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Literatur / Archiv | Beitrag vom 01.05.2011

Madame Bovary mit Sprechblasen

Vom unaufhaltsamen Aufstieg der Graphic Novels

Von Renate Maurer

Cover "Tamara Drewe" von Posy Simmonds (Reprodukt Verlag)
Cover "Tamara Drewe" von Posy Simmonds (Reprodukt Verlag)

Knollennasen haben im Genre der Graphic Novels nichts zu suchen. Also kehrt Tamara Drewe mit operativ verschönerter Nase in die englische Provinz zurück, um unter den Schriftstellern dort ein Drama um Sex, Lügen und Eitelkeit in Gang zu setzen.

Mit schwarzer Ironie übersetzt Posy Simmonds Thomas Hardys Roman "Am grünen Rand der Welt" aus dem Jahr 1874 ins Heute. Neben der großen britischen Zeichnerin zeigen vor allem junge Talente aus Italien, Frankreich, Griechenland, Österreich und Deutschland, wie kunstvoll, vielseitig und anspruchsvoll der gezeichnete Roman sein kann.

Mit Literaturadaptionen wie "Fräulein Else" von Manuele Fior, "Gemma Bovery" von Posy Simmonds oder "Die Verwandlung" von Corbeyran und Horne. Mit autobiografischen Abenteuern und Liebesgeschichten, mit deutschen Serienmördern und verfolgten Musikern in Griechenland.

Und seit 2010 erscheint ein Fortsetzungscomic des persisch-arabischen Duos Amir & Khalil im Internet, der in der Nachfolge von Art Spiegelmans berühmtem Holocaust-Comic "Maus" und Marjane Satrapis "Persepolis" steht: "Zahra's Paradise" erzählt von der Suche nach dem verschwundenen Demonstranten Mehdi in Teheran. Der Comic ist von beklemmender Aktualität und wird im Herbst 2011 in zahlreichen Übersetzungen erscheinen.

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