Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. März 2016

Bundeskabinett beschließt Reform der Filmförderung

Fördermittel für weniger Projekte nach besserer Auswahl

Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf für ein neues Filmförderungsgesetz (FFG) von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verabschiedet. Damit solle das Gesetz zukunftsfest gemacht werden, erklärte Grütters. Ziele seien eine noch effektivere, erfolgreiche Förderung des deutschen Qualitätsfilms und der weitere flächendeckende Erhalt der Kinos. Der Entwurf sei das Ergebnis einer umfassenden Beteiligung und Diskussion mit den betroffenen Verbänden und Institutionen, so Grütters. Der Entwurf sieht erstmals eine geschlechtergerechte Besetzung der Gremien vor, die zudem verschlankt werden sollen. Außerdem sollen Fördermittel auf weniger Projekte konzentriert und die Auswahl verbessert werden. Zudem werden die Mittel für die Drehbuchförderung deutlich erhöht.
 

Neuer Leiter für Augsburger Brechtfestival

Berliner Regisseur Wengenroth übernimmt für ein Jahr

Nach einem Streit um die Leitung des Brechtfestivals in der Geburtsstadt des Dramatikers setzt Augsburg auf eine Übergangslösung. Nach Angaben von Kulturreferent Thomas Weitzel soll der Berliner Regisseur Patrick Wengenroth das Festival 2017 leiten. Dies habe der Kulturausschuss gestern beschlossen. Bereits im Herbst will Weitzel ein langfristiges Konzept erarbeiten, wie und von wem das Brechtfestival künftig geführt werden soll. Der bisherige Leiter, Joachim Lang, hatte am Montag bekanntgegeben, dass er für den Posten nicht mehr zur Verfügung steht. Lang hatte sieben Mal in Folge das Festival verantwortet. Bereits seit Anfang 2015 gab es allerdings heftige Debatten um ihn. Lang hatte mehrfach kritisiert, dass Augsburg der Kulturarbeit zu Ehren Bertolt Brechts (1898-1956) nicht den angemessenen Stellenwert gebe.

Städel-Direktor Hollein wechselt nach San Francisco

Nachfolger-Suche für Frankfurter Museum angelaufen

Der Direktor des Frankfurter Städel Museums, Max Hollein, wechselt in die USA an die Fine Arts Museums of San Francisco. Der 46-jährige Kunsthistoriker übernimmt dort zum 1. Juni den Direktorenposten, teilte das Städel Museum mit. Hollein beende damit eine mehr als 15-jährige Leitungstätigkeit für das Städel, die Liebighaus Skulpturensammlung und die Schirn Kunsthalle. Der Frankfurter Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Schirn Kunsthalle, Peter Feldmann (SPD), sprach von einem "großen Verlust für die deutsche Kulturlandschaft". Hollein selbst erklärte, er suche eine neue Herausforderung. Dennoch sei es eine schwere Entscheidung gewesen, Frankfurt zu verlassen. Unterdessen ist die Suche nach einem Nachfolger international angelaufen. Es bestehe aber keine Eile, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Kulturdezernats. Die drei Häuser verfügten über exzellente Kuratoren. Die Leitung des Städels übernehmen nach Auskunft eines Sprechers kommissarisch Holleins Stellvertreter Jochen Sander und Heinz-Jürgen Bokler.

Friedhofskultur soll Unesco-Welterbe werden

Bewerbung liegt Kulturministerkonferenz vor

Eine bundesweite Initiative möchte die Friedhofskultur auf die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes bringen. Der Antrag hat nun die erste wichtige Hürde genommen, wie Sprecher Tobias Pehle sagte. Die Kulturbehörde der Hansestadt Hamburg habe die Bewerbung verschiedener Friedhofsorganisationen an die Kulturministerkonferenz weitergeleitet. Damit sei sie in der engeren Wahl der Deutschen Unesco-Kommission (DUK), so die Initiative weiter. Die DUK wird voraussichtlich in einem Jahr über Neuaufnahmen in die Liste entscheiden. Ziel des Antrags ist es, eine gesellschaftliche Wertschätzung für die Friedhofskultur zu erlangen. Die deutsche Unesco-Liste des immateriellen Erbes umfasst bislang 34 Einträge. Ergänzend zu den berühmten Welterbestätten geht es hier darum, Alltagskulturen und -traditionen zu erhalten.

US-Rapper Phife Dawg gestorben

Spiegel online berichtet über Trauer in der Hip-Hop-Szene

Mit nur 45 Jahren ist Rapper Phife Dawg der Gruppe A Tribe Called Quest gestorben. Er war seit längerem an Diabetes erkrankt. Das berichten diverse Medien, Szenegrößen kondolieren bereits via Twitter. Die Band selbst hat den Tod ihres Gründungsmitglieds noch nicht bestätigt. Der 1970 als Malik Isaac Taylor in New York geborene Rapper wurde in den frühen Neunzigerjahren bekannt als Mitglied der Gruppe A Tribe Called Quest, die zusammen mit De La Soul und den Jungle Brothers eine lose Bewegung namens Native Tongues vertraten. Die Native Tongues standen für eine positive Haltung in ihren Rap-Texten und bezogen sich in ihren Samples oft auf Jazz-Quellen.

Belgien ist Gastland bei Stückemarkt

Rahmenprogramm des Theaterfestivals wird nach Terroranschlägen von Brüssel angepasst

Das von mehreren Terroranschlägen erschütterte Belgien steht im Mittelpunkt des diesjährigen Heidelberger Stückemarkts. Man habe sich vor einem Jahr für das Gastland Belgien entschieden - nun habe diese Entscheidung eine traurige Aktualität erlangt, sagte der Intendant des Theaters Heidelberg, Holger Schultze, bei der Vorstellung des Festivalprogramms. Angesichts der aktuellen Ereignisse in Brüssel werde das Rahmenprogramm des Stückemarkts nachjustiert. Man werde versuchen, Gesprächspartner einzuladen, die die aktuelle politische Situation in Belgien beleuchten.

Streaming macht deutschen Fernsehkanälen Konkurrenz

Jeder dritte Bundesbürger zahlt bereits für Video-on-Demand

In Deutschland nutzen einer Studie zufolge 16 Prozent der Bevölkerung Video-on-Demand-Dienste. Mehr als jeder dritte Bundesbürger zahle nach eigenen Angaben bereits für einen Streaming-Dienst wie Amazon, Hulu oder Netflix, geht aus einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Nielsen hervor. Damit liege Deutschland über dem europäischen Durchschnitt. Zugleich seien die Deutschen aber dem klassischen Fernsehen treu: 41 Prozent nutzten nach eigenen Angaben Kabel- und 18 Prozent Satellitenfernsehen. Am beliebtesten ist das Streamen von Filmen (76 Prozent), gefolgt von TV-Programmen (49 Prozent) und Dokumentationen (36 Prozent). Mehr als jeder Fünfte nutzt Online-Fernsehen drei bis sechs Mal in der Woche, 19 Prozent ein oder zwei Mal wöchentlich. Nielsen befragte mehr als 30.000 Verbraucher in 61 Ländern.

Rita Gam ist tot

US-Schauspielerin starb im Alter von 88 Jahren

Die amerikanische Schauspielerin Rita Gam ist am Dienstag in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, wie ihre Sprecherin mitteilte. Gam wurde 88 Jahre alt. Sie spielte an der Seite von Stars wie Gregory Peck, Mel Ferrer und Jane Fonda. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen "Das unsichtbare Netz" (1952), "Attila, der Hunnenkönig" (1954), "Hannibal" (1959) und "Klute" (1970). Auf der Berlinale 1962 erhielt sie für "Geschlossene Gesellschaft" den Silbernen Bären als beste Schauspielerin. Gam war in erster Ehe mit dem Filmregisseur Sidney Lumet verheiratet. Aus ihrer späteren Ehe mit dem Verleger Thomas Guinzburg hatte sie zwei Kinder. Die Schauspielerin war eng mit ihrer Kollegin Grace Kelly befreundet.

Fünf Wissenschaftlerinnen erhalten L'Oreal/Unesco-Preis

Eine Preisträgerin arbeitet an Berliner Max-Planck-Institut

Fünf Wissenschaftlerinnen erhalten morgen in Paris den "L'Oreal/Unesco For Women in Science"-Preis. Damit werde die Suche nach Lösungen für globale Herausforderungen wie die Bekämpfung von Krankheiten gewürdigt, teilte die Deutsche Unesco-Kommission (DUK) in Bonn mit. Die Auszeichnung ist mit jeweils 100.000 Euro dotiert. Zu den Preisträgerinnen gehört erstmals eine in Deutschland tätige Forscherin; die Infektionsbiologin Emmanuelle Charpentier arbeitet am Berliner Max-Planck-Institut. Jedes Jahr wird je eine Wissenschaftlerin aus den fünf Regionen der Welt ausgezeichnet. In Deutschland richtet sich das Programm laut DUK an Naturwissenschaftlerinnen mit Kindern, da hierzulande die Familiengründung häufig zur Unterbrechung oder zum Abbruch einer vielversprechenden Karriere führe.

Discohit in Kongress-Bibliothek

Gloria Gaynors "I Will Survive" kommt in Washingtons historische Sammlung

Gloria Gaynors Disco-Hymne "I Will Survive" wird in die Sammlung historischer Tonaufnahmen der Bibliothek des US-Kongresses aufgenommen. Die Bibliothek wählt seit 1911 jährlich besondere Tondokumente für ihre Registratur aus. In diesem Jahr sind es neben Gaynors Superhit ein Sketch des Comedians George Carlin über "Sieben Worte, die man nie im Fernsehen sagen darf" von 1972 und eine Reportage über den legendären Basketballspieler Wilt Chamberlain, der 1962 in einem Spiel 100 Punkte warf. Insgesamt sind dieses Jahr 450 Aufnahmen im Bestand der Sammlung.

Cartoonist Klaus Vonderwerth gestorben

Bekannt wurde er durch die Gestaltung von Plattencovern

Der frühere DDR-Grafiker und Cartoonist Klaus Vonderwerth ist mit 80 Jahren gestorben. Der gebürtige Berliner sei bereits am Samstag einer schweren Krankheit erlegen, teilte der Verein Cartoonlobby mit. Bekannt wurde Vonderwerth mit Plattencovern für DDR-Musikgrößen wie Frank Schöbel, Dagmar Frederic, Chris Doerk, die Puhdys und Reinhard Lakomy. Als freier Karikaturist war er für verschiedene Zeitungen und Magazine tätig. Das Ende der DDR und die Deutsche Einheit begleitete er satirisch in der Zeitschrift "Neue Berliner Illustrierte". 2004 widmete ihm die Brandenburger Landeszentrale für Politische Bildung in Potsdam eine Einzelausstellung.

Sven Regener bekommt Grimm-Professur in Kassel

Autor hält u.a. einen Vortrag zum Humor in der Literatur

Der Autor und Sänger Sven Regener ("Herr Lehmann", "Neue Vahr Süd") ist der diesjährige Grimm-Gastprofessor der Universität Kassel. Der Sänger der Band Element of Crime begeistere mit Romanen, Drehbüchern und deutschsprachigen Liedtexten, teilte die Universität mit. Als Sänger und Songwriter von Element of Crime ("Weißes Papier", "Mittelpunkt der Welt") habe Regener Musikgeschichte geschrieben, sagte Stefan Greif, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Der gebürtige Bremer Regener (55), der als Schriftsteller mit seinem Debütroman "Herr Lehmann" (2001) bekannt wurde, soll als Grimm-Gastprofessor unter anderem Ende Mai einen Vortrag zum Thema "Zwischen Depression und Witzelsucht: Humor in der Literatur" halten. Zudem sind eine öffentliche Lesung seines Romans "Neue Vahr Süd" und das Seminar "Erzählperspektive bei Herr Lehmann" geplant.

Neue Sprach-Lern-App für Flüchtlinge

Applikation ist in neun Sprachen zu haben

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) hat eine Sprach-Lern-App für Flüchtlinge entwickelt. Die kostenlose Anwendung "Einstieg Deutsch" begleite "Neuankömmlinge in Deutschland beim Arztbesuch, beim Behördengang, bei Notfällen, bei Gesprächen mit dem Camp-Management und in vielen anderen Lebenssituationen", so der Verband in Bonn. Die Applikation sei vollständig in neun Sprachen übersetzt. Die App kann nach Angaben des Volkshochschul-Verbands ab sofort für Android-Geräte und iOS-Geräte heruntergeladen werden. Bei der Entwicklung wurde der DVV mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt.

Kathedralenumbau-Kritiker schreiben offenen Brief

Erzbischof soll Umbau der Berliner Hedwigskathedrale stoppen

Denkmalpfleger, Architekten und Kulturhistoriker haben sich in einem offenen Brief an Erzbischof Heiner Koch gegen eine grundlegende Umgestaltung des Innenraums der Berliner Hedwigskathedrale ausgesprochen. In dem Schreiben appellieren die 70 Unterzeichner an den Erzbischof, "doch noch nach einer denkmalverträglichen Lösung zur Verbesserung des bedeutenden Kirchenbaus zu suchen". Die Fachleute um den Berliner Kunsthistoriker Adrian von Buttlar raten zu einem weitgehenden Erhalt der Raumfassung, die der Architekt Hans Schwippert (1899-1973) beim Wiederaufbau vor 50 Jahren schuf. Der Entwurf des Büros Sichau und Walter sowie ihres Kooperationspartners Leo Zogmayer, der bei einem Architektenwettbewerb gewann, sieht dagegen unter anderem vor, die Bodenöffnung mit einer Treppe zu schließen. Dies soll bessere Bedingungen dafür schaffen, katholische Gottesdienste nach den heutigen Vorgaben zu feiern. Das Erzbistum schätzt die Kosten im Falle eines solchen Umbaus auf bis zu 43 Millionen Euro.

Kuratorin des "Palestinian Museum" gibt auf

Grund des Rücktritts ist Widerstand gegen ihr Ausstellungskonzept

Lara Khaldi, die Kuratorin des künftigen "Palestinian Museum" bei Ramallah, hat ihren Posten aufgegeben. Auch der designierte Direktor des Museums, Jack Persekian, trat zurück. Beide zogen damit die Konsequenz aus dem breiten Widerstand gegen ihre unkonventionellen Museumskonzepte. Das neue Museum für Kunst und Kultur am Rande des Uni-Campus von Bir-Zeit bei Ramallah soll im Mai eröffnet werden. Dort sollen Gemälde, Skulpturen und historische Zeugnisse erstmals ihre dauerhafte Heimstatt finden. Khaldi wollte aber vor allem auf Videos, Performances und Diskussionen setzen, um damit die politisch instabile Lage Palästinas zu spiegeln.

Hannelore-Greve-Literaturpreis für Hanns-Josef Ortheil

Ortheil sei vielseitig und bildungsfreudig, so die Jury

Der mit 25 000 Euro dotierte Hannelore-Greve-Literaturpreis der Hamburger Autorenvereinigung geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil. Er gehöre zu den "vielseitigsten, bildungsfreudigsten deutschen Schriftstellern überhaupt", hieß es in der Begründung der Jury. Ortheil wurde 1951 in Köln geboren und lebt in Stuttgart und Wissen an der Sieg. Sein Werk umfasst Romane und Essays ("Die große Liebe", "Faustinas Küsse", "Die Erfindung des Lebens"), in denen er sich mit der bundesrepublikanischen Wirklichkeit und der Nachkriegsgeschichte auseinandersetzt. Der Hannelore-Greve-Literaturpreis ist mit 25 000 Euro einer der höchst dotierten Literaturpreise in Deutschland und wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Walter-Kempowski-Literaturpreis vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Siegfried Lenz, Arno Surminski und Herta Müller.

Kulturnachrichten hören

März 2016
MO DI MI DO FR SA SO
29 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Identitäten"Auch bestimmte Szenen sind keine homogenen Gebilde"
Der queere Künstler Tucké Royale im Studio von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Dass nach den Wahlerfolgen von Rechtspopulisten jetzt manche Intellektuelle ein Ende des "Identitätszirkus" fordern, findet der queere Künstler Tucké Royale arrogant. Menschen seien unterschiedlich schutzbedürftig, und jede Szene sei "von Mehrfachverknüpfung durchdrungen".Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur