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Forschung und Gesellschaft / Archiv | Beitrag vom 10.04.2014

MedizinDer Nahtod

Blick in eine andere Welt oder Halluzination des sterbenden Gehirns?

Von Susanne Billig und Petra Geist

Klinik Intensivstation Charité (dpa / picture alliance / Stephanie Pilick)
Intensivstation der Charité in Berlin (dpa / picture alliance / Stephanie Pilick)

Seitdem die moderne Reanimationsmedizin immer mehr Patienten nach einem Herzstillstand wiederbeleben kann, nehmen die Berichte von Nahtoderlebnissen weiter zu.

Dabei wandert der Sterbende auf ein strahlend weißes Licht zu, wird von verstorbenen Verwandten empfangen, spürt Gefühle allumfassender Liebe und Geborgenheit. Eher selten wird er von Angst und Schrecken gequält. Nahtoderlebnisse faszinieren Menschen seit jeher, doch gibt es sie wirklich? Und wie kommen sie zustande?

Viele Betroffene krempeln nach einem solchen Erlebnis ihr gesamtes Leben um, orientieren sich religiös, tauschen Karrierepläne gegen altruistisches Engagement. Bis vor etwa einhundert Jahren fühlten sich die Kirchen für Nahtoderlebnisse zuständig. Heute feiert die Esoterik-Welt sie als Quasibeweis für ein Weiterleben nach dem Tode.

Doch zunehmend richten auch Naturwissenschaftler den Blick auf das Phänomen und versuchen es mit biochemischen Erklärungsmodellen zu erfassen - etwa als Halluzination des sterbenden Gehirns. Soziologen ermitteln kulturell sehr unterschiedliche Nahtodmotive. Und auch handfeste gesellschaftliche Auswirkungen sind zu verzeichnen: Seit den 1970er Jahren tragen Berichte über den Nahtod zu einer Enttabuisierung des Sterbens in der westlichen Gesellschaft bei.

 

Manuskript zur Sendung als PDF und im barrierefreien Textformat

 

Buchtipp:
Sam Parnia: Der Tod muss nicht das Ende sein. 
Was wir wirklich über Sterben, Nahtoderlebnis und die Rückkehr ins Leben wissen
Deutsch von Juliane Molitor
Scorpio Verlag, München 2013
399 Seiten, 19,99 Euro

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