warnen. Das Kultusministerium bestellte Jürgen Mannke und Iris Seltmann-Kuke zum Rapport. Das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen in Halle fordert den Rücktritt der Autoren. Sie seien kein Vorbild für Lehrer und Schüler mehr und müssten diesen Schritt anbieten, sagte der Geschäftsführer des Netzwerks Mamad Mohamad. Die Autoren des rassistischen Textes entschuldigen sich inzwischen auf der Website des Verbands, die Wortwahl ihres Textes sei „unglücklich und missverständlich gewesen.

Kosovo verliert Abstimmung über Unesco-Mitgliedschaft

Votum ist ein Sieg für Serbien und Russland

Das Kosovo hat eine Mitgliedschaft in der UN-Kulturorganisation Unesco knapp verfehlt. Bei einer Abstimmung verpasste es die nötige Mehrheit von zwei Drittel der abgegebenen Stimmen, um als Mitglied aufgenommen zu werden. Das Votum ist ein Sieg für Serbien und Russland, die gegen eine größere Rolle des Kosovos bei den Vereinten Nationen sind. Es gab 92 Stimmen für und 50 Stimmen gegen eine Unesco-Mitgliedschaft des Kosovos. Zudem gab es ein paar Dutzend Enthaltungen. Seit das Kosovo 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, wurde es von 111 Ländern anerkannt. Serbien weigert sich aber, die Sezession zu akzeptieren. Das Kosovo hatte versprochen, im Fall einer Unesco-Mitgliedschaft das kulturelle Erbe der Serben zu schützen. Serbien warnte, eine Aufnahme des Kosovos in die Kulturorganisation würde Spannungen schüren und einem von den UN vermittelten Dialog schaden.

Österreichischer Maler Ernst Fuchs gestorben

Er war der Mitbegründer des "Phantastischen Realismus"

Der österreichische Maler Ernst Fuchs ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das bestätigte die Direktorin des Ernst-Fuchs-Museums, Cornelia Mensdorff-Pouilly, der Deutschen Presse-Agentur. Fuchs, der schon früh als zeichnerisches Wunderkind galt, war Mitbegründer der Wiener Schule des "Phantastischen Realismus". Seine Markenzeichen waren eine selbstentworfene Brokatkappe und ein rötlich schimmernder Bart.

Platon ist Woody Allens Lieblingsphilosoph

Er verehre ihn sehr und lese ihn "mit großem Vergnügen"

Woody Allen (79), Schauspieler, Regisseur und Musiker, hat ein Faible für große Denker. Platon sei sein Lieblingsphilosoph, sagte der Filmemacher dem Magazin "Focus". Er verehre ihn sehr und lese "mit großem Vergnügen" in seinen Büchern. Der Grieche Platon (427 bis 347 vor Christus) war ein Schüler des Sokrates und gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten der Antike. "Brillant und vor allem auch sehr humorvoll und dabei verständlich und nicht abgehoben" sei auch Bertrand Russell, sagte Allen. Der britische Mathematiker, Logiker und Philosoph starb 1970 im Alter von 97 Jahren. "Meine erste Frau studierte ja Philosophie, und da habe ich viel mitbekommen", sagte Allen. "Nietzsche, Kierkegaard und die französischen Existenzialisten werfen einen sehr interessanten Blick auf das Leben, auch wenn sie für meine Begriffe nicht immer recht haben. Aber sie waren sehr stimulierend und melodramatisch, es hat viel Spaß gemacht, sie zu lesen." Allens neuer Film "Irrational Man" dreht sich um einen Philosophie-Professor. Deutscher Kinostart ist am kommenden Donnerstag.

Knapp 1,7 Millionen sehen neuen Bond-Film

An "Skyfall" kommt "Spectre" nicht heran

Der neue James-Bond-Film "Spectre" hat sich erwartungsgemäß an die Spitze der offiziellen deutschen Kinocharts katapultiert. Rund 1,68 Millionen Zuschauer sahen Agent 007 (Daniel Craig) im Kampf gegen eine fast allwissende Terrororganisation, gesteuert von seinem Widersacher Franz Oberhauser (verkörpert von Christoph Waltz). Noch besser war allerdings vor drei Jahren der Bond-Vorgängerfilm "Skyfall" gestartet: Er kam am ersten Wochenende in Deutschland auf 1,9 Millionen Zuschauer. Auch in Nordamerika räumte "Spectre" ab. Der Agententhriller spielte nach ersten Schätzungen an seinem Premierenwochenende in den USA und Kanada 73 Millionen Dollar (68 Millionen Euro) ein. Allerdings konnte "Spectre" auch dort nicht mit seinem Vorgängerfilm mithalten. Der war 2012 in Nordamerika mit gut 88 Millionen Dollar an den Start gegangen.

510 000 bei Nachlass-Auktion von Pierre Brice

Besonders gefragt waren die Indianer-Stücke

Die Versteigerung des Nachlasses von Winnetou-Darsteller Pierre Brice hat am Wochenende ein unerwartet großes Interesse gefunden. Höhepunkt war der Bieterstreit um die legendäre Silberbüchse, die für 65 000 Euro ersteigert wurden. Bei der Nachlass-Auktion in Mühlenbeck bei Berlin erwarb ein privater Sammler in einem spannenden Bieterwettbewerb das berühmte Gewehr. Insgesamt standen bei der Auktion am Samstag und Sonntag mehr als 1500 Erinnerungsstücke aus dem Leben des französischen Schauspielers zum Verkauf. Das Interesse vor allem bei den Internetbietern war riesig. Rund 20 000 hatten sich zu der Versteigerung angemeldet, gestern brach vor dem Aufruf der Silberbüchse für längere Zeit der Rechner zusammen.

Michael Haneke erhält Kinopreis "Metropolis"

Oliver Hirschbiegel bekommt Kinopreis für seinen Film "Elser"

Oscar-Preisträger Michael Haneke ("Das weiße Band") ist mit dem Deutschen Regiepreis "Metropolis" ausgezeichnet worden. Der 73-Jährige nahm den Preis gestern abend bei einer Gala in der Hochschule für Fernsehen und Film in München entgegen. Mit der Auszeichnung würdigte der Bundesverband der Film- und Fernsehregie Hanekes Lebenswerk. Er gehöre international zu den renommiertesten deutschsprachigen Regisseuren der Gegenwart und binde in seinen Filmen wie kaum ein anderer den Zuschauer mit ein, begründete die Jury ihre Entscheidung. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Die Auszeichnung für die beste Kinofilm-Regie ging in diesem Jahr an den Hamburger Oliver Hirschbiegel für seinen Film "Elser" über den gleichnamigen Hitler-Attentäter. Wolfgang Groos gewann den Kinderfilmpreis für "Rico, Oskar und das Herzgebreche". Bester Nachwuchs-Regisseur darf sich der 50-jährige Giulio Ricciarelli nennen: Der Italiener überzeugte mit dem Streifen "Im Labyrinth des Schweigens", für den er 2014 erstmals eine Spielfilmregie übernommen hatte.

Zwei Österreicherinnen gewinnen open mike

Berliner Literatur-Nachwuchswettberwerb ist mit 7500 Euro dotiert

Beim Literatur-Nachwuchswettbewerb open mike in Berlin gingen die Preise für Prosa an zwei Österreicherinnen, an die Drehbuchautorin Jessica Lind für "Mama" und an Lektorin Theresia Töglhofer für "Das pure Leben". Die Auszeichnung für Lyrik erhielt Andra Schwarz aus Leipzig für "Gedichte". Die taz-Publikumsjury kürte den Erlanger Studenten und Herausgeber der Literaturzeitschrift "Seitenstechen", Philip Krömer, für den Text "der eine der andere". Der seit 1993 verliehene open mike gilt als einer der wichtigsten Nachwuchspreise für deutschsprachige Autoren. Er wird von der Literaturwerkstatt Berlin und der Frankfurter Crespo Foundation ausgelobt und ist mit insgesamt 7500 Euro dotiert.

Serbischer Journalist klagt Zensur an

Medienunternehmer Rodic: Regierung setzt Presse unter Druck

Einer der prominentesten Journalisten und Medienunternehmer Serbiens, Aleksandar Rodic, hat die Regierung der massiven Zensur bezichtigt und will sich dem Druck nicht mehr beugen. "Ich sage die Wahrheit: Die Medien in Serbien sind nicht frei und unterliegen großem Druck", schrieb der Besitzer der Zeitung "Kurir" in seinem Blatt. Die Regierung bedrohe die Journalisten und deren Familien, damit sie jede Kritik an Ministerpräsident Aleksandar Vucic verhinderten, heißt es in der über drei Zeitungsseiten reichenden Anklage. 80 Prozent der Medien seien angepasst und "verschönern die Realität". Er und seine Zeitung, eines der auflagenstärksten Blätter in diesem Balkanstaat, seien bisher auch ein Teil dieses Systems gewesen, räumte Rodic ein. Er forderte alle Medien auf, "sich von der Angst zu befreien, denn nur so können wir Journalisten werden. Dort, wo die Angst aufhört, fängt der Journalismus an."

Gabriele Goettle mit Roswitha-Preis ausgezeichnet

Der älteste deutsche Literaturpreis für Schriftstellerin wurde ihr gestern überreicht

Gabriele Goettle hat den Roswitha-Preis 2015 der niedersächsischen Stadt Bad Gandersheim erhalten. Die Berliner Journalistin und Autorin nahm den ältesten deutschen Literaturpreis für Schriftstellerinnen gestern während einer Feier in der historischen Stiftskirche von Bad Gandersheim entgegen. Goettle sei «eine der wichtigsten literarischen Stimmen unserer Zeit», heißt es in der Würdigung der Jury. Die Autorin stehe für die in Deutschland lange nicht hinreichend gewürdigte Gattung der literarischen Reportage.Die 1946 in Aschaffenburg geborene Preisträgerin studierte Bildhauerei, Literaturwissenschaft, Religions- und Kunstgeschichte. Seit den 80er Jahren wurde sie besonders durch ihre Reportagen in großen Zeitungen und Zeitschriften über den Alltag in Deutschland bekannt.Der Preis, der mit 5500 Euro dotiert ist, erinnert an die erste deutsche Schriftstellerin Roswitha von Gandersheim. Sie hatte im 10. Jahrhundert im Stift Gandersheim Legenden, Dramen und historische Gedichte geschrieben.

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Fazit

Weltpremiere von "Harry Potter 8"Magie ohne Ende
Das Londoner Palace Theatre wirbt für die Aufführung "Harry Potter und das verschwundene Kind", die am 7. Juni 2016 Premiere feiert. (DANIEL LEAL-OLIVAS / AFP)

Die Abenteuer von Harry Potter gehen weiter. Die Erwartungen waren hoch. Die Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling hat etwas Neues geschaffen: ein Theaterstück, das im Palace Theater in London Premiere gefeiert hat - mit viel Magie. Unser Kritiker hat es gesehen.Mehr

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