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Thema / Archiv | Beitrag vom 09.06.2008

Literaturwissenschaftler Emmerich: Strittmatter hat Chance zur Offenbarung nicht genutzt

DDR war nicht an Zeugenschaft interessiert

Bücher im Regal (AP)
Bücher im Regal (AP)

In der Debatte um die NS-Vergangenheit des Schriftstellers Erwin Strittmatter hat der Literaturwissenschaftler Wolfgang Emmerich von der Universität Bremen kritisiert, dass der Autor seine Zugehörigkeit zur Ordnungspolizei während des Krieges nicht nach dem Ende der innerdeutschen Teilung eingeräumt hat.

"Wenn es einen Vorwurf gibt ( ... ), dann bezieht er sich zuerst darauf, dass Strittmatter auch nach der Wende, als er frei hätte schreiben können, das nicht getan hat", sagte der Experte für DDR-Literatur im Deutschlandradio Kultur.

"Man kann nicht nachweisen, ( ... ) dass Strittmatter an solchen Verbrechen beteiligt gewesen sein könnte. Aber er war ein ganz wichtiger Zeuge." Die DDR sei aber offenbar nicht an der Zeugenschaft des Autoren interessiert gewesen, bemängelte Emmerich. "Das beschädigt sicher auch die heile Welt von DDR-Literatur, die manche immer noch bewahren wollen."

Emmerichs Kollege Werner Liersch hat nach eigenen Angaben herausgefunden, dass der Autor Strittmatter Angehöriger des SS-Polizei-Gebirgsjäger-Regiments 18 war. Strittmatters Wissen über die Operationen dieser Ordnungspolizei tauchten aber weder in seinem Werk noch in seiner Biographie auf, kritisierte Liersch im Deutschlandradio Kultur. MP3-Audio

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