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Elektronische Welten / Archiv | Beitrag vom 08.05.2007

Lesen und schreiben lernen mit Lurs

Legakids - eine Lernseite im Internet

Von Susanne Nessler

Mutter und Kind vor dem Computer (Stock.XCHNG / Norbert Machinek)
Mutter und Kind vor dem Computer (Stock.XCHNG / Norbert Machinek)

Die Mehrheit der rund 340.000 Grundschüler, die von einer Lese- und Rechtschreibschwäche betroffen sind, wird nicht ausreichend gefördert. Dagegen wollten die Macher von <papaya:link href="http://www.legakids.net/" text="Legakids" title="Legakids" target="_blank" /> etwas unternehmen und richteten eine Internetseite ein, auf der das kleine, schlecht gelaunte Monster Lurs den Kindern beim Lernen hilft.

Lurs, das dicke grüne Monster ist eine Erfindung von Michael Kortländer. Vor drei Jahren hat der Psychotherapeut und ehemalige Sportlehrer das Tier ins Netz geschickt. Lurs ist oft ziemlich sauer und wütet kräftig im Internet, besonders gerne beschimpft es Kinder, die eine richtige Lösung in die Tastatur tippen.

"Unglaublich, du hast mich total blamiert, …"

Kind: "Legakids mit Wörter versenken. Hier spielst du gegen Lurs, mal sehen wer gewinnt."

Kortländer: "Es geht für die Kinder darum, Lurs zu zähmen, der bleibt ja ein Leben lang erhalten."

Kind und Mutter: "Knotten, hä Knotten? – Knoten - Ah! Wohnwagen. - Du musst gucken, ob das ein Wohnwagen ist. Wenn das Wort hier steht. - Ne falsch!"

In Deutschland sind etwa 340.000 Grundschüler von einer Lese-Rechtschreibschwäche betroffen. Gerade mal ein Viertel wird von den Lehrern erkannt und gefördert. Die restlichen 75 Prozent werden mit einem schlechtem Zeugnis und dem Vermerk für die weiter führende Schule wie Gymnasium oder Realschule nicht geeignet, nach Hause geschickt. Dagegen wollte Michael Kortländer gemeinsam mit seiner Frau, die Psychotherapeutin ist und Kinder mit Lernschwierigkeiten betreut, etwas tun. Und so entstand Lurs - grün, frech und ganz schön dick.

"Legasthenie oder LRS ein Begriff ist, mit dem Kinder eigentlich nichts anfangen Können. Und deshalb haben wir auch das Monster Lurs entwickelt. Zum einem lieben Kinder Monster. Und Lurs steht für Lese und Rechtschreibschwäche. Lurs ist etwas, was den Kindern das Leben sehr schwer macht. Und da dieses etwas ein Teil des Kindes ist und Teil des Kindes bleibt, haben wir versucht, in Lurs zwei Eigenschaften zu verbinden. Zum einem ist das Böse hinterlistige Monster, zu andern ist er aber ein klein wenig knuddelig."

Um Lurs ein Schnippchen zu schlagen, helfen auf der Seite Legakids.net die Kinder Lega und Steni kräftig mit. Spielerisch soll die Lust am Lesen gefunden werden. Damit Erwachsene den Kindern helfen können, gibt es für sie bei Legakids eine extra Seite. Hier wird erklärt, wie alles funktioniert, dazu gibt es viele Tipps, Adressen und Literatur zum Thema Lese- und Rechtschreibschwäche. Trotzdem ist das Projekt weder pädagogisch noch therapeutisch angelegt. Mit Steni und Lega gegen Lurs zu kämpfen, soll Spaß machen. Ebenso wir bei Horchmal! reinzuhören, den 13 Geschichten zu lauschen oder die vielen kleine Rätsel und Aufgaben zu lösen.

Kind und Mutter: "Schaufel? - Haben wir das Wort nicht schon mal gelesen? – Da war jetzt der Zug, du musst immer das Wort und das Bild dazu aufdecken, wie beim echten Memori, probier's einfach aus! Wohnwagen, Zug-Zug, Brücke-Brücke, Schaufel …"

"Ich heiße Marlene K., gehe in die 3b und bin 9 Jahre alt. [...] Zwei aus unserer Klasse können sehr gut lesen, einige nicht so gut, das ist verschieden. Und du? So mittel."

Marlene hat in der Rubrik Spiele Memory ausgewählt. Mit ein klein wenig Hilfe von ihrer Mutter versucht sie, die richtigen Karten zu finden. Wie beim Bilder-Memory gilt es hier, zu jeder Abbildung das passende Wort aufdecken.

"Schaufel-Schaufel . Das ist dein Ergebnis: zwölf Treffer."

"Finde ich gut, weil man sich so die Reihenfolge der Buchstaben merkt. In der Schule wird oft lautmalerisch gelernt und dann klappt das nicht mit der Rechtschreibung. Und ich finde das gut, wenn die Wörter richtig geschrieben zu sehen sind, das ist wesentlich besser."

Jeden Tag spielen etwa 630 Kinder und Eltern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Legkids.net. Neben Memory gibt es Wörter versenken, Klexklick, Merkfix, Blitzschreiben und viele weitere Spiele. Immer wieder denkt das Legakidsteam sich neue Spielvarianten aus, damit es den Kindern nicht langweilig wird. Und natürlich damit Lurs auch mal wieder etwas zu meckern hat, wenn nicht gleich beim ersten Mal, die richtige Lösung kommt.

"Du möchtest doch, dass die Eltern und Lehrer über dich schimpfen, dann solltest du aufhören, dieses blöde Spiel zu spielen. - Man o man, heute hat es LURS aber ganz schön schwer mit dir!"

Kind: "Heute kocht Steini, … findest du heraus, was Steini kocht? Schicke uns das Lösungswort."

Marlene ist bei der Wundertüte angekommen. Eine Spezialität der Seite Legakids. Löst man das Rätsel und schickt die richtige Antwort an die Erfinder des Projekts, kommt ein kleiner Preis zurück. Dieser Teil von Legkids.net ist bei den Kindern besonders beliebt, sagt Michael Kortländer.

"Da geht es jetzt ein bisschen drunter und drüber. [...] Bei den Wundertüten, da kommen jeden Tag so fünf bis acht Lösungen von den Kindern. […] Wir sind jetzt dazu übergegangen nicht mehr jedem Kind, sondern jedem dritten Kind etwas zu schicken."

Über mangelnden Zuspruch können sich die Macher der Legakids nicht beklagen. Zu den vielen E-Mails von Kindern, kommen jeden Tag noch zahlreiche Anfragen von Eltern und Lehrern. Ein Fulltimejob, den Michael Kortländer zusammen mit seiner Frau ehrenamtlich betreut. Damit die vielen Buchstaben den Kindern keine Rätsel mehr aufgeben.

Kind: "Lösungswort: Steni kocht Buchstabensuppe!
Das Rätsel zu lösen, hat Spaß gemacht und das Memory auch."

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