Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
Freitag, 27. Mai 2016MESZ08:30 Uhr

Aktuell / Archiv | Beitrag vom 12.05.2014

LiteraturMarcel Beyer erhält Kleist-Preis

Kleist-Gesellschaft: Autor spürt dunkle Verflechtungen von Wissenschaft, Kunst und Politik auf

Der Schriftsteller Marcel Beyer bei einer Autorenlesung in Koblenz (Archiv). (picture alliance / dpa / Thomas Frey)
Der Schriftsteller Marcel Beyer bei einer Autorenlesung in Koblenz (Archiv). (picture alliance / dpa / Thomas Frey)

Sein Thema ist immer wieder die deutsche Geschichte, vor allem die der Nazi-Zeit. Und der Dresdner Schriftsteller Marcel Beyer findet oft originelle Zugänge dazu. Nun erhält er den renommierten Kleist-Preis.

In seinen Romanen, Gedichtbänden und Essays spüre der 48-jährige Autor die dunklen Verflechtungen von Wissenschaft, Kunst und Politik in der deutschen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts auf, teilte die Kleist-Gesellschaft jetzt mit. Dabei bediene er sich häufig experimenteller Darstellungsformen. Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Vielfach ausgezeichnete Autor

Bekannt geworden ist Beyer mit Werken wie "Flughunde", "Erdkunde" und "Putins Briefkasten". Der studierte Germanist und Theaterautor hat bereits zahlreiche Preise erhalten, darunter den Deutschen Kritikerpreis, den Berliner Literaturpreis, den Heinrich-Böll-Preis und den Friedrich-Hölderlin-Preis. In den Jahren 2012 und 2013 war er Stadtschreiber von Bergen, 1996 "Writer in residence" am University College London.

Beyer wurde 1965 im württembergischen Tailfingen geboren. Das Mitglied des PEN-Zentrums arbeitete als Lektor der Literaturzeitschrift "Konzepte" und schrieb in der Musikzeitschrift "Spex". 1991 erschien mit "Das Menschenfleisch" sein erster Roman. Marcel Beyer lebt und arbeitet seit 1996 in Dresden.

Preis erstmals 1912 verliehen

Der Kleist-Preis soll Beyer am 23. November in Berlin überreicht werden. Für die Laudatio ist Hortensia Völckers vorgesehen, die langjährige künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes.

Die Auszeichnung wurde erstmals 1912 anlässlich des 101. Todestages des Dramatikers und Erzählers Heinrich von Kleist verliehen. Frühe Preisträger waren unter anderem Bertolt Brecht, Robert Musil und Anna Seghers. 1933 löste sich die Kleist-Stiftung auf. Nach der Wiederbegründung des Preises im Jahr 1985 wurden unter anderem Alexander Kluge, Heiner Müller, Ernst Jandl, Herta Müller, Martin Mosebach und Daniel Kehlmann ausgezeichnet.

tmk

Mehr zum Thema:

07.04.2008 | KRITIK | ARCHIV
Vogelkunde und Geschichte
Marcel Beyer: "Kaltenburg" Suhrkamp Verlag. Frankfurt 2008, 395 Seiten

05.09.2013 | THEMA | ARCHIV
"In Peking hab ich noch überhaupt nichts notiert"
Der Autor Marcel Beyer berichtet vom Deutsch-Chinesischen Schriftstellerforum in Peking

Studio 9

Nato-Übung in PolenSchwieriges Manöver
Nato-Übung in Zagan, Polen (Deutschlandradio / Annette Riedel)

Schneller, flexibler, schlagkräftiger - die Nato stellt sich auf neue Bedrohungsszenarien. Dass das Bündnis nun eine Übung im polnischen Zagan durchführt, gilt auch als Signal an Russland.Mehr

Tod und TrauerDer Alternativ-Bestatter
Der Bestatter Eric Wrede (Peter Kessen )

"Lebensnah" nennt sich das Institut von Eric Wrede. Sein Geschäft sind die Toten. Neben der reinen "Versorgung" von Verstorbenen bietet er auf einem alten Hof in Berlin vor allem Raum und Zeit für individuelles Abschiednehmen. Mehr

Gewerkschafter MartinezMit Wut und Schnauzbart
Philippe Martinez, CGT-Generalsekretär (picture alliance / dpa / Jeremy Lempin)

Philippe Martinez ist Gewerkschafter durch und durch. Und als Chef der französischen CGT könnte er im Streit um die geplanten Arbeitsmarktreformen zum Führer einer außerparlamentarischen Opposition aufsteigen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj