Seit 14:07 Uhr Kompressor
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:07 Uhr Kompressor
 
 

Thema / Archiv | Beitrag vom 25.09.2008

Liebesgeschichte unter Robotern

"Wall-E" kommt ins Kino

Von Jörg Taszman

Der Unterhaltungsfilm erzählt eine Liebesgeschichte unter Robotern, thematisiert aber auch Themen wie Umweltzerstörung, Wegwerfgesellschaft, Konsumwahn und Technikhörigkeit. Den Animatoren ist es dabei fast fotorealistisch und ungemein faszinierend gelungen, liebevoll, eine alte gesunkene Welt mit einer sterilen Welt zu konfrontieren.

Wall-E ist ein auf der Erde zurückgebliebener, kleiner gewissenhafter Roboter. Seine Augen erinnern an Ferngläser, sein Bauch ist ein viereckiger Kasten, und er bewegt sich fort, wie ein kleines Kettenfahrzeug. Wall-E’s Aufgabe ist es, Müll zu pressen, in Quader zu bündeln und zu stapeln. Menschen leben schon seit 700 Jahren nicht mehr auf der Erde, sondern in einem Raumschiff irgendwo im Weltall. Eines Tages wird die Erde von EVE einem weiblichen, supermodernen Roboter besucht, die nach letzten Überresten der Zivilisation suchen soll.

Der erste Teil des Films spielt in einer Post-Apokalypse. Folgerichtig hört man nur Sounds und keine Dialoge. Ben Burtt, der bereits in den Science Fiction Filmen der Siebzigerjahre wie Star-Wars für die Tonwelten zuständig war, ist der Erfinder der Stimme von R2 D2. In Wall-E ist er für alle Töne zuständig und spricht den kleinen Roboter selbst. Dabei war eins besonders wichtig.

Ben Burtt: "”Wall-E brauchte auch eine Stimme, damit er ein paar wenige Worte sagen konnte. Wir bemerkten jedoch zunehmend, wie wichtig Laute wie Seufzer, Stöhner etc. sind.

Es ging um Töne, die keine richtigen Wörter sind, aber ein Gefühl ausdrücken. Und so besteht Wall-E am Ende aus Toneffekten, echten Motoren, elektronischen Soundeffekten, Hupen und Pfeifen und einigen ausdruckstarken Stimmtönen…""

Mitunter fast fotorealistisch und ungemein faszinierend ist es den Animatoren gelungen, liebevoll, eine alte gesunkene Welt mit einer cleanen, sterilen Welt zu konfrontieren. Der ambitionierte Unterhaltungsfilm mit Anspruch kommt wie Ratatouille oder Findet Nemo aus dem Hause Pixar. Dort bereitet man sich gewissenhaft auf jeden Film vor, erzählt der Regisseur Andrew Stanton.

Andrew Stanton: "Wir gingen auf Müllhalden, sahen uns den Zustand der Umwelt an, wir gingen auf ein Cruise-Line Schiff, schauten uns von innen und außen alles ganz genau an. Wir studierten und sahen auch die modernsten Roboter, die zum Mars geschickt werden, wollten immer wieder wissen, was ist die neueste Entwicklung. Und wir schauten uns sehr viele Stummfilm an, um zu sehen, wieviel man miteinander kommunizieren kann, ohne normale Dialoge zu verwenden."

Von dieser ausführlichen Vorbereitung fließen manchmal nur zehn Prozent in den Film ein, gibt der Pixar-Regisseur zu. Aber es ist diese gewissenhafte Liebe zum Detail, die auch bei Wall-E wieder bezaubert.

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur