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Kulturnachrichten

Dienstag, 26. Januar 2016

Metzmacher geht als Festival-Intendant neue Wege

Hochkarätige Künstler und ungewöhnliche Formate sollen Besuche anlocken

Der Dirigent Ingo Metzmacher hat als neuer Intendant der Kunstfestspiele Herrenhausen zum ersten Mal die Leitung eines Festivals übernommen. Sein Ziel sei es, mit hochkarätigen Künstlern und ungewöhnlichen Formaten auch Besucher aus Hamburg, Berlin oder München nach Hannover zu locken, sagte Metzmacher heute. Zentraler Aufführungsort des Festivals vom 13. bis 29. Mai sind die berühmten Herrenhäuser Gärten, der jedes Jahr mehr als 600 000 Besucher anlocken. Gleichzeitig will der neue Chef aber auch andere Spielstätten in Hannover einbeziehen. Am Eröffnungswochenende führt Metzmacher Arnold Schönbergs Gurre-Lieder auf, ein monumentales Stück mit einem 150-köpfigen Orchester sowie 400 Sängern. Als Solisten konnte er Anja Kampe und Stephen Gould verpflichten. Thomas Quasthoff wird den Part des Erzählers übernehmen. Am Eröffnungswochenende wird auch Steve Reich als Gast erwartet. Der New Yorker zählt zu den einflussreichsten zeitgenössischen Komponisten. Die Kunstfestspiele Herrenhausen sollen Musik, Theater, Kunst, Wissenschaft und Natur verbinden. "Das gibt es in dieser Art in keiner anderen Stadt in Deutschland", sagte der in Hannover aufgewachsene Metzmacher.

Preußenstiftung in "dramatischer Finanzlage"

Viele Millionen fehlen

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, eine der größten Kulturinstitutionen weltweit, befindet sich eigenen Angaben zufolge mit ihren renommierten Sammlungen und Museen in einer "dramatischen Finanzlage". Bereits in diesem Jahr fehlten mehr als 5 Millionen Euro, im kommenden Jahr seien es bis zu 17 Millionen, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Zuversichtlich zeigte sich Parzinger für das geplante Humboldtforum im wiederaufgebauten Berliner Schloss, dessen Hauptnutzer die Preußenstiftung sein wird. Es soll 2019 eröffnen. Auch das Gesamtkonzept der Gründungsintendanz unter Leitung des britischen Museumsexperten Neil MacGregor sei auf einem guten Weg. Möglichst rasch müsse jetzt der Nachfolger des zurückgetretenen Baumanagers Manfred Rettig und der neue Geschäftsführer der Kultur-GmbH bestimmt werden. Beste Nachricht des Jahres ist Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer zufolge die anhaltende Attraktivität der Berliner Sammlungen. Trotz der Schließung des weltberühmten Pergamonaltars und der Neuen Nationalgalerie blieben im vergangenen Jahr die Besucherzahlen der Staatlichen Museen mit 3,8 Millionen fast stabil. Für einen Ausgleich sorgten publikumsträchtige Sonderausstellungen wie "Impressionismus. Expressionismus" in der Alten Nationalgalerie und "The Botticelli Renaissance" in der Gemäldegalerie. Gute Nachrichten auch von der James-Simon-Galerie. Sie soll am 13. April Richtfest feiern, die Eröffnung ist laut Parzinger für 2018 geplant. Beim geplanten neuen Museum der Moderne sollen bis Mitte Februar die Sieger des ersten Ideenwettbewerbs feststehen.

Legendäre Demonstrantin in USA gestorben

Rund 35 Jahre hatte Concepción Martín de Picciotto gegen Atomwaffen protestiert

Die wohl beharrlichste Demonstrantin der USA ist tot. Rund 35 Jahre habe die Spanierin Concepción Martín de Picciotto in einem Zelt vor dem Weißen Haus in Washington gegen Atomwaffen protestiert, berichtete die Zeitung "Washington Post". Ihre mehr als drei Jahrzehnte dauernde Demonstration gilt demnach als längste in der Geschichte der USA. Bei Wind und Wetter habe die gebürtige Spanierin vor dem Weißen Haus ausgeharrt. Begonnen hatte sie mit ihrer Mahnwache zu Zeiten Ronald Reagans. Dem Bericht zufolge starb Picciotto in einem Obdachlosenheim. Ihr Alter wurde auf 80 Jahre geschätzt.

Menschenrechtler dringen auf Freilassung türkischer Journalisten

Bei der Pressefreiheit steht die Türkei auf Platz 149 von 180 Staaten

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen fordert von der türkischen Regierung eine sofortige Freilassung der inhaftierten Zeitungsjournalisten Can Dündar und Erdem Gül. Die beiden säßen nur im Gefängnis, da sie ihre Arbeit getan hätten, beklagte Geschäftsführer Christian Mihr heute in Berlin. "Cumhuriyet"-Chefredakteur Dündar und sein Büroleiter Gül sitzen seit dem 26. November in Untersuchungshaft; 40 Tage davon wurden sie nach Angaben der Menschenrechtsorganisation in Isolationshaft gehalten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Spionage, Verbreitung von Staatsgeheimnissen und Unterstützung einer terroristischen Organisation vor. Ihre Zeitung hatte Ende Mai Indizien veröffentlicht, die eine Beteiligung des türkischen Geheimdienstes an Waffenlieferungen an Islamisten in Syrien nahelegten. Derzeit sitzen nach Angaben von Reporter ohne Grenzen in der Türkei mindestens sechs Journalisten wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht die Türkei auf Platz 149 von 180 Staaten.

Zeitplan für Humboldt-Forum nicht in Gefahr

Das teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz heute mit

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sieht den Zeitplan für die Eröffnung des Humboldt-Forums in Berlin in rund drei Jahren nicht in Gefahr. "Wenn es nach uns geht, kann 2019 eröffnet werden", sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger heute in Berlin. Allerdings dränge jetzt die Zeit. Unter anderem muss für die neu gegründete Kultur GmbH, die bis zur Eröffnung des Forums für die inhaltliche Gestaltung der Räume zuständig sein soll, ein Geschäftsführer gefunden werden. Das Humboldt-Forum soll ein Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung im Neubau des Berliner Stadtschlosses werden. Unter anderem sollen die Sammlungen über außereuropäische Kulturen gezeigt werden, die bislang in den Museen Dahlem zu sehen waren. Der Schlossneubau soll bislang 590 Millionen Euro kosten. Davon übernimmt der Bund mit 478 Millionen Euro einen Großteil.

Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatikerin

'"Zärtlichkeit der Hunde" wird im April uraufgeführt

Die Schauspielerin Uta Bierbaum hat gestern Abend den Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik für ihr Stück "Die Zärtlichkeit der Hunde" erhalten. Es geht der Frage nach, wie und warum Menschen einander wehtun. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde zum dritten Mal verliehen. Insgesamt gab es dafür 32 Einsendungen. Mit dem Preis verbunden ist eine Uraufführung, die für den 22. April im Schauspielhaus Chemnitz geplant ist. Bierbaum studiert seit 2012 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Mit ihren Stücken war sie unter anderem zur Autorennacht am Deutschen Theater Berlin oder bei einem Wettbewerb am Schauspielhaus Essen eingeladen. Im Sommer 2015 gewann "Die Zärtlichkeit der Hunde" den Publikumspreis beim Autorenwettbewerb der Theater St. Gallen und Konstanz.

Neuer Axel-Springer-Preis für Mark Zuckerberg

Ehrung als "herausragende Unternehmerpersönlichkeit"

Axel Springer zeichnet Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (31) mit einem neuen Preis als herausragende Unternehmerpersönlichkeit aus. Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner erklärte, Zuckerberg habe mit Facebook das wichtigste Kommunikationsmittel einer neuen Generation geschaffen. Der Chef des sozialen Netzwerks wird den Axel Springer Award am 25. Februar in Berlin entgegennehmen. Die ideelle Auszeichnung ohne Preisgeld soll laut dem Medienkonzern Unternehmerpersönlichkeiten würdigen, "die in besonderer Weise innovativ sind, Märkte schaffen und verändern, die Kultur prägen und sich gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen".
Zuckerberg hatte gestern seine Reise nach Deutschland und eine öffentliche Fragerunde in Berlin angekündigt.

"Refugees Welcome" ist Anglizismus 2015

Jury spricht von "selbstbewusster Antwort" auf rechte Parolen

Die politische Parole "Refugees Welcome" (Flüchtlinge willkommen) ist zum Anglizismus des Jahres bestimmt worden. Mit dem Claim überwinde die deutsche Sprachgemeinschaft einerseits die unmittelbare Sprachbarriere zu den Flüchtlingen und signalisierte andererseits fast nebenbei Weltoffenheit, teilte die vierköpfige Jury um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch mit. Auf den weiteren Plätzen folgten die Wortendung "-(e)xit", etwa in "Grexit", sowie das Verb "spoilern". Die Endung «-(e)xit» wurde vor allem im Zusammenhang mit der Finanzkrise in Griechenland bekannt. Als "Grexit" wurde das Szenario eines Ausstiegs des Landes aus der Euro-Währungszone bezeichnet.Von "spoilern" ist die Rede, wenn jemand wichtige Inhalte eines Buchs oder Films vorab verrät und anderen so den Spaß an der Geschichte nimmt.
Die Initiative "Anglizismus des Jahres" würdigt seit 2010 den Beitrag des Englischen zum deutschen Wortschatz.

J.K. Rowling erhält Pen/Allen-Preis

"Harry Potter"-Erfinderin wird auch für ihre Wohltätigkeit ausgezeichnet

J.K. Rowling, die „Harry Potter"-Erfinderin, wird für ihre literarischen Verdienste erneut ausgezeichnet: Die Literaturzeitschrift PEN America, die von der Schriftstellervereinigung PEN American Center herausgegeben wird, wird der Autorin am 16. Mai im Rahmen des jährlichen Frühjahrstreffens den Preis der PEN/Allen-Stiftung überreichen. Rowling tritt neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit auch für die Meinungsfreiheit ein. Zudem hat sie die Wohltätigkeitsstiftung Volant gegründet, die die Erforschung von Multipler Sklerose unterstützt. „Es ist eine große Ehre für mich, von einer Organisation ausgezeichnet zu werden, deren Arbeit ich so sehr bewundere, sagte Rowling heute.

Kultusministerkonferenz: Bildung für Flüchtlinge zentral

Außerdem soll Digitalisierung an Schulen künftig eine größere Rolle spielen

Bildung in der Zuwanderungsgesellschaft und in der digitalen Welt sieht die Kultusministerkonferenz (KMK) derzeit als drängendste Herausforderungen an. "Beide Themen bewegen nicht nur die allgemeine Politik, sondern sind auch von besonderer bildungs- und gesellschaftspolitischer Bedeutung", sagte die neue KMK-Präsidentin Claudia Bogedan in Berlin. Jungen Flüchtlingen müsse der Zugang zu Bildung ermöglicht werden, so Bogedan weiter. "Bildung und Spracherwerb sind der erste Schritt für eine gelungene Integration." Es handle sich um eine nationale Aufgabe. An Schulen müsse künftig zudem die Digitalisierung eine größere Rolle spielen. "Das Beherrschen der digitalen Medien, die informatorische Grundkompetenz, ist für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg unabdingbar", betonte Bogedan. In diesem Bereich solle eine "umfassende Strategie" entwickelt werden.

Angestellte Lehrer in Berlin im Warnstreik

GEW fordert gleiche Löhne für Angestellte und Beamte

Am Morgen hat in Berlin ein Streik angestellter Lehrer begonnen. Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will damit erreichen, dass angestellte Pädagogen genauso wie verbeamtete Lehrer bezahlt werden. Zum Ausstand aufgerufen sind Lehrer an 46 beruflichen Schulen und Oberstufenzentren, drei Eliteschulen des Sports, zwei Musik-Gymnasien und zwölf allgemeinbildenden Schulen. Es ist nicht die erste Aktion der GEW, um den Senat zu einem Traifvertrag zu zwingen. In den vergangenen Jahren war die Streikbeteiligung hoch.

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