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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 03.10.2012

"Looper"

Ein Mann wird beauftragt, sein 30 Jahre älteres Ich zu töten

Von Patrick Wellinski

Eine Verabredung mit sich selbst: Joe (rechts, Joseph Gordon-Levitt) trifft auf sein älteres Ich aus der Zukunft (Bruce Willis)
Eine Verabredung mit sich selbst: Joe (rechts, Joseph Gordon-Levitt) trifft auf sein älteres Ich aus der Zukunft (Bruce Willis) (Concorde Filmverleih)

Eigentlich könnte "Looper" einer der großen Zeitreise-Filme sein - leider erklärt Regisseur Rian Johnson nicht wirklich, wie der Mechanismus hier funktioniert. So liegt die Stärke des Films an den beiden Hauptdarstellern: Bruce Willis und Joseph Gordon-Levitt.

Wir schreiben das Jahr 2040. Auf der Erde haben sich so ziemlich alle sozialen Schreckensszenarien bewahrheitet, die uns mahnende Wissenschaftler und Politiker vorhergesagt haben. Die viel zitierte Schere zwischen Arm und Reich ist ins unermessliche auseinandergedriftet. Der Großteil der Bevölkerung lebt auf den dunklen Straßen der Megametropolen. Und eine hochkriminelle Gangster-Gruppe lebt und feiert ausufernde Drogen-Orgien. Erschwerend kommt hinzu, dass das Zeitreisen mittlerweile erfunden wird, aber absolut illegal ist.

Doch längst haben sich mafiöse Organisationen die Möglichkeit des Zeitreisens zum Geschäft gemacht. Wird in der Gegenwart ein Gegenspieler zu gefährlich so schickt man einen sogenannten "Looper" 30 Jahre in die Vergangenheit, um den unerwünschten Gegenspieler aus dem Weg zu räumen.

Joe (Joseph Gordon-Levitt) ist so ein Looper. Doch seine recht eigenwillige Art seine Aufträge zu erledigen, macht ihn bald selbst zu einem unerwünschten Objekt. Daher bekommt er den Auftrag, sein eigenes 30 Jahre älteres Ich (Bruce Willis) umzubringen. Doch sein Alter Ego wird verschont, was zu einem unerwünschten Nebeneffekt im Zeit-Raum-Kontinuum führt. In der Gegenwart gibt es nämlich gleich zwei Joes.

"Looper" spielt zunächst recht intelligent mit den Mustern des Zeitreise-Films, auch wenn man ehrlicherweise sagen muss, dass die genauen Mechanismen, mit denen sich die Looper in der Zeit bewegen, im Dunkeln bleiben. Da Regisseur Rian Johnson das auch irgendwann mal merkt und seine Konstruktion nicht erklären kann bzw. will, stürzt sich der Film schnell in einen recht simplen - und daher auch leicht zu verstehenden - Kampf auf Leben und Tod. Damit verschenkt "Looper" die Möglichkeit sich in eine Reihe mit intelligenten Zeitreise-Filmen wie "12 Monkeys" oder "Source Code" einzugliedern.

"Looper" ist immer dann am Besten, wenn der Film zu einer Art offizieller Wachablösung wird: Der gealterte, aber immer noch recht robuste, Bruce Willis, leistet seinem jungen Partner Joseph Gordon-Levitt Schützenhilfe und überlässt dem talentierten Schauspieler die Bühne. Er hat das Potenzial, Willis zu beerben.

USA 2012; Darsteller:Bruce Willis, Joseph Gordon-Levitt, Emily Blunt, Piper Perabo; Regie: Rian Johnson; ab 16 Jahren; 118 Minuten

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