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Kulturnachrichten

Montag, 21. März 2016

Limbach-Kommission votiert gegen Flechtheim-Erben

Umstrittenes Gemälde soll in NRW-Kunstsammlung bleiben

Im Raubkunst-Streit um ein Gemälde von Juan Gris hat die beratende Limbach-Kommission vorgeschlagen, das Bild in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zu belassen. Es werde keine Restitution des Werkes "Geige und Tintenfass" (1913) an die Erben des jüdischen Galeristen Alfred Flechtheim empfohlen, teilte die Kommission in Magdeburg mit. Denn bei dem Verkauf des Gemäldes 1934 in London handele es sich nicht um einen NS-verfolgungsbedingten Vermögensverlust Flechtheims (1878-1937). Nach Ansicht der Erben war das Bild Privateigentum des Galeristen, der es unter Druck der NS-Verfolgung habe verkaufen müssen. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hatte das Werk 1964 im internationalen Handel erworben. Die Kommission war von den Flechtheim-Erben und der Kunstsammlung eingeschaltet worden, nachdem sich beide Seiten nicht einigen konnten.

Chef des Augsburger Brechtfestivals tritt zurück

Konsequenz nach internen Streitigkeiten

Der langjährige Leiter des Augsburger Brechtfestivals, Joachim Lang, will nach heftigen internen Streitigkeiten sein Amt aufgeben. Dies kündigte Lang gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" an. In dem Interview nannte Lang terminliche Gründe, kritisierte aber auch die Stadt Augsburg, die dem renommierten Fest in der Geburtsstadt des Dramatikers Bertolt Brecht (1898-1956) nicht den angemessenen Stellenwert gebe. Von Kulturreferent Thomas Weitzel war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Brecht-Spezialist Lang hatte seit der Neukonzeption im Jahr 2010 das Festival geleitet. Er brachte prominente Schauspieler wie Heino Ferch, Meret Becker oder Thomas Thieme sowie Musikstars wie US-Rocklegende Patti Smith nach Augsburg. Zuletzt wurde das Festival von den Diskussionen um den künftigen Leiter überschattet.

Beethoven-Haus erwirbt Brief des Komponisten

Schriftstück stammt von 1813

Das Bonner Beethoven-Haus hat einen Brief des damals 43-jährigen Komponisten Ludwig van Beethoven erwerben können. Das Schreiben, das Beethoven 1813 an Maria Eleonora Gräfin Fuchs als Entschuldigung für sein Fernbleiben von einer Gesellschaft gerichtet hatte, sei ungewöhnlich emotional verfasst und gebe Aufschluss über eine schwere persönliche Krise des Komponisten, teilte die Kulturstiftung der Länder in Berlin mit. Das Schreiben aus Privatbesitz wurde den Angaben zufolge mit Unterstützung der Kulturstiftung, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des NRW-Kulturministeriums erworben. Zwar habe Beethoven um 1813 den Höhepunkt seiner Berühmtheit erlangt, dennoch habe ihn eine Schaffenskrise gelähmt, erläuterte die Stiftung. Im Beethoven-Haus, das seit 1889 in seinem Bonner Geburtshaus untergebracht ist, finden sich heute über 700 Briefe, die als weltweit größte Zahl an eigenhändigen Korrespondenzen des Komponisten gelten.

Film-Ehrenpreis für Regina Ziegler

Filmproduzentin schuf Fernsehserie "Weißensee"

Produzentin Regina Ziegler (72) wird mit dem Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie ausgezeichnet. Bei der Filmpreis-Gala am 27. Mai werde Ziegler für ihre herausragenden Verdienste um den deutschen Film geehrt, teilte die Akademie mit. "Die deutsche Kino- und TV-Branche verdankt dieser nimmermüden Produzentin Lebendigkeit und Esprit, erklärte Akademie-Präsidentin Iris Berben. Im Jahr 1973 produzierte Ziegler ihren ersten Film: "Ich dachte, ich wäre tot" von Wolf Gremm, ihrem späteren Ehemann. Fast 500 Produktionen für Film und Fernsehen sowie zahlreiche Auszeichnungen folgten in den nächsten Jahrzehnten. Ihre Serie "Weissensee" wird im April mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Bastian Jütte Quartett gewinnt Neuen Deutschen Jazzpreis

Höchstdotierter Jazzpreis in Deutschland

Das Bastian Jütte Quartett hat den Neuen Deutschen Jazzpreis 2016 gewonnen. Bei einer Publikumswahl in Mannheim konnte sich das Ensemble aus dem Kölner Raum gegen zwei andere Bands durchsetzen, wie der Veranstalter IG Jazz mitteilte. Der mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Preis wurde bereits zum elften Mal vergeben und gilt als höchstdotierte Auszeichnung für professionelle deutsche Jazzbands. Der Pianist der Siegerband, Rainer Böhm, gewann noch den Solistenpreis, der mit 1000 Euro dotiert ist.

Deutsches Orgelwerk soll Unesco-Welterbe werden

Deutschland hat weltweit größte Instrumentendichte

Der Orgelbau und die Orgelmusik sind von der Bundesregierung für die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit" nominiert worden. Die Orgel und ihre Musik sollen damit Unesco-Kulturerbe werden, wie die Evangelische Landeskirche in Baden und die Erzdiözese Freiburg mitteilten. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge mit etwa 50.000 Instrumenten die größte Dichte an Orgeln. Außerdem seien aus den handwerklichen und musikalischen Traditionen heraus viele Innovationen im Orgelbau durch deutsche Orgelbauer und Komponisten entstanden. Derzeit gebe es 400 Orgelbaubetriebe mit etwa 2.800 Mitarbeitern in Deutschland, davon liegen allein 50 Betriebe mit rund 500 Mitarbeitern in Baden-Württemberg. Bundesweit werden jährlich rund 100 Orgeln neu gebaut.

Ein Buch wie eine Bombe

Vor 20 Jahren erschien "The Clash of Civilizations" von Samuel P. Huntington.

Keine politikwissenschaftliche These hat in den vergangenen Jahrzehnten wohl einen so großen Einfluss gehabt wie diejenige vom "Kampf der Kulturen". Das Buch von Samuel P. Huntington sei vor 20 Jahren eingeschlagen "wie eine Bombe", sagte der Politologe Bassam Tibi im Deutschlandradio Kultur. Tibi, ehemals Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Göttingen, lehrte und forschte ab 1982 auch in Harvard – Huntington hatte ihn persönlich geholt. Die beiden wurden Freunde, auch wenn Tibi mit Huntingtons Thesen bezüglich des Islam nicht einverstanden war und ihm immer wieder Kontra gab. Huntington sei kein Provokateur gewesen, betont Tibi heute, er habe eine Analyse der Weltpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges liefern wollen. Und Huntington habe auch kein Problem mit dem Islam gehabt, wie vielfach aufgrund des berühmten Buches angenommen wird. Seine Islamkenntnisse seien aber dürftig gewesen, sagte Tibi.

Drescher wird Neuer Akademie-Präsident

Profil der Akademie soll geschärft werden

Hans-Jürgen Drescher ist neuer Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Der Präsident der Bayerischen Theaterakademie war seit 2008 Vizepräsident der Vereinigung. Zu seinen Stellvertretern wählte die Vollversammlung Bettina Reitz und Anselm Weber. Der neue Vorstand kündigte an, vor allem das Profil der Akademie schärfen zu wollen. Dazu sollen unter anderem die Mitglieder stärker in die Arbeit der Organisation einbezogen werden. Drescher löst als Präsident Hermann Beil ab, der das Amt seit 2009 inne hatte. Reitz ist Präsidentin der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Weber leitet derzeit das Bochumer Schauspielhaus, übernimmt aber in der Spielzeit 2017/18 die Intendanz am Schauspiel Frankfurt. Der bisherige Vizepräsident Bernd Loebe (Oper Frankfurt) scheidet aus dem Vorstand aus.

Literatur Cologne endet

Besucherbilanz Kölner Literaturfestival

Rund 106 000 Menschen haben das Programm der 16. Ausgabe des Kölner Literaturfestivals Lit.Cologne besucht. Wie der Veranstalter mitteilte, entspricht das einer Auslastung von 95 Prozent. Die publikumsstärkste Veranstaltung war eine Benefiz-Gala am Donnerstagabend in der Lanxess-Arena mit 7200 Zuhörern. "Wir freuen uns, dass wir wieder eine so gigantische Zahl an Menschen zur Literatur und Kultur bringen konnten», sagte Festivalleiter Rainer Osnowski. Zu den großen Publikumsmagneten zählte auch eine Gesprächsrunde mit dem Sänger der Band "Die Toten Hosen" Campino. Die 17. Ausgabe der Lit.Cologne findet im kommenden Jahr vom 7. bis zum 18. März statt.

Rafik Schami lobt deutsche Gastfreundschaft

Schriftsteller: Stimmung wird immer düsterer

Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami hat die Gastfreundschaft der Deutschen gegenüber Flüchtlingen gelobt. "Gerade wenn ich sehe, wie andere Länder in Europa ihre Grenzen schließen. Da muss ich sagen: Chapeau", sagte Schami der "Süddeutschen Zeitung". Die Stimmung werde jedoch immer düsterer, beklagte der 69-Jährige: Die Euphorie sei weg, jetzt kämen die Kosten. Das mache ihm Sorgen, so Schami weiter. Die Angst vor dem Fremden sitze tief und stecke in jedem Menschen, betonte er. Und sie könne von Menschenfeinden schnell und effektiv ausgenutzt werden, weil sie keine Rationalität brauche, befürchtet Schami.

Charly Hübner mit Gertrud-Eysoldt-Ring geehrt

Mit 10 000 Euro dotierte Schauspiel-Auszeichnung

Für seine Rollen in "Onkel Wanja" und "Schuld und Sühne" am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ist der Schauspieler Charly Hübner mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring 2015 geehrt worden. Der 43-Jährige bekam die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung in Bensheim überreicht. "Er prägt durch seine künstlerische Authentizität, seinen immer gegenwärtigen Bezug zu unserer Realität und seine spielerische Virtuosität die Arbeit des größten deutschen Sprechtheaters", begründete die Jury ihre Entscheidung. "Charly Hübner sei ein Schauspieler, der nahe beim Publikum sei, ohne sich anzubiedern." Der Gertrud-Eysoldt-Ring wird von der Stadt Bensheim und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Die Auszeichnung gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum. Sie wird seit 1986 jährlich in Bensheim vergeben. Preisträger waren unter anderem Klaus Maria Brandauer, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe und Tobias Moretti.

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