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Kulturnachrichten

Sonntag, 20. März 2016

Max Goldt erhält "Göttinger Elch"

Preis ehrt satirisches Lebenswerk des Schriftstellers

Max Goldt ist Träger des Satire-Preises "Göttinger Elch" in diesem Jahr. Der Schriftsteller und Musiker nahm die Auszeichnung am Sonntag während einer Feierstunde in Göttingen entgegen. Der 57-Jährige wurde für sein satirisches Lebenswerk geehrt. Die Jury würdigte die "eindringliche und punktgenaue" Sprache Goldts, mit der er die Merkwürdigkeiten und Mysterien der Welt schildere. Er schaffe es dabei, sein Werk so wirken zu lassen, als sei es "von einem Beobachter aus einer Parallelwelt geschaffen" worden. Der "Göttinger Elch" wird seit 1997 jährlich vergeben. Er ist mit 3333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen Elchsuppe dotiert. Der Name des Preises geht auf einen Zweizeiler des Satirikers F.W. Bernstein zurück: "Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche."

Leipziger Buchmesse geht mit Besucherrekord zu Ende

Veranstalter ziehen positive Bilanz

Die Leipziger Buchmesse 2016 hat einen Besucherrekord aufgestellt. An den vier Messetagen kamen 260 000 Besucher zur Messe und zu dem dazugehörigen Lesefestival "Leipzig liest", wie die Veranstalter mitteilten. Im Vorjahr waren 251 000 Besucher gezählt worden. Auf der Leipziger Buchmesse hatten sich 2250 Aussteller aus 42 Ländern präsentiert. 2017 wird die Frühjahrsschau der Buchbranche vom 23. bis 26. März veranstaltet. Thematisch stand in diesem Jahr kein Gastland, sondern Fragen der Zukunft Europas und der Migration im Mittelpunkt. Der Preis der Leipziger Buchmesse ging in diesem Jahr an den Autor Guntram Vesper für sein Mammutwerk "Frohburg". Er erhielt die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie Belletristik. Der Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der deutschsprachigen Literaturszene.

Drescher wird Neuer Akademie-Präsident

Profil der Akademie soll geschärft werden

Hans-Jürgen Drescher ist neuer Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Der Präsident der Bayerischen Theaterakademie war seit 2008 Vizepräsident der Vereinigung. Zu seinen Stellvertretern wählte die Vollversammlung Bettina Reitz und Anselm Weber, wie die Akademie heute Bensheim mitteilte. Der neue Vorstand kündigte an, vor allem das Profil der Akademie schärfen zu wollen. Dazu sollen unter anderem die Mitglieder stärker in die Arbeit der Organisation einbezogen werden. Drescher löst als Präsident Hermann Beil ab, der das Amt seit 2009 inne hatte. Reitz ist Präsidentin der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Weber leitet derzeit das Bochumer Schauspielhaus, übernimmt aber in der Spielzeit 2017/18 die Intendanz am Schauspiel Frankfurt. Der bisherige Vizepräsident Bernd Loebe (Oper Frankfurt) scheidet aus dem Vorstand aus.

Exiltibeter wählen Parlament und Premierminister

Bekanntgabe der Ergebnisse erst Ende April

Exiltibeter auf der ganzen Welt haben zum zweiten Mal ihr Parlament und ihren Premierminister gewählt. Die Abstimmung auf dem Subkontinent verlief nach Angaben von Beobachtern ohne Zwischenfälle. Die Ergebnisse der Wahl sollen erst Ende Apil bekanntgegeben werden. Die Regierung mit Sitz im nordindischen Dharamshala wird allerdings von keinem Land der Welt anerkannt. Die tibetische Hochebene gehört zu China seit die Volksbefreiungsarmee dort 1950 einmarschierte. Stimmberechtigt zur Wahl am Sonntag waren rund 85.000 Tibeter, die vor allem in Indien, Tibet und Bhutan leben, aber auch in den USA, Großbritannien, Deutschland und 40 weiteren Staaten. Der Dalai Lama ist seit 2011 nur noch spirituelles, aber nicht mehr politisches Oberhaupt der Tibeter.

Frankfurter Museum Judengasse wird wieder eröffnet

Neue Dauerausstellung in Zweigstelle des Jüdischen Museums

Das Frankfurter Museum Judengasse wird nach rund zweijähriger Schließung heute wiedereröffnet. Die neue Dauerausstellung präsentiert die Geschichte des jüdischen Lebens der Stadt vom Mittelalter bis 1800. Die Zweigstelle des Jüdischen Museums über der früheren Judengasse erzähle in neuer Weise die Geschichte dieses Ortes, sagte die Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, Mirjam Wenzel. Die Frankfurter Judengasse sei über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Stätten jüdischen Lebens in Deutschland gewesen. Zugleich sei sie das erste Ghetto in Europa gewesen. Neu in der Ausstellung ist die Präsentation von ausgegrabenen Funden in den Ruinen. Bei dem Umbau wurde die Ausstellungsfläche von 600 auf 1.000 Quadratmeter erweitert. Die Hauptstelle des Jüdischen Museums am Untermainkai soll im Jahr 2018 wiedereröffnet werden.

Charly Hübner mit Gertrud-Eysoldt-Ring geehrt

Mit 10 000 Euro dotierte Schauspiel-Auszeichnung

Für seine Rollen in "Onkel Wanja" und "Schuld und Sühne" am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ist der Schauspieler Charly Hübner mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring 2015 geehrt worden. Der 43-Jährige bekam die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung in Bensheim überreicht. "Er prägt durch seine künstlerische Authentizität, seinen immer gegenwärtigen Bezug zu unserer Realität und seine spielerische Virtuosität die Arbeit des größten deutschen Sprechtheaters", begründete die Jury ihre Entscheidung. "Charly Hübner sei ein Schauspieler, der nahe beim Publikum sei, ohne sich anzubiedern." Der Gertrud-Eysoldt-Ring wird von der Stadt Bensheim und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Die Auszeichnung gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum. Sie wird seit 1986 jährlich in Bensheim vergeben. Preisträger waren unter anderem Klaus Maria Brandauer, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe und Tobias Moretti.

Literatur Cologne endet

Besucherbilanz Kölner Literaturfestival

Rund 106 000 Menschen haben das Programm der 16. Ausgabe des Kölner Literaturfestivals Lit.Cologne besucht. Wie der Veranstalter mitteilte, entspricht das einer Auslastung von 95 Prozent. Die publikumsstärkste Veranstaltung war eine Benefiz-Gala am Donnerstagabend in der Lanxess-Arena mit 7200 Zuhörern. "Wir freuen uns, dass wir wieder eine so gigantische Zahl an Menschen zur Literatur und Kultur bringen konnten», sagte Festivalleiter Rainer Osnowski. Zu den großen Publikumsmagneten zählte auch eine Gesprächsrunde mit dem Sänger der Band "Die Toten Hosen" Campino. Der Abend war laut einer Festival-Sprecherin innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Die 17. Ausgabe der Lit.Cologne findet im kommenden Jahr vom 7. bis zum 18. März statt.

Rafik Schami lobt deutsche Gastfreundschaft

Schriftsteller: Stimmung wird immer düsterer

Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami hat die Gastfreundschaft der Deutschen gegenüber Flüchtlingen gelobt. "Gerade wenn ich sehe, wie andere Länder in Europa ihre Grenzen schließen. Da muss ich sagen: Chapeau", sagte Schami der "Süddeutschen Zeitung". Die Stimmung werde jedoch immer düsterer, beklagte der 69-Jährige: Die Euphorie sei weg, jetzt kämen die Kosten. Das mache ihm Sorgen, so Schami weiter. Die Angst vor dem Fremden sitze tief und stecke in jedem Menschen, betonte er. Und sie könne von Menschenfeinden schnell und effektiv ausgenutzt werden, weil sie keine Rationalität brauche, befürchtet Schami.

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