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Kulturnachrichten

Freitag, 11. März 2016

Limbach-Kommission soll verändert werden

Kulturstaatsministerin Monika Grütters empfiehlt Persönlichkeit mit jüdischem Hintergrund

Monika Grütters will nach Kritik an der Besetzung der Limbach-Kommission für NS-Raubkunst empfehlen, eine Persönlichkeit mit jüdischem Hintergrund in die Arbeit einzubeziehen. Dies wäre eine starke vertrauensbildende Maßnahme für die jüdische Seite, sagte die Kulturstaatsministerin. Sie werde in Beratungen mit Mitgliedern der Kommission, mit Ländern und Kommunen auch anregen, "nach 13 Jahren guter Arbeit über einzelne Aspekte der Arbeitsordnung nachzudenken". Die Limbach-Kommission vermittelt zwischen Beteiligten, wenn es Streit um mögliche Raubkunst gibt. Diese Woche hatte eine Gruppe von Anwälten unter anderem kritisiert, dem Gremium müssten auch Vertreter der Verfolgtengruppen angehören. Ähnlich hatte sich nach Angaben der Bundesregierung der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, geäußert.

Keyboard-Legende Keith Emerson ist tot

Die Polizei geht von einem Suizid aus.

Das Gründungsmitglied der Band „Emerson, Lake and Palmer", Keith Emerson, ist tot. Wie die Polizei im kalifornischen Santa Monica mitteilte wurde der 71-jährige leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Die Behörden gehen von einem Suizid aus.

Emerson war der Keyboarder der Band, die in den siebziger Jahren mehrere Hits hatte und mit insgesamt 6 Alben Platinstatus erreichte. "Lucky Man" gehört zu ihren bekanntesten Liedern.

Nach der Auflösung der Band im Jahr 1978 hatten sich die Musiker in den 1990er Jahren wiedervereint. Seit 2004 hatte Emerson seine eigene Gruppe, die Keith Emerson Band. Er machte sich auch als Solokünstler am Synthesizer sowie mit mehreren Klavierwerken und Filmmusik einen Namen.

Emerson war 1944 im der nordenglischen Kleinstadt Todmorden bei Leeds zur Welt gekommen, wuchs an der südenglischen Küste auf und zog noch als Teenager nach London. Klavier spielte er bereits als Kind. In seinem Schaffen blieb er stets von klassischen Komponisten beeinflusst.

Krimi-Preis für "Tatort"

Eine Auszeichnung des Deutschen FernsehKrimi-Festivals in Wiesbaden

Der vom NDR produzierte "Tatort" mit dem Titel "Verbrannt" hat den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2016 gewonnen. Der Publikumspreis ging in diesem Jahr an den Justizkrimi "Die Ungehorsame" (Sat.1). Sonderpreise für herausragende Einzelleistungen wurden auf dem FernsehKrimi-Festival für Petra Schmidt-Schaller ("Tatort - Verbrannt"/NDR, Beste Darstellerin), Edin Hasanovic ("Auf kurze Distanz"/WDR, Bester Darsteller) und Regisseur Christian Petzold ("Polizeiruf 110 - Kreise"/BR) vergeben. Das Deutsche FernsehKrimi-Festival findet seit 2005 jedes Jahr im März statt. Zehn deutschsprachige TV-Krimis stehen dabei im Wettbewerb. Das Wiesbadener Festival endet am Sonntag. Zum Abschluss gibt es am Samstagabend eine "Lange Fernsehkrimi-Nacht", in der noch einmal alle Wettbewerbsfilme zu sehen sind.

Christoph Peters erhält Friedrich-Hölderlin-Preis

Vergeben wird der mit 20.000 Euro dotierte Preis von der Stadt Homburg

Der Berliner Maler und Schriftsteller Christoph Peters erhält den mit 20.0000 Euro dotierten Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. "Sein vielgestaltiges Werk kreist in immer neuen, unerwarteten und originellen Anordnungen um die Grundfragen nach der Wahrheit und der Schönheit", teilte die Stadt mit. Der mit 7.500 Euro verbundene Förderpreis geht an den ebenfalls in Berlin lebenden Autor Per Leo. Die Preise werden am 12. Juni im Bad Homburger Kurtheater verliehen. Die Laudatio auf Peters hält der Hölderlin-Preisträger des Vorjahres, Michael Kleeberg.

Literarische Nachlässe von Erika und Klaus Mann online

Bisher unveröffentlichte Materialien erweitern Einblick in das Denken der Manns

Das Literaturarchiv der Stadt München "Monacensia" hat die literarischen Nachlässe von Erika und Klaus Mann digitalisiert. Rund 8000 Dokumente der Geschwister bestehend aus Manuskripten, biografischen Dokumenten und Briefen sind nun für die Forschung und die Öffentlichkeit unter www.monacensia-digital.de frei zugänglich. Auch die Briefe der beiden ältesten Kinder des Schriftstellers Thomas Mann und seiner Frau Katia, aus den Jahren ihrer Kindheit in München bis zu ihrem europäischen Exil sind im Originalformat einsehbar. In der Monacensia befinden sich die literarischen Archive von Erika und Klaus Mann. Sie decken nahezu das gesamte Werk der Geschwister ab. Diese bisher zum Teil unveröffentlichten Materialien, darunter Notiz- und Adressbücher, Terminkalender, Vortrags- und Einnahmeverzeichnisse oder Erika Manns Reifezeugnis, erlaubten einen unmittelbaren Zugang zu ihren Denk- und Entwicklungsprozessen.

Weltkulturfestival in Indien beginnt trotz Protesten

Erwartet werden mehr als 3,5 Millionen Menschen

Selbst ein Gerichtsverfahren, Proteste von Umweltschützern und Sorgen der Polizei konnten ein Weltkulturfestival in Indien nicht stoppen: Die gigantische dreitägige Geburtstagsparty der spirituellen Organisation Art of Living hat in Neu Delhi begonnen. Erwartet werden mehr als 3,5 Millionen Menschen - damit solle es das größte Musik- und Tanzfestival der Welt sein. Der Guru Sri Sri Ravi Shankar, der Art of Living vor 35 Jahren gründete, hat auch im Westen viele Anhänger. Unter den Gästen sind Deutsche, darunter der CDU-Vizevorsitzende Armin Laschet. Ein Umwelttribunal hatte im letzten Moment grünes Licht für das Festival an den Ufern des Flusses Yamuna gegeben. Allerdings stellten die Richter fest, dass der Flusslauf geändert und die natürliche Vegetation zerstört worden sei. Sie verlangten von der Organisation, eine Strafe zu zahlen und nach dem Ende des Festivals an der Stelle einen Biodiversitätspark zu gestalten. Die Polizei meldete Sicherheitsbedenken an, etwa was die Stabilität der fast drei Hektar großen Bühne angeht.

Hermann Parzinger für Wiederaufbau von Palmyra

Der Prähistoriker will damit "ein sichtbares Zeichen gegen die Barbarei setzen"

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, spricht sich für einen Wiederaufbau der syrischen Tempelstadt Palmyra aus. Man müsse "ein sichtbares Zeichen gegen die Barbarei setzen", sagte Parzinger im Interview des "Kölner Stadtanzeiger". Der "perfide Terror" des "Islamischen Staates" dürfe nicht das letzte Wort haben. Zunächst müsse natürlich das Leid der Menschen in den Kriegsgebieten gelindert werden, betonte der renommierte Prähistoriker. Doch nachdem Frieden eingekehrt sein werde, müsse es irgendwann auch eine archäologische Bestandsaufnahme geben. Der Prähistoriker sprach sich für künftige Einsätze einer Art Kultur-Eingreiftruppe, also Unesco-Blauhelmen, aus, um Attacken auf Welterbestätten zu unterbinden.

Handel mit Kulturgütern wächst

Unesco stellte heute Bericht vor

Der Handel mit Kulturgütern hat sich trotz globaler Rezession zwischen 2004 und 2013 verdoppelt. 2013 lag der Wert bei 212,8 Milliarden US-Dollar, wie aus einem heute vorgestellten Unesco-Bericht hervorgeht. Die Kultur- und Kreativwirtschaft spiele unverändert eine zentrale und wachsende Rolle für die Weltwirtschaft. China führe den Handel mit Kulturgütern inzwischen an, gefolgt von den USA. 2013 hätten Chinas Kulturgüterexporte einen Wert von 60,1 Milliarden US-Dollar erreicht und seien damit mehr als doppelt so hoch wie die der USA (27,9 Milliarden US-Dollar). Generell, so die Autoren des Berichts, nehme die Rolle der Industriestaaten bei Kulturgüterexporten ab. Sie dominierten jedoch weiterhin die Importströme.

Kunstmesse Maastricht bietet Millionen-Werke an

7000 Jahre Kunstgeschichte aus 20 Ländern

Die diesjährige Kunstmesse TEFAF ist eröffnet. Bis zum 20. März bieten in Maastricht 270 Aussteller aus 20 Ländern Zehntausende von Objekten an. Das Spektrum umfasst 7000 Jahre Kunstgeschichte, vom alten Ägypten bis zum zeitgenössischen Design. Ein Schlüsselgemälde des belgischen Surrealisten Paul Delvaux ist eines der teuersten Werke auf der diesjährigen Messe. Das Delvaux-Werk "Le Miroir" von 1935 wurde im vergangenen Monat für knapp 10 Millionen Euro bei Sotheby's versteigert, jetzt soll es schon 22 Millionen kosten. Die Messe in Maastricht gilt als die weltweit wichtigste für alte Kunst. Nach einer TEFAF-Studie hat der Weltkunstmarkt sein Allzeithoch von 2014 im vergangenen Jahr allerdings nicht mehr halten können und einen Umsatzrückgang von sieben Prozent verzeichnet. Das Segment alte Kunst war mit einem Minus von 20 Prozent sogar noch deutlich stärker betroffen.

"James Bond"-Designer Ken Adam gestorben

Der gebürtige Berliner wurde 95 Jahre alt

Der britische Filmarchitekt Sir Ken Adam ist tot. Der gebürtige Berliner hatte unter anderem sieben "James-Bond"-Filme ausgestattet - von "Dr. No" bis "Moonraker". Er sei im Alter von 95 Jahren in London gestorben, sagte der Direktor des Martin-Gropius-Baus in Berlin, Gereon Sievernich. Adam hatte zwei Mal den Oscar gewonnen. Als Jugendlicher war er mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten nach England geflohen. Nach dem Architekurstudium kam er zufällig zum Film. In den Jahrzehnten danach stattete er Dutzende Filme aus. Adam erfand etwa James Bonds Unterwasser-Scooter, den Schleudersitz im Aston Martin und die Raumstation für "Moonraker". Aber auch der berühmte "War Room" aus Stanley Kubricks "Dr. Seltsam. Oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" war eine Idee von Adam. Für die "Addams Family" entwarf er ein Gothic-Haus.

Siegfried Lenz' "Überläufer" ist ein fulminanter Erfolg

Erstmals seit "Deutschstunde" führt Lenz die Bestsellerliste an

Der posthum veröffentlichte Roman "Der Überläufer" von Siegfried Lenz ist nach Angaben seines Verlags Hoffmann und Campe ein fulminanter Erfolg. "Wir drucken gerade die fünfte Auflage und nähern uns der 100 000er-Marke. Wir kommen mit dem Nachdrucken gar nicht mehr nach", erklärte der Hamburger Verleger Daniel Kampa. Lenz hatte den Roman über den Irrsinn des Krieges und einen Wehrmachtssoldaten, der zur Roten Armee desertiert, bereits 1951 fertiggestellt. Damals wollte Hoffmann und Campe das Buch aus Sorge vor der politischen Stimmung im Kalten Krieg nicht drucken. Jetzt hat "Der Überläufer" Platz 1 der neuen "Spiegel"-Bestsellerliste erklommen. Das hatte Siegrief Lenz in seiner langen Karriere nur ein Mal geschafft: Sein Roman "Deutschstunde" schaffte es am 16. Dezember 1968 an die Spitzenposition der Bestsellerliste.

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Renaissance unter der LupeDer Bilderwald des Aby Warburg
Der Theatervorhang mit einer Kopie von Raffaels Fresco "Der Parnass", ausgestellt am 08.11.2013 im Theatermuseum Zauberwelt der Kulisse in Meiningen, Thueringen. Darauf zu sehen ist Apollon (M), umgeben von Musen, griechischen und roemischen Dichtern sowie italienischen Schriftstellern der Renaissance.  (picture alliance / Beate Schleep)

Der Kunsthistoriker Aby Warburg praktizierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine bis dahin beispiellose Renaissanceforschung. Seine These dabei: die Wiederkehr antiker Bildformeln. Das ZKM Karlsruhe hat seinen Bilderatlas nun nahezu vollständig rekonstruiert.Mehr

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