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Kulturnachrichten

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Marius Müller-Westernhagen kritisiert musikalische Unterforderung des Publikums

Der Rockmusiker kritisiert Mainstream

Erfolgreiche Musik, sagte Marius Müller-Westernhagen dem "Focus" sei zu stark schematisiert. Eine Single dürfe nicht länger als 3:30 Minuten sein, und es werde nichts im Radio gespielt, was ein Gitarren-Solo habe, erläuterte der 66jährige. Die Musik müsse dem kleinsten gemeinsamen Nenner entsprechen. "Wir haben uns damit ein Publikum erzogen, das weder emotional noch intellektuell gefordert werden will." Skeptisch steht Müller-Westernhaben, der Anfang Oktober eine Tournee beginnt, auch gegenüber dem Musik-Streaming: "Da heute anscheinend alle der Meinung sind, Musik gibt es umsonst im Netz, findet das Geldverdienen eben auf der Bühne statt."

Zukunft der Gurlitt-Taskforce ungewiss

Vereinbarung läuft aus

Die Zukunft der Taskforce "Schwabinger Kunstfund" zur Erforschung der umstrittenen Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt ist ungewiss. Die Vereinbarung, die als Grundlage für die Arbeit der Expertenkommission gilt, läuft Ende dieses Jahres aus. Über das weitere Vorgehen bei der Provenienzrecherche ist nach Angaben des bayerischen Kunstministeriums noch nicht entschieden: "Ob und in welcher Form die Recherche nach dem 31.12. fortzusetzen ist, wird zu gegebener Zeit gemeinsam von der Bundesregierung und der Staatsregierung beraten und entschieden werden, heißt es. 2012 waren rund 1280 Kunstwerke in Gurlitts Münchner Wohnung von der Staatsanwalt beschlagnahmt worden, zwei Jahre später tauchten weitere 238 Gemälde in seinem Haus in Salzburg auf. Die Taskforce wurde eingesetzt, um die Herkunft der Bilder zu klären.

Ein Drittel des Weltnaturerbes gefährdet

Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag der Umweltorganisation WWF

Die Suche nach Bodenschätzen gefährdet das Weltnaturerbe. In Afrika seien 61 Prozent der als besonders schützenswerte Gebiete durch den geplanten oder bereits
laufenden Abbau von Öl, Gas und Kohle in Gefahr. Diese Zustandsbeschreibung veröffentlicht der World Wide Fund for Nature. Der WWF fordern von internationalen Investoren, sich an der Ausbeutung der Bodenschätze in von der Unesco geschützten Regionen nicht zu beteiligen. Die Sprecherin der Naturschutzorganisation, Rebecca Pain, formuliert freundlich: "Oftmals sind sie sich der Gefahren für die Umwelt gar nicht bewusst."

Chopin-Wettbewerb in Warschau

Zum Auftakt spielt Martha Argerich

78 junge Pianisten aus 20 Ländern wollen ihre Klavierkünste bei der diesjährigen Auflage des renommierten Internationalen Chopin-Wettbewerbes unter Beweis stellen. Die argentinische Pianistin Martha Argerich wird zum Auftakt in der Philharmonie in Warschau ein Konzert geben. Sie selbst hatte den Wettbewerb 1965 gewonnen. Am 20. Oktober wird der Hauptpreis verliehen. Er besteht aus Auftritten in einigen der berühmtesten Konzerthäusern der Welt, Aufnahmen und einem Scheck über 30 000 Euro. Der Wettbewerb findet alle fünf Jahre statt und ist ganz dem Werk von Frédéric Chopin gewidmet. In seiner 88-jährigen Geschichte hat sich der Chopin-Wettbewerb als eines der wichtigsten Ereignisse für Klavier einen Namen gemacht.

Jossie Wieler will Stuttgarter Oper 2018 verlassen

Er ist seit der Spielzeit 2011/12 Intendant

Der Intendant der Oper Stuttgarter, Jossi Wieler, gibt 2018 seinen Posten auf. Das teilten in einer gemeinsamen Erklärung das baden-württembergische Kunstministerium, die Landeshauptstadt und Wieler selbst mit. "Ich möchte dann wieder als freier Regisseur in Oper und Schauspiel arbeiten und anderes in meine weitere Lebensplanung integrieren", begründet der 64jährige seine Entscheidung. Kunstministerin Theresia Bauer würdigte Jossi Wieler als "hochgeschätzte Künstlerpersönlichkeit". Mit feinem Gespür und Mut hätten er und sein Team immer wieder aufs Neue künstlerische Maßstäbe gesetzt und die Oper Stuttgart national und international in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gebracht.

Asiens größtes Filmfestival in Südkorea eröffnet

Festspiele eröffnen zum 20. Mal in Pusan ihren Vorhang

In der südkoreanischen Hafenstadt hat das größte Filmfest Asiens zum 20. Mal seinen Vorhang geöffnet. Den Auftakt für das bis 10. Oktober andauernde Internationale Festival machte das indische Musical-Drama "Zubaan" von Regisseur Mozez Singh. Auf dem Roten Teppich vor dem futuristischen Komplex bejubelten Filmbegeisterte unter anderem die 2007 in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnete Südkoreanerin Jeon Do Yeon. Auch westliche Filmgrößen wie Tilda Swinton oder Harvey Keitel werden erwartet, Schauspielerin Nastassja Kinski sitzt in der Jury. Das Filmfest von Pusan hat während seines 20-jährigen Bestehens international an Einfluss gewonnen. Asien selbst entwickelte sich im Jahr 2014 zum weltweit größten und am schnellsten wachsenden Markt, wie der Kinoverband Motion Picture Association of America meldet.

Mauer mit Banksy-Graffito verkauft

Gespraytes Gemälde für 137 500 Dollar

Eine Steinwand mit einem Graffito des mysteriösen englischen Straßenkünstlers Banksy ist in den USA für 137 500 Dollar versteigert worden, wie Julien's Auctions mitteilte. Das war allerdings deutlich unter den Erwartungen: Eigentlich hatte Julien's mit bis zu 400 000 Dollar gerechnet. Das Bild zeigt einen kleinen schwarzen Jungen mit rotem Farbtopf, der anscheinend gerade "Ich weiß noch, wie hier überall Bäume standen" an die Mauer geschrieben hat. Banksy hatte das Bild 2010 auf die Außenwand einer Industrieruine in Detroit gemalt. Niemand weiß, wer genau Banksy ist. Er hinterlässt seine Bilder irgendwo an Wänden, und im Detroiter Fall verriet neben Stil und Ausführung auch ein Fingerabdruck, dass er der Urheber war. Bei der Auktion enttäuschte der geheimnisumwitterte Künstler aber: Viele seiner Werke blieben unverkauft.

Kostenlose Museums-Führungen für Flüchtlinge

Angebot vor allem für Familien

Für Flüchtlinge in Berlin gibt es künftig kostenlose Führungen und Workshops in Museen. Das Angebot richtet sich vor allem an Familien mit Kindern und gilt in sechs Häusern der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, darunter im Neuen Museum und im Pergamonmuseum. Vermittler sind Wohlfahrtsverbände, Hilfsorganisationen und Ehrenamtsinitiativen. "Mit diesem Angebot möchten die Staatlichen Museen zu Berlin die Menschen in Berlin willkommen heißen", sagte Museen-Generaldirektor Eissenhauer. Auch die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln soll übernommen werden.

Goethe-Institut stellt Internetangebot für Flüchtlinge

Digitale Sprachlernangebote

Auf einer neuen Internetseite bietet das Goethe-Institut gebündelte Sprachlernangebote für Flüchtlinge an. Auf www.goethe.de/willkommen finden sich ab sofort Selbstlernkurse, Sprechübungen und Videos sowie Informationen zum Umgang mit Behörden, im Alltag oder bei der Arbeitssuche. Darüber hinaus gibt es interaktives Wortschatztraining in 16 Sprachen. Generalsekretär Ebert erklärte, dass das Goethe-Institut seine Arbeit im In- und Ausland in den vergangenen Monaten auf die neue Situation eingestellt habe und dabei mit Partnern und Hilfsorganisationen zusammenarbeite. So bietet das Institut in der Türkei Flüchtlingen eine kostenlose Teilnahme an ihren Kursen an: Flüchtlinge, die bereits wissen, dass sie etwa zum Studium oder im Rahmen des Ehegattennachzugs nach Deutschland kommen werden, können sich so auf ihren Deutschland-Aufenthalt vorbereiten.

Film über die Wendezeit eröffnet DOK Leipzig

Eröffnungsfilm von Andreas Voigt

Das Dokumentarfilm-Festival DOK Leipzig wird am 26. Oktober mit einem Film rund um die deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren eröffnet. Der Regisseur Andreas Voigt präsentiert mit "Alles andere zeigt die Zeit" den sechsten Teil seines Leipzig-Zyklus. Das teilten die Veranstalter heute mit. Erstmals wird der Eröffnungsfilm schon am ersten Abend öffentlich und kostenfrei in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofes zu sehen sein. "Alles andere zeigt die Zeit" knüpft an eine Filmreihe des Regisseurs aus den Jahren zwischen 1986 und 1997 an. Darin begleitete er die Wege einiger Leipziger in den damaligen Umbruchszeiten. Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm findet vom 26. Oktober bis 1. November statt. Es ist das nach eigenen Angaben größte Filmfestival dieser Art in Deutschland und das älteste der Welt.

Amphipolis-Grab war Hephaistion gewidmet

Rätsel um Riesengrab vor Auflösung

Griechische Archäologen glauben der Lösung des Rätsels rund um ein Riesengrab nahe Amphipolis in Nordgriechenland nähergekommen zu sein. Das Grab-Monument soll Hephaistion, dem engen Freund Alexanders des Großen, gewidmet gewesen sein. Das gab die Chefarchäologin Katerina Peristeri bei einer Pressekonferenz in Thessaloniki bekannt, andere Archäologen unterstützten die Theorie. Sie stützen sich dabei auf Inschriftfragmenten, auf denen auf Altgriechisch steht: "Ich Antigonos, habe das Baumaterial zum Bau eines Monumentes zu Ehren Hephaistion übernommen". Hephaistion starb in Persien im Winter 323. Nach seinem Tod hatte Alexander den Bau von zahlreichen Monumenten für seinen Freund angeordnet. Das Grab nahe der antiken Stadt Amphipolis östlich von Thessaloniki ist die größte jemals in Griechenland untersuchte Grabanlage.

Ägyptologe Nicholas Reeves bleibt bei seiner Theorie über das Grab der Nofretete

Der Brite hält sich auf Einladung des ägyptischen Antikenministers im Tal der Könige auf

Dass sich hinter der Nordwand der Gruft von Tutanchamun das Grab der Nofretete befinden könnte: Diese Theorie hat der Ägyptologe Nicholas Reeves in Kairo bekräftigt. Bei einer Pressekonferenz verwies er erneut auf "Radar- und Wärmebildaufnahmen", die Licht ins Dunkle bringen würden. Avisiert hat die ägyptische Regierung einen Termin innerhalb der kommenden drei Monate. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern war Reeves in den letzten Tagen seiner Theorie nachgegangen, die sich auf Oberflächenaufnahmen stützen. Darauf meint er Hinweise auf vermauerte Durchgänge in Tutanchamuns Grabkammer erkannt zu haben. Dass es gerade Nofretete sein soll, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden hat, erklärt Reeves unter anderem mit dem Umstand, dass Nofretete Tutanchamuns Stiefmutter war. Antikenminister Mamdouh Eldamaty, der selbst Archäologe ist, bezweifelt diese Theorie. Seine Begründung: Zur Zeit der Thronbesteigung von Tutanchamun sei Nofretete bereits tot gewesen.

In Frankreich ist Katalog über Hermann Görings Kunstsammlung erschienen

Es soll die Leser an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern

In Frankreich ist ein Kunstbuch über 1.376 Kunstwerke veröffentlicht worden, die Hermann Göring in seinem Haus bei Berlin untergebracht hatte. "Le Catalogue Goering" entstand mit Hilfe der französischen Archive zum Zweiten Weltkrieg. "Kunstwerke sollten niemals Beute sein", schreibt Außenminister Laurent Fabius in einem Vorwort, "sie stellen ein Gemeingut der Menschheit dar." Das Buch, das viele Kunstwerke zeigt, deren jüdische Besitzer in den Vernichtungslagern ermordet wurden, soll auch Bemühungen stärken, Nazi-Raubkunst an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben.

Hochdotierter "Ars-legendi-Preis" geht an Anglistikprofessor Handke

Auszeichnung für digitales Lehren

Der Marburger Anglistikprofessor Jürgen Handke erhält den mit 50.000 Euro dotierten "Ars legendi-Preis" für exzellentes digitales Lehren. Der Hochschulprofessor sei einer der Vorreiter der digitalen Lehre in den Geisteswissenschaften, erklärte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Essen. Er setze unter anderem auf einen You-Tube-Channel und digitale Lehr-und Prüfungsmethoden, ohne dabei die Präsenzlehre zu vernachlässigen. Der "Ars legendi-Preis" vergibt der Stifterverband zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz. Die Preisverleihung findet am 29. Oktober in Berlin statt.

Paris feiert kubanischen Starkünstler

Mega-Schau für Wilfredo Lam

Mit rund 400 Werken widmet das Centre Pompidou in Paris dem kubanisch-französischen Maler Wifredo Lam (1902-1982) eine der größten Ausstellungen seit mehr als 30 Jahren. Zusammen mit Pablo Picasso und Henri Matisse gehört Lam zur künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Lam hat einen bizarren und einzigartigen Stil aus Surrealismus, Kubismus und Einflüssen afrikanischer und karibischer Bildwelten entwickelt. Ein Universum, das sich aus seinen Reisen und seiner Herkunft nährt. Lam emigrierte nach seinem Kunststudium in Havanna nach Spanien, hielt sich in Paris und New York auf, bevor er 79-jährig in der französischen Hauptstadt starb. Seine gespenstischen Tropenwälder, Totem-Fratzen und Voodoogeister sind bis zum 15. Februar zu sehen.

Großformate Achenbachs versteigert

Lager fast leer

Das umfangreiche Lager des inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach mit mehr als 2400 Kunstwerken ist nahezu vollständig versteigert worden. Eine weitere Auktion mit besonders großen Werken aus der Insolvenzmasse der Achenbach-Firmen erbrachte am Mittwochabend eine Gesamtzuschlagsumme von rund einer Million Euro. Im Kölner Auktionshaus Van Ham wurden rund 100 großformatige Skulpturen, Bilder, Siebdrucke, Fotografien und Installationen versteigert. Im Sommer hatte eine Auktion von rund 2300 Kunstwerken Achenbachs bereits 6,5 Millionen Euro gebracht. Der 63-Jährige Achenbach war im März wegen Millionenbetrugs an Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem muss der einst angesehene Experte allein an die Familie des 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht rund 19 Millionen Euro Schadensersatz zahlen.

Chefin der Schwedischen Akademie sieht Traditionen wanken

Sara Danius wird in diesem Jahr den Nobelpreisträger bekanntgeben

Mit der Literaturkritikerin steht zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der traditionsreichen Institution. Die Literaturkritikerin verwundert es nicht, dass mit ihr zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der Institution gibt. Aber sie konstatiert Veränderungen. In 229 Jahren Schwedische Akademie habe es insgesamt neun weibliche Mitglieder gegeben. Derzeit seien es sechs, und das sei "eine richtige und wichtige Tendenz", so Danius. Auch wenn man sich die Nobelpreisträger der letzten 25 Jahre ansehe, sei das auszumachen. "Fast 30 Prozent" seien Frauen. Die 53jährige ist seit Juni Ständige Sekretärin der 18köpfigen Nobelpreisjury. Ein Platz in der Schwedischen Akademie gilt lebenslang.

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