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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 22.08.2014

Literatur"Immer fällt mir, wenn ich an den Indianer denke, der Türke ein"

Über das Gewicht des ersten Satzes

Von Sieglinde Geisel

E-Book und Buch (picture alliance / dpa / Simon Chavez)
Oft entscheidet der erste Satz, ob man weiterliest oder nicht (picture alliance / dpa / Simon Chavez)

Vom ersten Satz des Romans hängt alles ab. Wie finden Autoren ihren ersten Satz? Eine kleine Theorie der Roman-Anfänge.

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance - diese Lebensweisheit gilt auch für den Moment, in dem ein Leser die erste Seite eines Romans aufschlägt. Ob Karl May oder James Joyce: In den ersten Minuten des Lesens entscheidet sich, ob man mit Herzklopfen, Kopfschütteln, Schmunzeln, Stirnrunzeln weiterlesen - oder das Buch gleich wieder aus der Hand legen wird. Für den Autor stellt sich die Frage: Lade ich meine Leser ein oder verstöre ich sie? Rolle ich einen roten Teppich für sie aus oder lasse ich sie ungerührt ins kalte Wasser springen?

Jeder Roman beginnt mit dem ersten Satz, doch in der Literaturgeschichte dürfte es noch kaum einen ersten Satz gegeben haben, der tatsächlich als erstes geschrieben wurde. Wann also findet ein Autor beim Schreiben den Anfang? Und was entscheidet darüber, auf welchem Weg und mit welcher Geste er die Leserschaft in den imaginären Raum des Romans geleiten wird? Schriftsteller und Leser geben Auskunft über ihre Erfahrungen mit dem ersten Satz. 

Das Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Zeitfragen

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