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"Merida - Legende der Highlands"

Familienspaß auf hohem technischen Niveau

Von Hans-Ulrich Pönack

Merida ist ein Wirbelwind und so gar nicht damit einverstanden, dass sie bald die brave Ehefrau spielen soll. Pixar stellt mit der alles andere als mittelalterlichen Maid eine Frau in den Mittelpunkt, die robust und unterhaltsam über die Leinwand tollt.

Das wurde aber auch Zeit, dass beim weltbesten Animationsunternehmen Pixar endlich einmal Frauen-Power angesagt ist. Nach kerligem Spielzeug ("Toy Story 1-3"), männlichen Autos ("Cars 1+2"), einer pfiffigen Küchen-Ratte ("Ratatouille"), einem melancholischen Roboter ("Wall-e") und einem störrischen Opa ("Oben") darf nun - in "Brave" (Originaltitel) - auch mal ein Girl im Mittelpunkt des Geschehens und als Blickfang herumtoben.

Diesmal bewegt sich das Pixar-Universum in Richtung mittelalterliches Schottland. Schon die ersten herrlichen (virtuellen) Panoramabilder über die dortigen Highlands unterscheiden sich kaum mehr von realen Aufnahmen, Pixar wird immer perfekter in Sachen "reale Animation". Prinzessin Merida ist ein rothaariger "Vollblut-Wuschel" aus der örtlichen Herrscher-Dynastie.

Anstatt in engen Kleidern vornehm herumzustolzieren, mag sie lieber mit ihrem Vollblüter reiten, mit Pfeil und Bogen hantieren und ihre rote Mähne vom Wind durchschütteln lassen, was den gutmütigen Papa erfreut, bei der Mama allerdings auf Widerwillen stößt. Schließlich soll sie sich ja bald vermählen. Merida aber weigert sich.

Sie trickst all diese zwischen unbeholfen und dämlich schwankenden Bubis zünftig aus. Was in der Folge eine geschäftstüchtige Hexe auf den Plan ruft, die Verwandlung ihrer Mutter in einen "überforderten Bären" zur Folge hat und ihren (natürlich unwissenden) Vater erfreut, da er ja liebend gerne Bären jagt. Drumherum bricht viel hübsches Jagd- und Prügel-Chaos aus, an dem auch Meridas ebenso rothaarige wie aufsässige drei kleine Brüder ulkig beteiligt sind.

"Merida - Legende der Highlands" ist kesse, freche Mittelalter-Emanzipation. "Ich will frei sein" tönt eine historische Maid modern "robust" herum und sprengt damit alle Konventionen. Klettern, jagen, Bogenschießen, das mag sie und nicht gelangweilt zu Hause herumhocken, um höfische Rituale "zu erfüllen". Merida, übrigens hierzulande mit der köstlichen "Verbalschnute" von Nora Tschirner ausgestattet, ist ein toughes Historienmädel von heute, das sich nicht mehr "die Butter vom Brot" nehmen lassen will und lustvoll auf Eigenständigkeit, auf ein selbstbestimmtes Dasein, pocht.

Der 13. Pixar-Spielfilm ist konventioneller gestrickt, also vorhersehbarer als viele der vorherigen Überraschungsmovies aus dieser Spitzen-Animationsfabrik, dabei aber immer - noch? Schließlich wurde man ja neulich von "Disney" vereinnahmt - auf gleichbleibend hohem technischem wie unterhaltungsvollem Niveau. Ein Spaß in 3D.

USA 2012; Regie: Mark Andrews, Brenda Chapman, Steve Purcell; Sprecher: Nora Tschirner, Monica Bielenstein, Bernd Rumpf, Thilo Schmitz, Marianne Groß; ab sechs Jahren; 100 Minuten

Filmhomepage "Merida"



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