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Kompressor | Beitrag vom 17.03.2015

Merkel als FilmheldinHöhler sieht Deutsche im "Halbschlaf unter Mutti"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzt in einem Transall-Transportflugzeug der Bundeswehr. (dpa / picture-alliance / Michael Kappeler)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzt in einem Transall-Transportflugzeug der Bundeswehr. (dpa / picture-alliance / Michael Kappeler)

Heute in Washington, morgen in Moskau: Es ist ein spannendes Leben, das Angela Merkel als Bundeskanzlerin führt. So spannend, dass es 2017 verfilmt werden soll. Wir fragen die Publizistin Gertrud Höhler, wen sie gerne als Hauptdarstellerin sehen würde.

Es gibt Spielfilme über Nixon, Kennedy, Gandhi, Fidel Castro, selbst über die britische Queen nur die mächtigste Frau des Planeten wurde bisher nicht fürs Kino in einem Spielfilm porträtiert. Das soll sich nun 2017 ändern, dann soll Angela Merkels Leben als internationale Ko-Produktion auf der großen Leinwand zu bestaunen sein.

Das Drehbuch schreibt Spiegel-Autor Dirk Kurbjuweit. Die Publizistin Gertrud Höhler wüsste bereits einen guten Titel: Die Patin – so heißt ihr vieldiskutiertes Buch über Merkel.

Die Publizistin Gertrud Höhler - hier zu Gast bei der Talkshow Menschen bei Maischberger 2010 (Imago / Horst Galuschka)Die Publizistin Gertrud Höhler (Imago / Horst Galuschka)

Deutschlandradio Kultur: Frau Höhler, was für ein Film würde das denn werden, wenn Sie Regie führen dürften, ein Polit-Thriller, ein Horror-Film oder doch eher eine Komödie?

Getrud Höhler: Naja, wenn wir einen Titel für den Film bräuchten, dann würde ich doch sagen, Katharina die Größte. Denn Katharina steht ja auf ihrem Schreibtisch und keiner denkt darüber nach, was das bedeutet. Und da sind wir dann gleich bei der Autokratie in Europa, die auch noch vertreten wird von Herrn Orban und Herrn Erdogan und Herrn Putin; das heißt ich sehe hier eine klare Entwicklung, zu der Merkel natürlich gehört, das heißt sie macht alles anders als die bösen Männer und deshalb sind die Deutschen entzückt und möchten auch nicht aus dem Halbschlaf unter Mutti nicht geweckt werden.

Deutschlandradio Kultur: Wen hätten Sie denn gerne als Hauptdarstellerin engagiert? Inge Meisel ist ja nicht mehr zu haben.

Gertrud Höhler: Nein, ich hatte jetzt eigentlich an Veronica Ferres gedacht.

Deutschlandradio Kultur: Tatsächlich?

Gertrud Höhler: Ja doch ich könnte mir vorstellen, dass Veronica Ferres die ironische Note, die der Film braucht, am besten verkörpern könnte.

Deutschlandradio Kultur: Haben Sie schon über den Plot nachgedacht, ganz besonders über das Ende?

Gertrud Höhler: Über das Ende habe ich buchstäblich noch nicht nachgedacht, weil ich mich immer frage, wer ist der Auftraggeber dieses Films. Und inwieweit ist Herr Kurbjuweit, der ja ein zwiespältiges Verhältnis zu Merkel hat, frei in seinem Drehbuchschreiben? Und er weiß wie ich auch, Schlafwandler soll man nicht wecken, dann stürzen sie noch schneller ab. Und das ist unser Problem bei der leisen Revolution von Frau Merkel. Ich bin glücklich ein Buch geschrieben zu haben, das bisher in keiner einzigen Passage widerlegt ist, das ist sehr schön, das erlebt man selten. Und wenn man sich fragt, welche Dialoge in dem Film eigentlich eine Rolle spielen sollen, denkt man sofort daran, dass ja der Dialog als Institution für das Parlament soeben von der Chefin abgeschmettert wurde. Das heißt, das Prinzip des Films wird sein: lasst Bilder sprechen. Ich halte für möglich, dass ich einen Stummfilm bevorzugen würde, indem wir nur zeigen, wann sie wie viele Kilometer in welchen Flugzeugen mit welcher Entourage zurückgelegt hat. Das sind ja eigentlich die Ruhmeszeichen, die sie begleiten und dann können die Zuschauer doch mal nachdenken, ob das in der Tat für einen besonders erfolgreichen Herrscher die wichtigsten Merkmale sind.

Fazit

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