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Kulturnachrichten

Donnerstag, 25. Februar 2016

Metallica veröffentlicht Bataclan-Album

Erlöse gehen an die Hinterbliebenen der Terror-Opfer

Die amerikanische Heavy-Metal-Band "Metallica" hat die Veröffentlichung eines Albums mit dem Titel "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Metallica" angekündigt. Die Live-Aufnahmen entstanden 2003 bei drei aufeinanderfolgenden Konzerten im Pariser Konzertsaal Bataclan . Alle Erlöse des Albums gehen an die internationale Spendeninitiative "Give for France" ("Gib für Frankreich"), die von der Fondation de France für die Familien der Opfer der Angriffe von Paris ins Leben gerufen worden war. Am 13.11.2015 hatten Islamisten während eines Konzerts der Rockband "Eagles of Death Metal" im Bataclan Konzertsaal einen Terroranschlag verübt, bei dem 130 Menschen starben. Das neue Album beinhaltet neun Songs und wird von Metallica am 16. April, am "Record Store Day", dem internationalen Tag unabhängiger Plattenläden, veröffentlicht.

Kinderfilmregisseur Zdenek Smetana tot

Smetana starb mit 90 Jahren in Prag

Der tschechische Kinderfilmregisseur und Trickfilmzeichner Zdenek Smetana ist im Alter von 90 Jahren in Prag gestorben. Smetana verfilmte im Jahr 1986 Otfried Preußlers "Die kleine Hexe" in einer abendfüllenden Zeichentrickfassung. Seine eigenen "Geschichten zwischen Moos und Farn" über zwei Kobolde, die in einem Haus mitten im Wald wohnen, waren in den 1970er Jahren im deutschen Fernsehen zu sehen. Die Kinderserie lief auch unter dem Titel "Fliegenpilz und Kasimir". Für das Fernsehen der damaligen Tschechoslowakei entwarf Smetana zahlreiche Figuren für die abendlichen "Sandmännchen"-Sendungen, wie zum Beispiel den Kobold "Rakosnicek". Er illustrierte auch Dutzende Kinderbücher, darunter "Das Schilfmännlein und der Teich" sowie Preußlers "Pumphutt und die Bettelkinder". Über die Wahl seines Berufs hatte Smetana einmal gesagt: "Schon als kleiner Junge hatte ich eine einzige Leidenschaft, nämlich das Malen."

Leipziger Bachfest hat neuen Intendanten

Alexander Steinhilber möchte die Bürger mehr in das Festival einbeziehen

Der Musikwissenschaftler Alexander Steinhilber ist neuer Geschäftsführer des Leipziger Bach-Archivs. Der 44-Jährige übernimmt damit auch die geschäftsführende Intendanz des Leipziger Bachfestes, wie Bach-Archiv-Direktor Peter Wollny in Leipzig mitteilte. Steinhilber war zuletzt seit 2010 Referatsleiter für Musik in der Hamburger Kulturbehörde. Das Leipziger Bachfest steht in diesem Jahr unter dem Motto "Geheimnisse der Harmonie". Der Musik Johann Sebastian Bachs (1685-1750) sei er in seiner Biografie schon oft "persönlich, wissenschaftlich und künstlerisch" begegnet, sagte Steinhilber. Als Musikwissenschaftler fasziniere ihn insbesondere die Komplexität der Kompositionen. Zu neuen Ideen für das Bachfest äußerte er sich zurückhaltend. Es müsse aber darüber nachgedacht werden, wie die Bürger noch mehr in das Festival mit einbezogen werden könnten.

Regisseur Dupeyron mit 65 Jahren gestorben

Macher von "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"

Der französische Regisseur François Dupeyron, der unter anderem den Film "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" mit Omar Sharif drehte, ist tot. Dupeyron starb heute im Alter von 65 Jahren nach langer Krankheit, wie seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Der Regisseur hatte gleich in seinem ersten Spielfilm "Nächtliche Sehnsucht - Hemmungslos" aus dem Jahr 1988 die französischen Filmstars Catherine Deneuve und Gérard Depardieu gemeinsam vor die Kamera geholt. Sein neben "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" wohl bekanntester Film ist das Drama "Die Offizierskammer" über Kriegsinvaliden des Ersten Weltkriegs, der 2001 in die Kinos kam. In seinen Filmen setzte Dupeyron sich auch mit dem Schicksal von Flüchtlingen und dem Leben in den französischen Banlieues auseinander.

Tagebuch aus dem KZ auf Deutsch erschienen

Aufzeichnungen aus Sobibór

Erst vor wenigen Jahren wurde das Tagebuch der jungen Jüdin Klaartje de Zwarte-Walvisch aus Amsterdam entdeckt, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Jetzt ist es auf Deutsch erschienen. Heute Abend wird es im NS-Dokuzentrum in München vorgestellt. In den Niederlanden machte die Entdeckung Schlagzeilen, weil dort viele Menschen Bezüge herstellten zu den berühmten Aufzeichnungen von Anne Frank. "Für viele Niederländer hatte das Tagebuch eine sehr große Bedeutung", sagte der Lektor Ulrich Nolte vom Verlag C.H. Beck in München. "Man sagte: Wenn Anne Frank die Möglichkeit gehabt hätte, aus einem Lager zu schreiben, hätte sie wahrscheinlich ähnlich geschrieben." Das Buch umfasst Aufzeichnungen von März bis Juli 1943. Zwarte-Walvisch wurde im Juli 1943 in Sobibór ermordet. Vorher gelang es ihr, das Tagebuch einem Verwandten zu übergeben, in dessen Nachlass in Kanada es erst vor wenigen Jahren gefunden wurde. Eine Nachfahrin der Verfasserin schickte es an das Jüdische Historische Museum in Amsterdam, in dessen Archiv zwei Dokumentarfilmerinnen es zufällig entdeckten.

Erfurter Wolfram-Leuchter wohl jüdischen Ursprungs

Figur diente als Tora-Halter in einer Synagoge

Die größte freistehenden Bronze-Guss-Skulptur in Deutschland, der Wolfram-Leuchter im Erfurter Mariendom, ist offenbar jüdischen Ursprungs. Der Religionswissenschaftler Jörg Rüpke sagte, die Figur aus dem 12. Jahrhundert stelle nicht wie bislang angenommen einen Büßer dar, sondern den biblischen Hohepriester Aaron. Er berief sich auf jüngste Erkenntnisse eines Wissenschaftlerteams am Erfurter Max-Weber-Kolleg. Danach habe es im Mittelalter - ebenfalls anders als bisher angenommen - im jüdischen Alltag kein Bilderverbot gegeben. Handschriften des 13. Jahrhunderts belegten, dass die Figur als Tora-Halter in einer Synagoge diente. Die Körperhaltung wie die Maße der Figur passten exakt, um die jüdische Schriftrolle aufzunehmen. Auf den Hohepriester Aaron deuteten Tierfiguren am Sockel der Figur hin. Die Plastik entstand um das Jahr 1160. Vermutlich gelangte das romanische Kunstwerk nach den Judenverfolgungen von 1349 in den Mariendom.

Mögliches Kreuzigungsbild von Michelangelo entdeckt

Bild wurde bisher für verschollen gehalten

Der italienische Kunsthistoriker Lionello Puppi hat in einer Privatsammlung offenbar ein bedeutendes Kreuzigungsgemälde des italienischen Renaissancekünstlers Michelangelo (1475-1564) entdeckt. Nach monatelangen Untersuchungen von Technik, Stil und Dokumentationen des Gemäldes sei er zu dem Schluss gelangt, den Christus am Kreuz der "Hand Michelangelos" zuschreiben zu können. Hinweise auf das Bild habe es in Briefen Michelangelos an seine Dichterfreundin Vittoria Colonna gegeben. Da eine entsprechende Christusdarstellung nie gefunden wurde, sei man bisher davon ausgegangen, das Gemälde sei verschollen oder habe nie existiert. Der mögliche Michelangelo soll in einer Ausstellung in der "Casa dei Carraresi" in Treviso gezeigt werden.

Museumsbund kritisiert drohende Morsbroich-Schließung

Museen sind nicht Ursache der Überschuldung von Kommunen

Der Deutsche Museumsbund hat die Vorschläge zur Schließung des renommierten Museums Morsbroich in Leverkusen kritisiert. Museen hätten oft keine Chance, qualitativ zu argumentieren, weil Entscheidungen allein aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen vorbereitet werden, sagte Präsident Eckart Köhne der Deutschen Presse-Agentur. Die Kulturetats der Kommunen seien in der Regel so niedrig, dass man mit Sanierungen in diesem Bereich nirgendwo sonst effektive Freiräume schaffen könne, sagte Köhne. Kultur und Museen verursachten nicht die hohe Überschuldung von Kommunen. Wirtschaftsprüfer schlagen in einem Gutachten vor, das Museum zu schließen, damit die verschuldete Stadt Leverkusen ihre Sparvorgaben erfüllen könne. Das Museum wurde 1951 geöffnet und gehört zu den bedeutendsten Häusern für Gegenwartskunst in Nordrhein-Westfalen.

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