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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 04.07.2012

"Little Thirteen"

Packender Film um zwei Teenager aus dem Berliner Arbeitermilieu

Von Jörg Taszman

Sarah (Muriel Wimmer) wirkt unsentimental, sucht aber schon Liebe und Nähe. (X-Verleih)
Sarah (Muriel Wimmer) wirkt unsentimental, sucht aber schon Liebe und Nähe. (X-Verleih)

Es nicht ganz einfach, einen authentischen Film über das Leben von 13-Jährigen zu machen, sind doch Menschen, die Filme machen, in der Regel erheblich älter. Der Regisseur Christian Klandt hat die Herausforderung angenommen - und beeindruckt mit zwei tollen Hauptdarstellerinnen.

Sarah und Charly sind beste Freundinnen und wohnen in einem Berliner Plattenbaubezirk. Am wichtigsten ist den beiden Mädchen, neue Jungs kennen zu lernen, auf Partys zu gehen und viel Sex zu haben. Dabei wirken die 13-jährige Sarah und ihre 16-jährige Freundin verblüffend abgeklärt und unsentimental.

Als Sarah dann im Chat den 18-jährigen Gymnasiasten Lukas kennen lernt und Charly herausfindet, dass sie schwanger ist, verändert sich etwas im Leben der Freundinnen. Plötzlich suchen beide auch nach Liebe und Nähe, ohne jedoch auf ihr wildes Partyleben verzichten zu wollen.

Der Abschlussfilm von Regisseur Christian Klandt an der "HFF Konrad Wolf" in Potsdam ist eine präzise Lebensstudie von Teenagern aus dem Arbeitermilieu. Väter sind abwesend, Männer und Jungs wollen meist nur schnellen Sex ohne Gefühle und Verantwortung. Die frühreifen Mädchen sind sich selbst überlassen und orientierungslos. So werden Sex und Partys zu Ersatzdrogen für den schnellen Kick.

"Little Thirteen" fängt dabei ein Lebensgefühl ein, ohne zu moralisieren. Der gut recherchierte Film basiert auf Erfahrungen von Jugendlichen aus einem Arbeitsworkshop und zeichnet ein unbequemes Porträt von Teenagern einer an den Rand gedrängten sozialen Klasse, die von der bürgerlichen Mehrheitsgesellschaft vorschnell als Generation Porno abgestempelt wird.

Besonders glaubwürdig wird "Little Thirteen" auch durch das natürliche Spiel der jugendlichen Hauptdarstellerinnen. Muriel Wimmer verkörpert Sarah als eine selbstbewusste und furchtlose Jugendliche, die mehr Durchblick im Leben hat als ihre erst 29-jährige Mutter. Antonia Putiloff spielt die etwas prollige Charly schnoddrig und abgezockt.

Nach "Die Kriegerin" endlich wieder packendes, junges Kino aus Deutschland!

Deutschland 2012, Regie: Christian Klandt, Darsteller: Muriel Wimmer, Antonia Putiloff, Altersfreigabe: 12 Jahre, Länge: 91 Minuten

Filmhomepage "Little Thirteen"

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