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Kulturnachrichten

Mittwoch, 17. Februar 2016

Literaturstipendium "Harald Gerlach" für André Schinkel

Der 43-jährige Autor bekommt das Stipendium für sein Vorhaben "Ranis im Regen"

Der aus dem sächsischen Eilenburg stammende Lyriker und Prosa-Schriftsteller André Schinkel setze sich poetisch mit der Thüringer Landschaft auseinander und leiste damit einen Beitrag zur literarischen Wahrnehmung des Freistaates, sagte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) in Erfurt. Der in Halle lebende Autor war Stadtschreiber in Burgstadt Ranis, in Jena und Halle. Er studierte in Halle Germanistische Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Prähistorische Archäologie. Das Literaturstipendium wird seit 2009 vergeben und trägt seit 2011 den Namen des Lyrikers, Prosa-Autors, Librettisten und Essayisten Harald Gerlach (1940-2011). Schinkel erhält es am 23. Mai in Erfurt.

Goldener Ehrenbär für Kameramann Michael Ballhaus

Der gebürtige Berliner bekommt die Auszeichnung am Donnerstag

Bei der Berlinale wird der Kameramann Michael Ballhaus mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet. Der 80-jährige gebürtige Berliner erhält die Statue für seine langjährige Treue zu dem Festival. Ballhaus gilt als einer der besten Kamerakünstler der Welt. Berühmt sind vor allem seine Filme mit Rainer Werner Fassbinder und Martin Scorsese. Zur Ehrengala im Berlinale-Palast läuft nochmals der legendäre Scorsese-Film "Gangs of New York", der Ballhaus seine dritte Oscar-Nominierung einbrachte.

Burg der Droste-Hülshoff soll Kulturzentrum werden

Burg Hülshoff bei Havixbeck soll zu einem "Zukunftsort Literatur" werden

Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), Barbara Rüschoff-Thale, stellte in Münster einen Stufenplan für die beiden "authentischen Geburts- und Lebensorte der wohl anerkanntesten deutschen Dichterin" vor. Demnach will die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung unter Federführung des LWL das Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) zu einem "Zukunftsort Literatur" umgestalten und das nahe gelegene Haus Rüschhaus zu einem "Droste-Kulturzentrum" ausbauen. "Sowohl für Literaturfreunde aber auch als herausragende Baudenkmale haben die Gebäude überregionale Bedeutung", sagte Rüschoff-Thale. Vorgesehen seien der Ausbau der Vorburg von Burg Hülshoff als multifunktionale Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Kommunikationsstätte, die Gestaltung eines Verbindungswegs zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus, die Schaffung eines Droste-Instituts und eines Netzwerks für Literatur sowie die Neugestaltung des Familienmuseums in der Burg.

Ein Berg als Kunstwerk: Chillidas Lebenstraum

Pläne des baskischen Bildhauers scheiterten bislang am Widerstand der Naturschützer

Jahre nach dem Tod von Eduardo Chillida (1924-2002) soll der Lebenstraum des spanischen Bildhauers doch noch wahr werden. Die Regionalregierung der Kanaren und die Inselverwaltung von Fuerteventura wollen das umstrittene Vorhaben des baskischen Künstlers angehen, den Berg Tindaya auf der kanarischen Insel auszuhöhlen und in ein "Monument der Toleranz" zu verwandeln. Nach den Plänen des Bildhauers soll der als Naturdenkmal geschützte Berg auf Fuerteventura ausgehöhlt werden, um im Innern einen riesigen, würfelförmigen Hohlraum zu schaffen. Durch zwei senkrechte Schächte soll das Sonnenlicht einfallen. "Der riesige Hohlraum wird den Besucher spüren lassen, wie klein der Mensch eigentlich ist, und zeigen, dass wir alle Brüder sind", hatte der Künstler gesagt, dessen Skulptur "Berlin" das Bundeskanzleramt ziert.

Berliner Literaturpreis an Feridun Zaimoglu

Zaimoglu erhält 30 000 Euro dotierte Auszeichnung sowie Gastprofessur an der FU Berlin

Der türkischstämmige Schriftsteller Feridun Zaimoglu (51) ist neuer Träger des Berliner Literaturpreises. Sie wird von der Berliner Stiftung Preußische Seehandlung vergeben. Der seit 50 Jahren in Deutschland lebende Autor erhalte den Preis für sein "sprachgewaltiges erzählerisches und dramatisches Werk", erklärte die Jury zur Preisvergabe am Mittwochabend. Er habe die Erfahrungen von Einwanderern und Migranten vielstimmig gestaltet: "Abseitsstehende und Ausgegrenzte werden in seinen Werken zu zentralen Figuren und zu Akteuren." Zaimoglu, 1964 im türkischen Bolu geboren, kam als Kleinkind mit seinen Eltern nach Deutschland. Seit seinem ersten Buch "Kanak Sprak" (1995) erschienen zahlreiche Stücke und Romane, zuletzt die west- östliche Familiensaga "Siebentürmeviertel" (2015). Bisherige Träger des Literaturpreises waren etwa Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow und Sibylle Lewitscharoff.

Ringier Verlag trennt sich von "Cicero" und "Monopol"

Um die beiden Titel finanziell zu konsolidieren, werden Stellen abgebaut

Die Zeitschriften "Cicero" und "Monopol" gehen nach wirtschaftlich schwierigen Jahren in neue Hände über. Der Schweizer Ringier Verlag verkauft das renommierte politische Magazin und das Kunst-Magazin zum 1. Mai 2016 an "Cicero"-Chefredakteur Christoph Schwennicke sowie seinen Stellvertreter Alexander Marguier. Seit der Gründung von "Cicero" vor zwölf Jahren und der Übernahme von "Monopol" 2006 sei es nicht gelungen, die in Deutschland vertriebenen Titel profitabel zu machen, teilte Ringier mit. Die Chefredaktionen von "Cicero" und "Monopol" wollen sich in den kommenden Tagen äußern. Beide Titel sollen mittelfristig finanziell konsolidiert werden. Dazu würden auch Stellen abgebaut. Details dazu nannte der Verlag zunächst nicht. Die verkaufte Auflage des monatlich erscheinenden Magazins "Cicero" lag 2014 bei etwa 83 000 Exemplaren. "Monopol" hat nach Angaben des Verlags eine Druckauflage von 45 000 Exemplaren.

Polnischer Film-Regisseur Andrzej Zulawski gestorben

Zulawski drehte mit Romy Schneider und Sophie Marceau

Nach polnischen Medienberichten starb Andrzej Zulawski in der Nacht zu Mittwoch im Alter von 75 Jahren an einer Krebserkrankung. Zulawski, der als Sohn eines polnischen Schriftstellers und Diplomaten in Paris aufwuchs, machte seine ersten Regieerfahrungen in den 60-er Jahren als Assistent des polnischen Kino-Altmeisters Andrzej Wajda, drehte aber seit den 80-er Jahren überwiegend in Frankreich. Zulawski wurde bekannt mit Filmen wie "Nachtblende" mit Romy Schneider, "Meine Nächte sind schöner als deine Tage" oder dem im Jahr 2000 gedrehten "Die Untreue der Frauen" mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Sophie Marceau. Er arbeitete auch als Schriftsteller und Essayist. Für Aufsehen sorgte in Polen vor knapp zehn Jahren Zulawskis Verlobung und schlagzeilenträchtige Trennung von der 43 Jahre jüngeren polnischen Schauspielerin Weronika Rosati.

Nico Bleutge erhält Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird auf der Leipziger Buchmesse verliehen

Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik geht in diesem Jahr an den Lyriker und freien Literaturkritiker Nico Bleutge. "Er urteilt eigenständig, argumentiert offen und für den Leser öffnend, er schreibt stilistisch glänzend", begründete die Jury des "Börsenblatts" des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt am Main die Wahl. Der 1972 in München geborene Bleutge debütierte im Jahr 2006 mit dem Gedichtband "klare konturen". Seit 2001 arbeitet Bleutge als freier Literaturkritiker, unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", "Neue Züricher Zeitung" und "Tagesspiegel". Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller lebt in Berlin, ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Mit dem Preis zeichnet das "Börsenblatt", das Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel, seit 1977 literaturkritisches Wirken aus. Er erinnert an den Kritiker und Schriftsteller Alfred Kerr (1867-1948).

Buga-Defizit auf über 19 Millionen Euro gewachsen

Mangelnde Gäste gelten als Hauptgrund für Einnahmendefizit

Das Defizit der Bundesgartenschau in der Havelregion ist auf 19,2 Millionen Euro gewachsen. Das sagte Britta Kornmesser, SPD-Fraktionschefin in Brandenburg/Havel, der "Märkischen Allgemeinen". Der Buga-Zweckverband war zunächst von einem Defizit in Höhe von rund 10 Millionen Euro ausgegangen, nachdem rund eine halbe Million Gäste weniger zur Schau gekommen waren als erwartet. Möglicherweise sei das immer noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn das Schlussergebnis liege noch nicht vor, heißt es in dem Zeitungsbericht. Die Stadt Brandenburg/Havel muss 63 Prozent des Verlusts tragen. Zu der Buga in den fünf Städten Brandenburg/Havel, Premnitz, Rathenow, Stölln und Havelberg (Sachsen-Anhalt) waren im vergangenen Jahr nur rund eine Million Besucher gekommen. Die Städte hatten insgesamt knapp 35 Millionen Euro investiert.

Handschrift wird für Schüler zum Problem

Eltern beklagen laut Umfrage, dass ihre Kinder nicht flüssig schreiben können

Locker und leserlich mit der Hand zu schreiben, wird einer Umfrage zufolge im digitalen Zeitalter für viele Schüler zum Problem. Laut der am Mittwoch auf bei der Bildungsmesse Didacta vorgestellten Erhebung sagen gut 23 Prozent der befragten knapp 1000 Mütter, ihre Kinder hätten Schwierigkeiten, länger als 30 Minuten am Stück zu schreiben. "Das wären hochgerechnet auf Deutschland 1,2 Millionen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, die nicht ausreichend leserlich und ohne Verkrampfung schreiben können", teilten das Schreibmotorik Institut, der Bildungsverband Didacta und der Bundeselternrat in Köln mit. Zugleich hätten 96 Prozent der Eltern angegeben, dass sie Handschreiben auch heutzutage noch für wichtig halten. Didacta-Präsident Wassilios Fthenakis zeigte sich besorgt. Das Schreiben von Hand sei auch für die motorische Entwicklung des Kindes bedeutend. Diese Kulturtechnik müsse erhalten werden. Christian Marquardt vom Schreibmotorik Institut warnte: Das Ziel, "eine ermüdungsfreie, lesbare und flüssige Handschrift" zu erwerben, "scheint gefährdet".

George Clooney lobt Deutschlands Flüchtlingspolitik

Der Schauspieler bezeichnet Deutschland als "Leutturm der Hoffnung"

Der US-Schauspieler George Clooney lobt das Engagement der Bundesrepublik in der Flüchtlingskrise: "Deutschland ist momentan ein Leuchtturm der Hoffnung", sagte der Schauspieler in einem Interview mit dem aktuellen "stern". "Die Flüchtlingskrise ist gerade für viele Länder eine echte Belastung - aber ohne Deutschland wäre sie ein Desaster." Clooney war anlässlich der Berlinale nach Deutschland gereist und hatte mit seiner Frau, der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht. "Sie muss sich immer wieder anpassen", so Clooney, "sie weiß aber auch, dass ihre Maßnahmen für die Aufnahme von Flüchtlingen letztendlich nur ein Pflaster sind." Die große Wunde bleibe der Krieg in Syrien. Auf die Frage, wie er in der Flüchtlingskrise helfen könne, antwortete Clooney, dass man vor allem die Berichte über Menschenmassen vergessen müsse. Ihm sei wichtig zu zeigen, welche Individuen dahintersteckten, schließlich hätte ihr Schicksal auch jeden anderen treffen können. "Wir haben lediglich in der Geburtslotterie ein besseres Los gezogen."

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