Sonntag, 23. November 2014MEZ06:55 Uhr
November 2014
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Nächste Sendung

30.11.2014, 00:05 Uhr Literatur
Prager Begegnungen
Mit Ricarda Junge und Anna Zonová
Moderation: Sigried Wesener
In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Prag

Zwei Autorinnen schreiben über den Nachklang von Geschichte.
Nach dem Berliner Mauerfall läuteten am 17. November 1989 Prager Studenten mit einem Protestmarsch die politische Wende in der Tschechoslowakei ein. Auf das brutale Vorgehen von Polizisten reagierten landesweit Tausende Tschechen und Slowaken mit Sympathiebekundungen. Sie klimperten mit ihren Schlüsseln als Zeichen an die Mächtigen, endlich nach Hause zu gehen. Der blutige Auftakt ging über in jene "Samtene Revolution", ein neuer Wind wehte durch die Gassen der goldenen Stadt, brachte Farbe und neue Töne in die Politik. Symbolfigur dieser Zeit wurde Vâclav Havel. Nach politischen Statements und publizistischen Debatten, kamen auch die Bücher von Dissidenten und Reformkommunisten in den Handel, wurden Autoren wie Bohumil Hrabal, Pavel Kohout, Milan Kundera neu entdeckt. Auch jüngere Autoren beschäftigten sich literarisch mit den realsozialistischen Zeiten, mit Tabuthemen wie dem Prager Frühling, Exil, Vertreibung, das bizarre deutsch-jüdisch-tschechische Verhältnis. Anna Zonová war 1989 Mitte 20. Die Ausstellungskuratorin und Schriftstellerin erzählt in ihrem Roman 'Zur Strafe und als Belohnung' von der Neubesiedlung der Sudeten 1945, nachdem die deutsche Bevölkerung vertrieben worden war. Hier treffen Nachkriegsschicksale aufeinander: aus Prag in die Provinz Verbannte, einfache Bauern aus Ruthenien, Kriminelle, aber auch Familien, die dem neuen Staat loyal gegenüberstehen. Zu Hause fühlt sich niemand, zu desperat ist die neue Gesellschaft, zu stark die Erinnerung an die Vertriebenen. Die Zeit des Eisernen Vorhangs quer durch Europa drängt sich auch in die heile Welt von Ricarda Junges gerade erschienene Coming-Of-Age-Geschichte. Zu den beschwiegenen Familienerinnerungen gehört eine Leerstelle, jener Großvater, der nach der Flucht aus der DDR verschwand. Ungewöhnliche Verhältnisse und Geschichten, die das Leben in Europas Mitte prägen.

Verwandte Links

Buchkritik

Christa WolfVom Verblassen eines Traumes
Die 2011 verstorbene Schrifstellerin Christa Wolf

Die posthum erschienenen "Moskauer Tagebücher" sind eine Chronik aller Reisen von Christa Wolf in die sowjetische Hauptstadt. Sie zeigen deutlich, wie die Schriftstellerin den Glauben an den Sozialismus nach und nach verliert.Mehr

SachbuchWie Politik die Herzen gewinnt
Auf blauem Hintergrund sind die Silhouetten einer Familie mit Mutter, Vater, Tochter und Sohn in weiß zu sehen.

Politik wird vor allem mit dem Kopf gemacht - stimmt nicht, meint Martha C. Nussbaum. Die Philosophin zeigt in ihrem Buch "Politische Emotionen", warum öffentliche Emotionen für den sozialen Zusammenhalt nötig sind.Mehr

weitere Beiträge

Literatur

Sendung vom 23.11.2014

FanfictionEin Update für Anna Karenina

Ein Teilnehmer des 30. Chaos Communication Congress (30C3) des Chaos Computer Clubs (CCC) sitzt in Hamburg mit seinem Laptop in einem Becken mit weichem Verpackungsmaterial.

Eine bereits existierende Geschichte wird von einem Fan weitererzählt, ausgeschmückt oder auch umgeschrieben. Fanfiction liegt im Trend - auch auf dem Literaturmarkt

Sendung vom 16.11.2014
Die Gewinner des Open-Mike-Wettbewerbs 2014: Robert Stripling, Doris Anselm, Gerasimos Bekas und Mareike Schneider (v.l.n.r.)

Lesen22. Open Mike 2014

Der Open Mike ist das Sprungbrett in den Literaturbetrieb für diejenigen, die schreiben, aber noch kein Buch veröffentlicht haben. Ein Wochenende lang geht der Wettbewerb.

Sendung vom 09.11.2014
Schattenbild 2012

TodessehnsuchtExit

Die Schriftsteller Jean Améry, Wolfgang Herrndorf, Erich Loest, Sándor Márai schrieben über den eigenen Tod, bevor sie aus dem Leben schieden. Strahlt ihre Todessehnsucht auf den Leser ab oder feiert sie das Leben?

Sendung vom 02.11.2014
Die Wartburg Eisenach (Thüringen)

Deutsche MythenTatort Wartburg

In fast zehn Jahrhunderten wechselvoller deutscher Geschichte war die Burg Zuflucht oder Bühne großer historischer Figuren. Trägt das symbolische Kapital bis heute?

Sendung vom 26.10.2014
Ein steinernes Engelchen ziert am 14.10.2008 einen Grabstein auf dem alten Südfriedhof in München

Kehlmann-EffektDie Nachschreiber

Tote zum Sprechen bringen: Schon Thomas Manns satirischer Goethe-Roman "Lotte in Weimar" weist auf ein Genre, das heute vermehrt wieder aufgegriffen wird. Was interessiert junge Autoren an längst verblichenen Geistesgrößen?

Sendung vom 19.10.2014Sendung vom 11.10.2014

Frankfurter BuchmesseBücherherbst

Unsere Veranstaltung Bücherherbst auf der Frankfurter Buchmesse mit Lesungen und Gesprächen mit Sherko Fatah, Nino Haratischwili, Judith Hermann, Thomas Hettche, Bodo Kirchhoff, Andrej Kurkow, Teresa Präauer, Heinrich Steinfest und Ulf Erdmann Ziegler.

Sendung vom 05.10.2014Sendung vom 03.10.2014
Der russische Schriftsteller Jewgeni Jewtuschenko bei einem Vortragsabend 1963 in München

SystemkonkurrenzRussische Literatur im Kalten Krieg

Die Rezeption der russischen Literatur im deutschsprachigen Raum war von Anfang an mehr durch politische als durch ästhetische Erwägungen geprägt. Mit der Teilung Europas verschärfte sich dies noch einmal.

Der Soziologe Heinz Bude

Sachbücher im "Literarischen Colloquium Berlin"Reden wir vom Ich

Der Soziologe Heinz Bude und der Historiker Sven Reichardt begeben sich auf die Suche nach der Mentalität der alten Bundesrepublik. Im Fokus: das links-alternative Milieu der 70er- und 80er-Jahre. Welche Schlüsse ziehen sie aus ihren Analysen für das "Ich" der Gegenwart?

Sendung vom 28.09.2014Sendung vom 21.09.2014
Ein Feld und eine Windmühle

Eine literarische ErkundungLuftlinien

Ohne Luft kein Leben - ein Element in der Literatur: von Don Quijotes Kampf mit den Windmühlen über Thomas Manns Lungensanatorium bis zur Luftverschmutzung in Monika Marons "Flugasche" - viele große Werke kommen ohne die Luft nicht aus.

Sendung vom 14.09.2014Sendung vom 07.09.2014
"Wanderer über dem Nebelmeer" von Caspar David Friedrich

Bewegung und SchreibenIch ist ein Wanderer

Die Bewegung eines Schriftstellers zu Fuß, auch in Zeiten unbegrenzt möglicher Fernreisen, ist für sein Schreiben existenziell. Dieser motorische Akt fällt zusammen mit der Freiheitsliebe und Neugier des Autoren.

Sendung vom 31.08.2014
Der Mailänder Dom

TagebuchLiebhaber des Halbschattens

Als patriotisch gesinnter Student aus Mailand zieht Carlo Emilio Gadda 1914 in den Krieg und wird Schriftsteller. Erstmals erscheinen nun seine Kriegserinnerungen in Deutschland.

Sendung vom 24.08.2014Sendung vom 17.08.2014Sendung vom 10.08.2014Sendung vom 27.07.2014
Der amerikanische Dichter Ezra Pound ("Pisan Cantos") am 18. April 1958 in Washington D.C.

LyriksommerDas Lied der Globalisierung

Die Dichtung durchpflügt Kulturkreise und Historie, in der Monarchien vergingen, Diktatoren siegten und scheiterten, sie feiert Homer, Dante und die altchinesische Philosophie.

Sendung vom 20.07.2014Sendung vom 13.07.2014Sendung vom 29.06.2014
Das alte Rathaus in Sarajevo

BosnienVerbrannte Erinnerung

Hundert Jahre nach dem Attentat von Sarajevo wurde das Gebäude der Bibliothek, das einst das Rathaus beherbergte, wieder aufgebaut. Der österreich-ungarische Erzherzog und Thronfolger Franz Ferdinand war nach seinem Besuch in diesem Rathaus getötet worden.

Sendung vom 22.06.2014

KriminalromanZeit der Wut

Marode Staatsbetriebe fressen Steuern auf, Bürokratie lähmt den Alltag, soziale Gegensätze spitzen sich zu: Italien steckt in der Krise. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Kriminalromane in dem südeuropäischen Land gerade Hochkonjunktur haben.

Sendung vom 21.06.2014
Ein Häufchen Glasscherben, aufgenommen am Dienstag (14.08.2007) in der Glashütte in Lünen auf einem schwarzem Untergrund.

LesungTraumatisiert unter der Sonne Kaliforniens

Ismet Prcic ist in Bosnien geboren und in die USA ausgewandert. Sein Romandebüt "Scherben" gilt als "eines der glaubwürdigsten Zeugnisse des Jugoslawien-Kriegs" – so die Süddeutsche Zeitung.

Sendung vom 17.06.2014
Bertha von Suttner (1843-1914), undatierte Aufnahme: Die österreichische Pazifistin und Schriftstellerin regte die Stiftung des Friedensnobelpreises an, mit dem sie selbst 1905 als erste Frau ausgezeichnet wurde.

PazifismusDie Wege der Bertha von Suttner

"Wo Männer fechten, hat das Weib zu schweigen!" Nicht nur der Rechtsgelehrte Felix Dahn, auch Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig oder Karl Krauss haben sich um 1900 über die Friedenaktivistin Bertha von Suttner mokiert.

Seite 1/33