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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.05.2012

Malchow: Anonymous betreibt "Kinder-Kommunismus"

Verleger warnt davor, die Lebensgrundlage von Künstlern durch Untergrabung des Urheberrechts zu zerstören

Das Internet hilft bei der Verbreitung von Inhalten, birgt aber auch Risiken für die Einhaltung des Urheberrechts. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Das Internet hilft bei der Verbreitung von Inhalten, birgt aber auch Risiken für die Einhaltung des Urheberrechts. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Im Streit um das Urheberrecht im Internet hat Helge Malchow, Verleger bei Kiepenheuer & Witsch, den Internetaktivisten von Anonymous "Kinder-Kommunismus" und totalitäre Methoden in der politischen Auseinandersetzung vorgeworfen.

Vor dem Hintergrund des eskalierenden Streits um das Urheberrecht sagte Malchow im Deutschlandradio Kultur, "Anonymous" habe sich einer Taktik in der politischen Auseinandersetzung bedient, wie man sie eigentlich nur aus totalitären Staaten kenne. "Da ist eine rote Grenze überschritten worden für uns, wo wir uns nun als Verleger vor diese Autoren stellen."

Demonstration für die Freiheit des Internets in Frankreich (picture alliance / dpa / Thomas Bregardis)Demonstration für die Freiheit des Internets in Frankreich (picture alliance / dpa / Thomas Bregardis)Im Interesse der Autoren und der Leser müsse das Urheberrecht modernisiert werden. Deshalb wolle man mit allen, die Interesse am Ausbau einer produktiven Kultur in Zeiten des Internets hätten, darüber sprechen, wie dies zeitgemäß gestaltet werden könne. "Nur kann das nicht auf der Basis von ‚Kinder-Kommunismus’ geschehen, in der das oberste Prinzip ist, alles was man sich im Netz technisch möglicherweise umsonst aneignen kann, auch umsonst aneignen zu dürfen", betonte Malchow.

Natürlich biete das Internet enorme Möglichkeiten für die Verbreitung von Inhalten. "Diese Chancen wollen wir als Verleger ja wahrnehmen. Wir wollen ja, dass das Internet neue Wege öffnet zwischen Autoren und Lesern, aber wir wollen das nicht auf Kosten der Künstler geschehen lassen." Wenn die Lebensgrundlage von Künstlern nicht mehr gesichert sei, werde vieles an Hoch- und Qualitätskultur nicht mehr existieren können, warnte Malchow.


Das vollständige Gespräch mit Helge Malchow können Sie mindestens bis zum 15.11.2012 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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