Seit 17:30 Uhr Nachspiel
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 17:30 Uhr Nachspiel
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 05.09.2005

Milliardenloch Berliner Stadtschloss

Kritik an der Machbarkeitsstudie zum Wiederaufbau

Die Fassade des Stadtschlosses in Berlin im Jahr 1950 (AP Archiv)
Die Fassade des Stadtschlosses in Berlin im Jahr 1950 (AP Archiv)

Die von Bundesbauminister Manfred Stolpe vorgestellte Machbarkeitsstudie zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist in die Kritik geraten. Nach Stolpes Ausführungen sollte das Bauvorhaben in einer Mischung aus öffentlichen Geldern und privaten Investoren finanziert werden. Die Baukosten lägen bei rund 670 Millionen Euro.

Der Architekturkritiker Nikolaus Bernau sagte jedoch in Fazit, die tatsächlichen Kosten seien "nach oben offen". Er stützt sich dabei auf eine Veröffentlichung der Gruppe "Urban Catalysts", in der die Langfassung der Machbarkeitsstudie analysiert und kritisiert wird. Stolpe hatte vor rund zwei Wochen eine Kurzfassung eines Gutachtens vorgestellt, die Langfassung wurde mit Verweis auf den Umfang unter Verschluss gehalten.

In der Studie seien noch zahlreiche Unwägbarkeiten vorhanden, was die Autoren des Gutachtens sogar offen zugeben, sagte Bernau weiter. Demnach sei die Untergrenze der Baukosten bei 900 Millionen Euro statt der veranschlagten 670 Millionen. Die geplante U-Bahnlinie 5 muss weiter nach unten verlegt werden, was die Baukosten auch in die Höhe treibt.

Zugleich soll bis zu 10,5 Meter in die Tiefe gebaut werden, um die geplante Unterbringung der ethnologischen Sammlungen und der Landesbibliothek zu ermöglichen. Dabei bereitet der Berliner Untergrund Schwierigkeiten, da dieser größtenteils aus Schlamm besteht, so Bernau. Der Architekturkritiker verwies darauf, dass die Kosten für den Neubau der Akademie der Künste durch den schlammigen Untergrund verdoppelt wurden. Zudem habe es bislang noch kein geologisches Gutachten gegeben.

Mit Verwunderung ist auch die Ankündigung der Berliner Stadt- und Entwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer aufgenommen worden, Berlin werde 25 Prozent der jährlichen Kosten des Schlosses übernehmen. Der Bund veranschlagt die Kosten mit 30 Millionen Euro jährlich. Bernau erinnerte daran, dass der Berliner Senat die Berliner Symphoniker wegen jährlicher Kosten von 3,4 Millionen Euro abgewickelt habe. Junge-Reyers Zusage einer jährlichen Kostenübernahme von rund 8 Millionen Euro sei demzufolge absolut unrealistisch, so Bernau.

Sie können das Interview mit Nikolaus Bernau über den Audio-Link in der rechten Spalte hören.

Urban Catalysts: Hintergrundinformationen zur Machbarkeitsstudie

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Fazit

Renaissancemalerei in HamburgEine neue, sinnliche Welt
Allegorie de la Victoire Peinture de Paris Bordon ou Bordone (1500-1571). 16eme siecle. Kunsthistorisches Museum Vienne !AUFNAHMEDATUM GESCHÄTZT! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY LR1000153 Allegory de La Victoire Peinture de Paris Bordon Ou Bordone 1500 1571 SIECLE Art History Museum Vienne date estimated PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY LR1000153 (imago stock&people)

Für gewöhnlich verbindet man mit der Renaissancemalerei eine klare Formensprache. Eine Ausstellung in Hamburg zeigt nun: Daneben gibt es auch eine andere Renaissancemalerei. Sie ist experimentell, sinnlich und sie will ihre Betrachter verführen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur