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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. Februar 2016

Leipziger Internet Zeitung stellt Live-Berichte nach Bedrohung ein

Vorwürfe gegen Polizei: Journalisten würden im Stich gelassen

Nach wiederholten Angriffen auf ihre Journalisten stellt die Leipziger Internet Zeitung (LIZ) die Live-Berichterstattung über das islam- und fremdenfeindliche Legida-Bündnis vorerst ein. Es werde zunächst keine Videos und aktuelle Textberichterstattung direkt von Legidaveranstaltungen mehr geben, kündigte die Online-Zeitung auf ihrer Website an. Zugleich erhob die LIZ Vorwürfe gegen die Polizei: Die Journalisten würden vor Ort "unausgesetzt bedroht und attackiert" und zunehmend im Stich gelassen. Ein Gespräch mit dem Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz habe zu keiner Veränderung der Bedrohungslage geführt. Einen Schutz für die Kollegen gebe es während der Legida-Aufmärsche nicht.
Die Grünen im Landtag sprachen von einem neuen Tiefpunkt der Pressefreiheit: "Die Freiheit der öffentlichen Berichterstattung wird in unerträglicher Weise infrage gestellt", sagte der Abgeordnete Valentin Lippmann. Er forderte Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf, sich umgehend mit Medienvertretern und Polizei über Sicherheitskonzepte zu verständigen.

Italien und Unesco richten "UN-Friedenstruppe" für Kultur ein

"Kultur-Blauhelme" für gefährliche Situationen trainiert

Eine neue Spezialeinheit der Unesco und Italiens soll in Zukunft bedrohtes Kulturerbe in aller Welt retten und schützen. Die Notfall-Einsatztruppe kann ab sofort im Fall von Krisen, Konflikten oder Naturkatastrophen eingreifen, wie Italiens Kulturministerium und die Weltkulturorganisation nach der Unterzeichnung des Abkommens in Rom mitteilten. Auf Anfrage eines Landes sollen die sogenannten "Kultur-Blauhelme" in die betroffenen Gebiete reisen, um dort bedrohte Denkmäler, Kunstschätze oder Kulturerbe zu retten. Unesco-Chefin Irina Bokowa lobte das Abkommen als "großen und innovativen Schritt" hin zu mehr Anerkennung für die Bedeutung von Kulturdenkmälern. Italiens Kulturministerium erklärte, die bis zu 60 Mann starke Truppe bestehe aus Experten der Polizei, Historikern und Restauratoren. Das Team sei "für gefährliche Situationen trainiert", könne Schäden abschätzen, Pläne für die Restaurierung und den Erhalt der Kulturschätze entwerfen und Plünderungen verhindern. Die Unesco rief andere Länder dazu auf, dem Beispiel zu folgen, damit die internationale Gemeinschaft in Zukunft besser auf die "wachsenden Bedrohungen für Kulturerbe" in der Welt reagieren könne. Im Jahr 2015 hatte beispielsweise die Terrormiliz Islamischer Staat die syrische Ruinenstadt Palmyra eingenommen und historische Kulturgüter zerstört.

Preis der Literaturhäuser für Lyriker Ulf Stolterfoht

Er hat die "Spielarten des Gedichts erheblich ausgeweitet"

Der Lyriker, Übersetzer und Verleger Ulf Stolterfoht (52) wird mit dem diesjährigen Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet. Das teilte das Netzwerk von 14 Literaturhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit. Der in Berlin lebende Stolterfoht habe mit seinen Gedichtbänden und Projekten die Spielarten des gegenwärtigen Gedichts erheblich ausgeweitet. Der 52-Jährige trage seine Texte auf unnachahmliche Weise vor und verbinde sie "mit scheinbar leichthin eingestreuten Reflexionen über den Wert und höheren Unwert des Gedichts". Zudem verlege er Texte, die es ohne seine Hilfe schwer hätten.
Stolterfoht wurde 1963 in Stuttgart geboren. Die Auszeichnung ist mit 14 000 Euro und einer Lesereise dotiert und wird am 18. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen.

Deutsche Kinder gehen vergleichsweise ungern zur Schule

Studie: Englische, südkoreanische und deutsche Kinder gehen nicht gerne in die Schule

Das ergab die Studie "The Children's Worlds" der britischen York Universität und der Schweizer Jacobs Stiftung, für die insgesamt 56 000 Kinder in 16 Ländern verschiedener Kontinente befragt wurden. Neben Südkorea und England hätten die deutschen Kinder am häufigsten angegeben, dass sie nicht gern in die Schule gehen. Die Studie erforscht das Wohlbefinden von Kindern von acht bis zwölf Jahren. Diese wurden dafür unter anderem zu Themen wie Freundschaft, Familie und Kinderrechten befragt.

"Baumi"-Drehbuch-Preis für ägyptischen Filmemacher El Zohairy

Erstmals vergebene Preis erinnert an Produzenten Baumgartner

Omar El Zohairy (27), ägyptischer Filmemacher, erhält den mit 20.000 Euro dotierten Baumi Script Development Award für sein Filmprojekt "Feathers of a Father" (Federn eines Vaters). Der Preisträger vereine in seiner Geschichte die tief verwurzelte religiöse Mystik seiner Kultur mit einem klaren und kritischen Blick auf die politische Situation in seinem Land, teilte die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen mit. Der erstmals vergebene Preis erinnert an den Filmproduzenten und -verleiher Karl "Baumi" Baumgartner (1949-2014). Er wird von dessen Familie, der Film- und Medienstiftung NRW sowie Pandora Film gestiftet und bei der Berlinale verliehen.N

Katholische Reformations-Beschreibung von 1535 entdeckt

Historisch von "großer Bedeutung"

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt hat eine sehr frühe Beschreibung der Reformationsgeschichte aus katholischer Sicht entdeckt. Das handschriftliche Dokument eines unbekannten Verfassers mit dem Titel "Von der Zwispaltung so sich des Glaubens und Religion halben im 1517. Jar in Teutscher Nacion hat angefangen" stamme von 1535 und sei historisch von großer Bedeutung, erklärte die Universität. Es sei um einige Jahre älter als die beiden bisher bekannten Beschreibungen der Reformationsgeschichte, die nach 1541 in Altenburg verfasst wurden.Das Dokument tauchte der Universität zufolge bei Erschließungsarbeiten zum Nachlass des lutherischen Theologen Ernst Salomon Cyprian (1673-1745) im Thüringischen Staatsarchiv Gotha auf. Die Wissenschaftler bewerten die Schrift als "ungewöhnlich sachlich".

Amerikaner bezahlen Restaurierung von Luther-Kanzel

Bedingung: sie muss in Minneapolis gezeigt werden

Die marode Lutherkanzel der Eislebener Andreaskirche kann rechtzeitig zum 500. Jubiläum des Reformators restauriert werden: Das US-amerikanische Minneapolis Institute of Art bezahlt rund 65 000 Euro für die Instandsetzung des einzigartigen historischen Stücks. Das bestätigte am Dienstag Alfred Reichenberger, Sprecher des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Die Amerikaner stellten nur eine Bedingung. Nach der Restaurierung wird die Kanzel, auf der der Reformator Martin Luther (1483-1546) wenige Tage vor seinem Tod seine letzte Predigt hielt, zuerst in Minneapolis gezeigt. Die Generalüberholung dauere etwa ein halbes Jahr. Zum großen Gedenkjahr 2017 ist die Kanzel dann rechtzeitig in Eisleben zurück.

Umstrittenes Haarmann-Musical wird uraufgeführt

"Perfide, dass Haarmann zum Kunstobjekt stilisiert werden soll"

Ein Musical über den Massenmörder Fritz Haarmann sorgt bereits vor der Uraufführung an diesem Mittwoch für Diskussionen. Das Schauspiel Hannover hat für die Inszenierung den vielfach ausgezeichneten Theaterautor Nis-Momme Stockmann gewonnen. Der 34-Jährige nennt sein Musical "Amerikanisches Detektivinstitut Lasso" - nach dem Aufdruck auf Haarmanns Visitenkarten. Regie führt Schauspiel-Intendant Lars-Ole Walburg. Blut fließt allerdings nicht auf der Bühne, wie bei einer öffentlichen Probe am Montagabend deutlich wurde. Stockmann nimmt die Figur des Serienmörders als Aufhänger, um über die Wirkung von Kunst zu reflektieren. Fritz Haarmann wurde 1925 hingerichtet, nachdem er in Hannover 24 Jungen und junge Männer getötet hatte. Christoph Veltrup, Nachfahre eines Opfers, sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vor der Uraufführung des Musicals: "Es ist perfide, dass Haarmann zum Kunstobjekt stilisiert werden soll."

"Eagles of Death Metal" spielen wieder in Paris

Eingeladen sind Überlebende des "Bataclan"-Konzertes

Die US-Rockband "Eagles of Death Metal" spielt heute Abend erstmals seit den Terroranschlägen von Paris wieder ein eigenes Konzert in der französischen Hauptstadt. Zu dem Auftritt im legendären Pariser Konzertsaal "L'Olympia" sind auch Überlebende und Hinterbliebene der Attentatsserie eingeladen. Am 13. November 2015 hatten Islamisten das Konzert der Band im "Bataclan" gestürmt. 90 Menschen starben allein in dem Musikclub, insgesamt töteten die Terrorkommandos 130 Menschen in Paris und Saint-Denis. Der Auftritt in Frankreich hat für Sänger Jesse Hughes besondere Bedeutung: "Ich verstehe das als eine heilige Pflicht, es scheint, als wären wir durch die Umstände dazu ausersehen, im Guten wie im Bösen", sagte er am Rande eines Konzerts in Stockholm. "Ich nehme diese von Gott gegebene Verantwortung an."

Zwangsumsiedlung für weltgrößtes Radioteleskop

Mehr als 9000 Menschen in Südchina sollen dem Astronomieprojekt weichen

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, müssten Siedler in der Provinz Guizhou ein Gebiet fünf Kilometern um das Teleskop verlassen, damit es zu keinen elektromagnetischen Störungen beim Betrieb kommt. Mit einem Schüssel-Durchmesser von 500 Metern wird die auch "Fast" genannte Anlage das bisher größte Radioteleskop in Puerto Rico ablösen. Radioteleskope zeichnen Strahlung aus den Tiefen des Weltalls auf. Durch die Daten erhoffen sich Wissenschaftler neue Erkenntnisse über das Universum. Zudem soll das neue Teleskop das internationale Seti-Projekt bei der Suche nach außerirdischem Leben unterstützen. Das Teleskop, dessen Bau vor fünf Jahren begann, soll laut Planung Ende September in Betrieb genommen werden. Nach Angaben von chinesischen Staatsmedien werden die betroffenen Anwohner in neue Wohnungen umgesiedelt und erhalten eine Entschädigung von 12 000 Yuan (1651 Euro). Menschenrechtsorganisationen kritisierten in der Vergangenheit immer wieder, dass es bei Zwangsumsiedlungen in Chinas ländlichen Regionen oft zum Einsatz von Gewalt komme und Entschädigungszahlungen zu gering ausfielen.

Chinesischer Autor darf Auszeichnung nicht annehmen

Dem 66-jährige Schriftsteller Yang Jisheng bleibt Reise in die USA untersagt

China hat einem Autor und Journalisten die Annahme einer Auszeichnung der renommierten Harvard-Universität in den USA verboten. Der 66-jährige Yang Jisheng sagte am Dienstag am Telefon, die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua habe ihm untersagt, zu reisen oder mit ausländischen Medien zu sprechen. Er sollte für sein 2008 erschienenes Buch über die große chinesische Hungersnot von 1958 bis 1961 mit dem Louis M. Lyons-Preis der an der Uni angesiedelten Stiftung Nieman Fellows ausgezeichnet werden. Das 1200-seitige Werk dokumentiert den jahrzehntelangen Versuch der Regierung, das Desaster im Zuge des von Mao Tsetung initiierten "Großen Sprungs nach vorn" schönzureden. Yang fand heraus, dass die Katastrophe durch menschliches Versagen verursacht wurde. Sie kostete mindestens 36 Millionen Chinesen das Leben. Im November hatte Yang einen Preis in Schweden angenommen. Dort hatte er bedauert, die nach Wahrheit Suchenden würden "unterdrückt, angegriffen und verleumdet".

Ehemaliger US-Präsident Jimmy Carter gewinnt Grammy

Für sein Hörbuch "Unsere gefährdeten Werte" hatte er 2007 bereits einen Grammy gewonnen

Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hat zum zweiten Mal den wichtigsten Musikpreis der Welt gewonnen. Der 91-Jährige wurde für das Hörbuch zu seiner Autobiografie "A Full Life: Reflections at Ninety" ausgezeichnet. Auch Barack Obama sowie Bill und Hillary Clinton haben für ihre Hörbücher bereits Grammys gewonnen.

Grammy-Verleihung in Los Angeles

Rapper Kendrick Lamar gleich fünfmal erfolgreich

In Los Angeles wurden in der Nacht zum 58. Mal die begehrten Grammys verliehen. Gewinner des Abends ist der Rapper Kendrick Lamar. Er war elf Mal nominiert und gewann fünf Grammys, darunter alle Rap-Kategorien. Popstar Taylor Swift holte den Grammy für das Album des Jahres und zwei weitere Trophäen. Aufnahme des Jahres wurde "Uptwown Funk" von Mark Ronson und Bruno Mars. Der Preis für den besten Song des Jahres ging an Ed Sheeran mit "Thinking Out Loud". Zur besten Newcomerin wurde die 22-jährige Popsängerin Meghan Trainor gekürt. Justin Bieber gewann seinen ersten Grammy überhaupt zusammen mit den DJs Skrillex und Diplo für die Single "Where Are U Now" als beste Dance-Aufnahme. Die Preise gelten als höchste internationale Auszeichnung für Sänger, Komponisten, Musiker, Produzenten und Tontechniker.

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