Samstag, 20. Dezember 2014MEZ03:19 Uhr

Literatur

Egon Erwin KischSo nah, so fern, so funkelnd
Egon Erwin Kisch (1885-1948)

"Der Rasende Reporter", das war in den 1920er Jahren der berühmte Prager Journalist Egon Erwin Kisch. Seine Nachfolger: Karl-Markus Gauß, P.J. O'Rourke und Marie-Luise Scherer zeigen anhand ihrer Reportagen aus nahen Städten und unbegreiflichen Orten in aller Welt, wie viel Kunst dazu gehört, nackte Realität in literarische Wahrheit zu verwandeln.Mehr

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Literatur / Archiv | Beitrag vom 22.07.2012

Meine Armut kotzt mich an

Literatur über das prekäre Leben

Von Elke Brüns und Ralph Gerstenberg

Autoren nehmen sich der Themen Armut, Prekariat und Exklusion an.
Autoren nehmen sich der Themen Armut, Prekariat und Exklusion an. (picture alliance / dpa)

Armut, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung - immer häufiger nehmen sich Schriftsteller sozialer Themen an, die in den 90er-Jahren im Zeichen von Pop-Literatur, Generationen- und Wenderomanen vernachlässigt wurden. Clemens Meyer, Katharina Hacker, Annett Gröschner oder Thomas Melle beteiligen sich mit ihren Schilderungen sozialer Schieflagen an aktuellen Debatten um neue Armut, Prekariat, Exklusion.

Dabei wird deutlich, dass Armut nicht nur eine soziale, sondern auch eine kulturelle Dimension besitzt. Was Armut ist und wer als arm gilt, hängt davon ab, wie die jeweilige Mangellage wahrgenommen und empfunden wird. So steht die materielle Misere von Underdogs, Losern und Kleinkriminellen neben der kalten, immateriellen, seelischen Armut Wohlsaturierter oder dem Mangel an Sinn und Individualität in der Szene sogenannter Hippster. Wer heute noch angesagt ist, kann morgen schon abgeschrieben sein. Ein Feature über eine Literatur, die sich der prekären Existenz stellt, die für viele Menschen längst Realität geworden ist.


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