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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Mädchen lieben "Aschenputtel", Jungs "Hänsel und Gretel"

Das hat eine Studie aus München ergeben

Mädchen und Jungs haben bei Märchen unterschiedliche Vorlieben: Während Mädchen "Aschenputtel" und "Schneewittchen" besonders mögen, bevorzugen die Jungen eher "Hänsel und Gretel" und den "Gestiefelten Kater". Das hat eine Befragung des Internationalen Zentralinstitutes für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) in München ergeben. "Mädchen bevorzugen Märchen, bei denen sich ihre Geschlechtsgenossinnen durchsetzen. Bei den Jungen stehen Märchen im Vordergrund, bei denen sich männliche Protagonisten beweisen oder männliche Wesen wie Zwerge, Froschkönig oder der böse Wolf eine besondere Rolle spielen", erläuterte IZI-Leiterin Maya Götz anlässlich der Konferenz "Qualität, die bleibt: Märchen, Klassiker und die Frage nach der Rezeption", die gestern in München startete.
Für die repräsentative Studie waren 1210 Kinder zwischen 3 und 13 Jahren zu Märchen befragt worden. Ein weiteres Ergebnis: Die bekanntesten Märchen sind bei den Kindern die der Gebrüder Grimm.

Bibliothek erhält Bücher zurück

Darunter drei Bände des babylonischen Talmuds

1942 lösten die Nationalsozialisten die Bibliothek der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums auf, nun hat deren Nachfolgeeinrichtung vier Werke zurückerhalten. Die Bayerische Staatsbibliothek sowie die Zentral- und Landesbibliothek Berlin übergaben die Bücher an das Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam. Dabei handelt es sich um die letzten drei einer zwölfbändigen Ausgabe des babylonischen Talmuds und das Buch "Die Apostelgeschichte und die Anfänge des Christentums. (Ursprünge und Anfänge des Christentums)" von Eduard Meyer, wie die Staatsbibliothek in München mitteilte. Die von 1930 bis 1936 erschienene Talmud-Übersetzung des Privatgelehrten Lazarus Goldschmidt stellt den Angaben nach bis heute eine der maßgeblichen deutschen Fassungen dar. Die drei nun zurückgegebenen Titel gelangten nach der Beschlagnahme im Juli 1942 an die NS-Ordensburg Sonthofen im Allgäu. Das Meyer-Buch gelangte 1946 in den Bestand der Berliner Stadtbibliothek.

Angela Merkel von US-Magazin "Time" gekürt

Sie ist die "Persönlichkeit des Jahres"

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist vom US-Magazin "Time" zur "Persönlichkeit des Jahres" gekürt worden. Merkel habe sich den Titel durch ihre Reaktion auf die Griechenlandkrise, die Flüchtlingskrise und die Bedrohung durch die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) verdient, so die Begründung der Chefredakteurin Nanca Gibbs die Wahl. Wann immer Europa in diesem Jahr von einer Krise erschüttert worden sei, habe Merkel eingegriffen und dabei immer wieder auch "moralische Führung" übernommen. "Time" kürt regelmäßig die "Persönlichkeit des Jahres" - ganz gleich, ob diese die Welt im Guten oder im Schlechten beeinflusst hat. So rangiert in diesem Jahr der Anführer der IS-Miliz, Abu Bakr Al-Baghdadi, gleich hinter Merkel.

Unesco-Bewerbung der Franckeschen Stiftungen vor Aus

Beim Internationalen Rat für Denkmalpflege ist die Bewerbung aus Halle durchgefallen

Die Franckeschen Stiftungen zu Halle müssen sich wohl von der Hoffnung auf einen Unesco-Weltkulturtitel verabschieden. Beim Internationalen Rat für Denkmalpflege (Icomos) sei die Bewerbung aus der Saalestadt komplett durchgefallen, sagte Direktor Thomas Müller-Bahlke. Das sei den Verantwortlichen vor rund einer Woche bei einem Treffen in Paris mitgeteilt worden. Dem Ensemble werde kein außergewöhnlicher universeller Wert zuerkannt. Icomos bereitet die Entscheidung für das Welterbekomitee der UNESCO vor. Das Kuratorium der Stiftung in Halle soll nun im Januar entscheiden, ob der Antrag zurückgezogen wird. Die Franckeschen Stiftungen wurden 1698 von August Hermann Francke als Armenschule und Waisenanstalt gegründet. Nach Auffassung der Stiftungen handelt es sich bei dem historischen Waisenhaus und der gesamten Anlage um eine weltweit beispielgebende Architektur.

Sophie Burkhardt neue ZDF-Beauftragte

Das sogenannte 'Junge Angebot' soll Inhalte für 14-bis 29-Jährige im Netz verbreiten

Sophie Burkhardt ist die neue ZDF-Beauftragte und stellvertretende Geschäftsführerin des sogenannten Jungen Angebots von ARD und ZDF. Die 33-Jährige habe ihre Arbeit aufgenommen, teilte das ZDF mit. Das Junge Angebot von ARD und ZDF soll Anfang Oktober 2016 starten und Inhalte für 14-bis 29-Jährige über die eigene Website und auf anderen Plattformen im Netz verbreiten. Burkhardt besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. 2009 kam sie zum ZDF-Nachrichtenportal "heute.de". Im November 2011 wurde sie Programmreferentin des ZDF-Chefredakteurs mit dem Arbeitsschwerpunkt digitale Entwicklung. Geschäftsführer des Jugendangebots ist Florian Hager. Er baute zuletzt das Internetangebot des deutsch-französischen Kultursenders Arte aus.

Dirigent Heinz Fricke gestorben

Fricke starb am Montag im Alter von 88 Jahren in Berlin

Der gebürtige Halberstädter Bernhard Fricke war mehr als drei Jahrzehnte, von 1961 bis 1992, Generalmusikdirektor an der Deutschen Staatsoper Berlin, außerdem leitete er einige Jahre parallel das Orchester der Norske Oper in Oslo. Von 1992 bis 2008 war er Musikdirektor der Oper in Washington. Frickes Opernrepertoire umfasste 180 Werke. Er wurde sowohl mit dem Nationalpreis der DDR als auch später mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Die Staatsoper schreibt in ihrer Würdigung Frickes: "Die Sängerinnen und Sänger des Ensembles sowie die Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle Berlin schätzten seine herausragenden künstlerischen Qualitäten und sein immenses handwerkliches Können ebenso wie das Publikum." Am 7. Dezember 2015 ist Heinz Fricke im Alter von 88 Jahren in Berlin verstorben.

EU will Geoblocking von Musik und Videos abschaffen

Bürger sollen überall Zugang wie zu Hause haben

Die EU plant Änderungen des Urheberrechts, damit Filme und Musik in Zukunft überall in der Europäischen Union abgespielt werden können. Die EU-Kommission stellte den Entwurf für eine Verordnung vor, mit der das sogenannte Geoblocking von Inhalten im Internet abgeschafft werden soll. Bisher verhindert der Schutz des Urheberrechts, dass manche Inhalte im Ausland abgespielt werden. Innerhalb der EU sollen Bürger Zugang zu Musik, Filmen und Spielen haben, als wären sie zu Hause, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Der Entwurf zielt ab auf eine Verordnung, die durch ihre Verabschiedung automatisch in allen 28 Mitgliedsstaaten der EU gelten würde. Das neue Verbraucherrecht soll voraussichtlich ab 2017 gelten.

Klimakonferenz: Kunst gegen Erderwärmung

Von Eisblöcken aus Grönland bis hin zur Performance mit Straßenwalze

In Frankreich machen Künstler während des Pariser Weltklimagipfels mit Rieseninstallationen und Herbarium-Gemälden auf das Problem der Erderwärmung aufmerksam. So hat der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson auf dem Place du Panthéon mitten in Paris eine Eisuhr errichtet: Die 12 in Form eines Zifferblatts angeordneten Eisblöcke stammen aus Grönland und wiegen rund 100 Tonnen - die Menge Eismasse, die nach Angaben von Wissenschaftlern pro Hundertstelsekunde weltweit wegschmilzt. Aus mehr als 230 Treibholzstücken besteht die Installation des britischen Land Art Künstlers Richard Long im Centre Pompidou. Der riesige Kreis ist im Forum des Kunst- und Kulturzentrum zu sehen. Gegen die Abholzung der Wälder kämpft auch Michel Granger. Über sein mit Farben bedecktes kleinvolumiges Totholz lässt der Franzose tonnenschwere Straßenwalzen fahren. Das Ergebnis sind filigrane Gemälde. Ein Teil der Herbarium-Bilder sind derzeit in der Galerie Ecart in Paris zu sehen.

Ashram der Beatles wird Museum

Mehrere Lieder des "White Album" sind dort entstanden

Der Beatles-Ashram in Indien wird als Touristenattraktion geöffnet. Laut dem britischen Sender BBC ist das ehemalige spirituelle Zentrum in der nordindischen Stadt Rishikesh ab sofort für Besucher zugänglich. Die Beatles hatten sich dort 1968 zurückgezogen. Während des für drei Monate geplanten, aber nach wenigen Wochen abgebrochenen Aufenthalts entstanden zahlreiche Lieder, die unter anderem auf dem "White Album" erschienen. Bislang konnten sich laut BBC Beatles-Fans nur über den Zaun kletternd oder mit einem Trinkgeld für den Wächter Zutritt verschaffen. Seit heute ist das neu hergerichtete Areal mit seinen Meditationshütten gegen umgerechnet zehn Euro zu besichtigen; Einheimische zahlen zwei Euro Eintritt. Hauptattraktion ist die ehemalige Meditationshalle mit einer zeitgenössischen Ausmalung und Graffiti späterer Besucher.

Gottschalk moderiert zum 13. Mal die Goldene Kamera

Die 51. Verleihung geht am 6. Februar in Hamburg über die Bühne

Thomas Gottschalk und die Goldene Kamera sind aus Sicht der Veranstalter "ein perfektes Paar". Zum 13. Mal werde der Entertainer die Gala für den Film- und Fernsehpreis moderieren, teilte die Funke Mediengruppe mit. Die 51. Verleihung der Goldenen Kamera geht am 6. Februar in Hamburg über die Bühne. Komikerin Cordula Stratmann, Schauspielerin Anna Maria Mühe, Designer und TV-Star Guido Maria Kretschmer, Schauspieler Axel Milberg sowie Regisseur Matti Geschonneck sollen als Jury über Preise wie bester TV-Film, beste Schauspielerin und bester Schauspieler sowie beste Nachwuchskünstler des Jahres entscheiden.

Alvis Hermanis fällt bei Premierenpublikum durch

Er wurde mit Buhrufen und Pfiffen auf der Bühne in der Pariser Opéra Bastille empfangen

Liebende Schnecken, Marssonden und halbnackte Menschen in Gewächshäusern: Die Neuinszenierung der dramatischen Legende "Fausts Verdammnis" des lettischen Starregisseurs Alvis Hermanis ist beim Pariser Premierenpublikum in der Opéra Bastille durchgefallen. Während Orchester, Sänger und der rund 100-köpfige Chor am Dienstagabend anhaltenden Beifall ernteten, wurde der 50-Jährige mit Buhrufen und Pfiffen auf der Bühne empfangen. Hermanis gehört in Deutschland zu den gefragtesten Theaterregisseuren. Seit einigen Tagen sorgt er für Schlagzeilen, weil er aus politischen Gründen seine Zusammenarbeit mit dem Hamburger Thalia Theater abgesagt hat. Er halte das Engagement des Theaters für Flüchtlinge für falsch, hatte er seine Absage begründet.

Böhmer plant mehr Nothilfe bei Kulturzerstörung

Das Auswärtige Amt hat den Kulturerhalt-Etat verdoppelt

Die ehemalige Präsidentin des Unesco-Welterbekomitees und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, will die deutsche Nothilfe für zerstörte Kulturgütern ausweiten. "In den letzten Haushaltsberatungen wurde der Etat für das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amtes verdoppelt. Wir haben jetzt ein Plus von 2,85 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln soll auch die Fähigkeit des Auswärtigen Amts zur Nothilfe gestärkt werden", sagte Böhmer. Es gehe aber nicht nur um rein finanzielle Hilfe, sondern auch um den Austausch von fachlichem Wissen für den Wiederaufbau, sagte die Staatsministerin. Ein Schwerpunkt ihrer Präsidentschaft von 2014 bis 2015 war der Einsatz gegen die Zerstörung von Kulturstätten durch den "Islamischen Staat" oder andere Terrororganisationen. "Die Kulturstätten sind bewusst zur Zielscheibe geworden, um kulturelle Wurzeln auszulöschen." In der Bonner-Erklärung, dem Abschlussdokument der diesjährigen Unesco-Versammlung "haben sich alle Länder dafür ausgesprochen, dass Zerstörungen und Plünderungen als Kriegsverbrechen geächtet werden und der illegale Handel unterbunden werden muss", so die Staatsministerin. Auch die islamischen Staaten vertreten ihren Angaben zufolge diese Haltung.

Unterlindenmuseum im Elsass öffnet wieder

Der Umbau dauerte drei Jahre

Nach dreijähriger Sanierung wird an diesem Samstag das Unterlindenmuseum im französischen Colmar wieder eröffnet. Es ist das nach eigenen Angaben am zweithäufigsten besuchte Museum in Frankreich, das auch den berühmten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald (1475/80-1528) beherbergt. Nur der Louvre in Paris zieht jährlich mehr Besucher an. Rund 44 Millionen Euro wurden investiert, um durch Sanierungsarbeiten und den Ankauf eines benachbarten Gebäudes die Ausstellungsfläche von 4.000 auf 8.000 Quadratmeter zu verdoppeln. Das elsässische Museum lockte bisher jährlich mehr als 180.000 Besucher an, künftig erwarten die Organisatoren bis zu 300.000 Gäste pro Jahr.

Neues Bibliotheksgebäude für Lambeth Palace

Erster Neubau auf dem Gelände seit 1833

Der historische Londoner Lambeth Palace, Dienstsitz des Erzbischofs von Canterbury, bekommt eine neue Bibliothek. Der Neubau ist laut einem Bericht der Tageszeitung "Daily Telegraph" notwendig, um die rund 200.000 Bücher, die bislang in der rund 1.200 Jahre alten Bibliothek aufbewahrt werden, langfristig geschützt unterzubringen. Zum Bestand gehören den Angaben zufolge 30.000 Bücher und Manuskripte aus der Zeit vor 1700, darunter 600 aus dem Mittelalter. Ebenfalls enthalten seien offizielle kirchliche Schriften und Unikate wie ein Gebetbuch von Königin Elisabeth I. Die zuständige Kirchenkommission beauftragte dem Bericht zufolge die Londoner Architekten Wright & Wright damit, die Pläne für das neue Gebäude zu entwerfen. Es wird demnach der erste Neubau auf dem Gelände des Lambeth Palace seit 1833 sein.

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