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Interview / Archiv | Beitrag vom 01.12.2014

LinguistikWas Facebook und Twitter aus der deutschen Sprache machen

Johannes Ebert vom Goethe-Institut über das Projekt "Deutsch 3.0"

Eine Frau liest im Duden. (dpa / picture alliance / Tim Brakemeier)
Neue Medien haben auch Auswirkungen auf unsere Sprache. (dpa / picture alliance / Tim Brakemeier)

Heute schon ein Hashtag gesetzt? Und in der Cloud gesurft? Mit sozialen Netzwerken und den neuen Medien verändert sich auch unsere Sprache. Welche Folgen das hat, erklärt Johannes Ebert vom Goethe-Institut.

Fast ein Jahr lang hat das Goethe-Institut zusammen mit dem Duden und dem Institut für Deutsche Sprache in vielen Veranstaltungen untersucht, wie es um den Zustand unserer Sprache bestellt ist. Einer der Schwerpunkt beim Projekt "Deutsch 3.0" war der Einfluss neuer Medien.

Twittern wir uns die deutsche Sprache ins Abseits? Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, gibt Entwarnung. Zwar sei die Häufung von Anglizismen mitunter "unangenehm". Dennoch könnten Menschen, die Anglizismen verwenden, "sehr gut unterscheiden, wann sie englische Wörter einsetzen und wann sie wieder mit der deutschen Sprache zu tun haben", sagte Ebert bei Deutschlandradio Kultur.

Wenn in der Wissenschaft nur noch Englisch gesprochen wird

Dies gelte auch für Kinder und Jugendliche. Sprache sei für diese "ein Ausdruck von Identität und Zugehörigkeit zu einer Gruppe", sagte Ebert. Trotzdem seien die junge Leute in der Lage, sich im Klassenzimmer wieder in der normalen Hochsprache zu verständigen.

Ein weiterer Fokus des Projekts "Deutsch 3.0" lag auf dem Bereich der Wissenschaftssprache. Hier sei Englisch inzwischen zur Lingua franca geworden, so Ebert – und zwar auch in der Lehre. "Das kann für unsere Sprache auf die Dauer problematisch werden." Wenn ausländische Studenten an der Hochschule kein Deutsch mehr lernen, könne es Probleme mit der Integration geben.

Zudem stehe hinter jeder Wissenschaftssprache ein eigenes kognitives Modell, sagte Ebert. Wenn man sich allein auf das angelsächsische Modell konzentriere, bestehe die Gefahr, "dass man gewisse Perspektiven verliert, die uns die deutsche Sprache gibt".

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