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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. März 2016

Ai Weiwei ließ sich im Flüchtlingslager Haare schneiden

Chinesischer Künstler spricht von "symbolischer" Aktion

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat sich im Flüchtlingslager Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien die Haare schneiden lassen. Er habe ohnehin einen Haarschnitt nötig gehabt, aber zugleich sei das Schneiden der Haare an diesem Ort "symbolisch", sagte Ai Weiwei. "Nun habe ich einige meiner Haare auf Dauer hier zurückgelassen - sie werden nie zu mir zurückkehren." Ai Weiwei kümmert sich schon seit Tagen um das Schicksal der Flüchtlinge im Südosten Europas. In Idomeni stellte er am Samstag einen weißen Flügel im Schlamm auf und ermöglichte es einer Syrerin, unter einer Plastikplane im Regen Klavier zu spielen. In der vergangenen Woche sorgte Ai Weiwei für Aufsehen, als er sich für das Magazin "India Today" am Strand von Lesbos fotografieren ließ. Dabei stellte er das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi nach, das im September um die Welt gegangen war.

Osnabrücker Flüchtling zeigt Film bei Festival in Cannes

Kurzfilm läuft außerhalb des Wettbewerbs

Der in Osnabrück lebende syrische Filmemacher Maan Mouslli zeigt auf dem Filmfestival in Cannes im Mai einen Dokumentarfilm über ein Flüchtlingslager in Jordanien. Der Kurzfilm "Shakespeare in Zaatari" werde außerhalb des Wettbewerbs in der Abteilung "Short Film Corner" bei den internationalen Filmfestspielen in der südfranzösischen Stadt zu sehen sein, sagte Mouslli. Der Film zeigt, wie der syrische Schauspieler und Regisseur Nawar Bulbul in dem jordanischen Flüchtlingslager Zaatari mit Kindern das Stück "King Lear" von William Shakespeare inszeniert. Er selber sei nicht in dem Lager gewesen, sagt der 2013 aus Syrien geflohene Mouslli. Er habe Filmmaterial von drei Kameramännern von den Arbeiten verwendet und den Film daraus geschnitten. Angenommen wurde sein 34 Minuten langer Film auch beim Los Angeles Filmfestival, wo das Werk im Juni zu sehen sein wird. Zusammen mit dem Regisseur Anis Hamdoun will Mouslli einen Dokumentarfilm über ihre eigene Flucht drehen. Hamdouns in Deutschland inszeniertes Theaterstück "The Trip" gewann den ersten Preis des Online-Theaterportals "Nachtkritik.de".

Bleutge erhält Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik

Preis ist mit 5000 Euro dotiert

Nico Bleutge hat den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2016 erhalten. Er nahm die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung auf der Leipziger Buchmesse entgegen. Bleutge sei ein "Brückenbauer zu den reizvollen und oft geheimnisvollen Landschaften der Poesie", sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Das Verbandsorgan "Börsenblatt" vergibt den Preis jährlich auf der Leipziger Buchmesse. Bleutge wurde 1972 in München geboren. Seine Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. Im Jahr 2006 debütierte er mit dem Gedichtband "klare konturen". Seit 2001 arbeitet Bleutge als freier Literaturkritiker, unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", "Neue Züricher Zeitung", "Tagesspiegel" und "Stuttgarter Zeitung".

Älteste archäologische Funde Zentralamerikas gemeldet

Entdeckung bei Wasserkraftwerks-Bau

Beim Bau eines Wasserkraftwerks in Costa Rica sind offenbar die ältesten archäologischen Funde in Zentralamerika entdeckt worden. Die Funde legen die Existenz menschlicher Siedlungen nahe, die 12200 Jahre alt seien, heißt es von der zuständigen Grabungsleitung. Bei dem Bau des Staudamms am Fluss Reventazón im Osten des Landes wurden nach Angaben des staatlichen Stromkonzerns ICE insgesamt 66 archäologische Stätten entdeckt. Zu den Funden gehörten Grabbeigaben, Kochutensilien und Jagdwaffen. Die Funde gäben Aufschluss über das Leben früherer Bewohner des Landes von der Entstehung ihrer Kultur bis kurz vor der Kolonialisierung durch die Spanier. Diese Entdeckung werde die Geschichte Costa Ricas lange vor dem Beginn der niedergeschriebenen Geschichte erhellen, heißt es weiter.

Leipziger Belletristik-Preis für Guntram Vesper

Er erhält die Auszeichnung für seinen Roman "Frohburg"

Der Autor Guntram Vesper hat den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Die Jury zeichnete seinen Roman "Frohburg" in der Kategorie Belletristik aus. Sie begründete die Auszeichnung damit, dass Vesper ein Geschichts- und Geschichtenpanorama entwirft, das sich zumeist aus eigenem Erleben und Beobachten speist und dabei ein Land und eine Zeit gültig festhält. Der 74-Jährige beschäftigt sich in dem Roman mit dem Ort seiner Geburt: Frohburg, einer Kleinstadt südlich von Leipzig, wo er Kindheit und Jugend verbrachte, ehe die Familie 1957 in die Bundesrepublik floh. Weitere Preisträger sind die Übersetzerin Brigitte Döbert und der Sachbuchautor Jürgen Goldstein. Die Sieger nahmen die mit insgesamt 45 000 Euro dotierte Auszeichnung zu gleichen Teilen entgegen. Der Preis zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland.

Piraten fürchten weiter steigende Kosten bei Staatsoper

Posten für Unvorhergesehenes sei fast vollständig verplant

Die Berliner Piraten-Fraktion befürchtet weiter steigende Kosten bei der Sanierung der Staatsoper. Offizielle Linie des Senats sei weiterhin, dass sich die Kosten von 400 Millionen Euro beim Eröffnungstermin im Herbst 2017 nicht erhöhen würden. Im Etat gebe es aber einen Posten für Unvorhergesehenes, der bereits zu zwei Dritteln verplant sei. Das bestätige - laut Piraten - Berlins Senatsbaudirektorin Lüscher. Danach sollen 14,8 von etwa 21,23 Millionen Euro verplant sein. Es sei schwer vorstellbar, dass in den knapp anderthalb Jahren verbleibender Bauzeit keine weiteren "unvorhergesehenen Ereignisse" auftreten, kritisierte die Piraten-Fraktion. Die Staatsoper wird seit Jahren saniert, die Kosten sind von etwa 239 Millionen Euro auf geschätzte 400 Millionen Euro gestiegen.

Nominierungen für Jugendliteraturpreis bekanntgegeben

29 Bücher sind vorgeschlagen

Für den Deutschen Deutschen Jugendliteraturpreis stehen je sechs Titel in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch zur Auswahl, wie die Kritikerjury des Arbeitskreises für Jugendliteratur auf der Leipziger Buchmesse mitteilte. Eine Jugendjury wählte sechs weitere Bücher aus, wobei es in einem Fall eine Überschneidung mit der Kritikerjury gab. Die Jugendlichen hätten durchweg auf realistische Bücher gesetzt und großes Interesse an politischen Titeln gezeigt, hieß es: Drei der Bücher erzählen von Krieg, Gewalt und Fluchterfahrungen. Der Deutsche Jugendliteraturpreis ist mit insgesamt 62 000 Euro dotiert. Die Preisträger werden am 21. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben.

PEN: Schlechtere Situation für Schriftsteller in Ägypten

Deutscher Schriftstellerverband sorgt sich um das Land

Der deutsche Schriftstellerverband PEN blickt mit Sorge auf die Lage in Ägypten: Immer mehr Autoren oder Verleger werden in dem wegen Banalitäten drangsaliert, sagte Sascha Feuchert, PEN-Vizepräsident. Der ägyptische Autor und Verleger Mohamed Hashem bestätigte, er wisse von drei Schriftstellern, die binnen weniger Monate verhaftet wurden. Der Staat werde zu einem Irrenhaus, nicht nur für Gegner, sondern auch für Befürworter des Regimes. Im Januar hätten Sicherheitskräfte außerdem zahlreiche Kulturinstitutionen "gestürmt" - auch seinen Verlag. Hashem ist Mitglied der ägyptischen Reformbewegung Kefaya ("Es reicht!"). PEN-Vizepräsident Feuchert fordert die ägyptische Regierung nachdrücklich auf, ihre Unterdrückungs-Praktiken sofort einzustellen.

Vorstand des Deutschen Kulturrats wiedergewählt

Amtszeit läuft bis 2019

Der Vorstand des Deutschen Kulturrats ist im Amt bestätigt worden. Der Cellist, Dirigent und Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Christian Höppner, wurde als Präsident einstimmig wiedergewählt, wie der Kulturrat in Berlin mitteilte. Die Amtszeit läuft bis 2019. Auch die beiden Vizepräsidenten, Andreas Kämpf, Leiter des Kulturzentrums in Singen, und die Schriftstellerin Regine Möbius, wurden vom Sprecherrat des Spitzenverbands in ihren Ämtern bestätigt.
Geschäftsführer des Kulturrates ist weiterhin Olaf Zimmermann.

Rumänen sollen für Kunstkauf spenden

Brancusi-Plastik kostet elf Millionen Euro

Die Rumänen sind aufgerufen, ihrem Staat sechs Millionen Euro für den Kauf eines Kunstwerkes zu spenden. Kulturminister Vlad Alexandrescu will die Plastik "Die Weisheit der Erde" des Bildhauers Constantin Brancusi aus Privatbesitz für elf Millionen Euro erwerben. Davon bezahle der Staat fünf Millionen Euro, der Rest solle durch Spenden finanziert werden. Die Plastik "La sagesse de la terre" zeigt eine kauernde nackte Frauenfigur. Das Werk aus Kalkstein entstand um 1907. Es ist im Bukarester Cotroceni-Museum zu sehen. 1911 hatte ein rumänischer Sammler die Plastik gekauft, später enteigneten ihn die Kommunisten. Weil diese Skulptur zum gesetzlich geschützten Kulturerbe des Landes gehört, darf sie nicht ins Ausland verkauft werden.

Denkmalstiftung will 2016 rund 400 Projekte fördern

Genaue Höhe der Fördermittel ist aber noch nicht klar

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz will 2016 bundesweit mindestens 380 Projekte finanziell unterstützen. Die genaue Höhe der Fördermittel könne aber noch nicht beziffert werden, erklärte Stiftungsvorstand Wolfgang Illert bei der Vorstellung der neu restaurierten Berliner Niederlassung im Nicolai-Haus. Es werde jedoch mit ähnlich hohen Zuwendungen wie in den vergangenen Jahren gerechnet. Diese beliefen sich jeweils auf rund 15 Millionen Euro. Während 2015 rund 3,4 Millionen Euro Fördergelder in den Berliner Denkmalschutz flossen, beträgt die Höhe der Zuwendungen für das aktuelle Jahr lediglich 600.000 Euro. Die hohe Differenz gehe auf die Ausgaben für die Instandhaltung und Restauration des Nicolai-Hauses zurück, erklärte Stiftungssprecherin Ursula Schirmer. Mit dem Nicolai-Haus solle ein Haus der Denkmal-Kultur in Berlin etabliert werden, erklärte Illert. Die Stiftung hatte das barocke Gebäude, das zu den ältesten Bürgerhäusern Berlins zählt, 2011 erworben und seitdem umfangreich restauriert. Künftig sollen in dem Gebäude auch kulturelle Veranstaltungen wie Vorträge oder auch Konzerte stattfinden. Das Nicolai-Haus wird an diesem Freitag eröffnet.

Älteste Kirche auf Roms Forum Romanum wieder eröffnet

Restaurierung nach 15 Jahren abgeschlossen

Die älteste Kirche auf dem Forum Romanum in Rom, Santa Maria Antiqua, ist nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegrabene Kirche wurde in den 80er Jahren geschlossen. Seit 2001 arbeiteten Restauratoren an den wertvollen Fresken, die sich auf 250 Quadratmetern erstrecken. Der Bau aus dem sechsten Jahrhundert war rund tausend Jahre unter den Trümmern von Gebäuden des Palatin-Hügels begraben, die bei einem Erdbeben im Jahr 847 einstürzten. Besucher des Forum Romanum können künftig die restaurierten Fresken sowie eine auf die Flächen der Kirche projizierte Rekonstruktion ihres ursprünglichen Zustandes sehen.

Pariser Buchmesse startet mit neuem Namen

"Livre Paris" öffnete heute für das Publikum

Unter dem neuen Namen "Livre Paris" hat die Pariser Buchmesse begonnen. Bis zum Sonntag werden etwa 1200 Verleger und rund 3000 Autoren aus 40 Ländern erwartet. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Gastland Südkorea. Die Buchmesse wurde 1981 unter dem Namen "Salon du livre" gegründet und ist die größte ihrer Art in Frankreich. Die Organisatoren erwarten bis zu 200 000 Besucher. Mit mehr Comics und Diskussionen wollen die Veranstalter auch neue Leser anziehen, vor allem jüngere. Nach mehreren Jahren sinkender Verkaufszahlen habe der Buchmarkt 2015 wieder ein Wachstum von 1,8 Prozent verzeichnen können, wie die Organisatoren sagten.

"Spiegel Online" zieht Türkei-Reporter ab

Akkreditierung von Hasnain Kazim wurde nicht verlängert

"Spiegel Online" hat seinen Türkei-Korrespondenten aus dem Land abgezogen. Hasnain Kazim habe trotz monatelanger Bemühungen von den türkischen Behörden keine Verlängerung seiner Presse-Akkreditierung erhalten, teilte der Internet-Ableger des Nachrichtenmagazins mit. Da für ausländische Journalisten die Aufenthaltsgenehmigung an die Akkreditierung gekoppelt sei, könne Kazim nicht mehr frei im Land arbeiten. Kazim habe fair, aber kritisch Missstände und Fehler der türkischen Regierung beleuchtet, erklärte Spiegel-Online-Chefredakteur Florian Harms. "Das Verhalten der türkischen Behörden lässt für uns keinen anderen Schluss zu, als dass unser Korrespondent aufgrund seiner journalistischen Berichterstattung vor Ort nicht mehr erwünscht ist." Dieses Verhalten gegenüber Kazim, dem Spiegel und Spiegel Online sei nicht tolerabel und verletze die Pressefreiheit. Die türkischen Behörden hatten jüngst international für Entrüstung gesorgt, als sie die regierungskritische Zeitung "Zaman" unter staatliche Kontrolle stellten.

Weitere Raubkunst-Verdachtsfälle

Veröffentlichung in der Lost-Art-Datenbank

Unter den rund 1.500 bei dem Kunstsammler Cornelius Gurlitt München und Salzburg gefundenen Kunstwerken gibt es weitere Verdachtsfälle auf NS-Raubkunst. 184 raubkunstverdächtige Werke aus der Salzburger Wohnung sollen in den kommenden zehn Tagen in die Lost-Art-Datenbank aufgenommen werden, wie Kulturstaatsministerin Grütters dem Berliner "Tagesspiegel" sagte. Bislang wurden knapp 500 der rund 1.260 Werke, die 2012 in Gurlitts Münchner Wohnung gefunden wurden, unter www.lostart.de veröffentlicht. Fünf Werke wurden ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben. Weiter kündigte Grütters an, dass Materialien aus den in Salzburg sichergestellten 17 Kisten mit Dokumenten aus dem Nachlass Gurlitts ab Anfang April für Wissenschaftler und Journalisten im Bundesarchiv einsehbar sein sollen.

Neue Erkenntnisse zur Grabkammer des Tutanchamun

Radarbilder stützen Theorie von unentdeckten Räumen

Nach Auswertung von Radarbildern verdichten sich die Hinweise auf unbekannte Räume hinter den Wänden der Grabkammer von Pharao Tutanchamun im ägyptischen Tal der Könige. "Wir haben zwei zusätzliche Räume hinter der Grabkammer", sagte Antikenminister Eldamaty in Kairo. Auch befinde sich entweder metallisches oder organisches Material hinter einer der Wände. Die von einem japanischen Experten ausgewerteten Aufnahmen seien aber noch nicht völlig eindeutig. Aufklärung sollen Messungen in Luxor Ende des Monats bringen. Der britische Archäologe Nicholas Reeves war im August mit der Theorie weiterer Kammern im Tutanchamun-Grab an die Öffentlichkeit getreten. Er spekulierte sogar darüber, dass sich das bislang unentdeckte Grab der Nofretete darin befinden könnte.

Leipziger Buchmesse gestartet

Mehr als 2200 Aussteller aus 42 Ländern

Die Leipziger Buchmesse ist am Donnerstag unter großem Publikumsinteresse angelaufen. Bei strahlendem Sonnenschein warteten viele Literaturfreunde schon vor Öffnung der Hallen auf dem Leipziger Messegelände. Bei dem wichtigsten Frühjahrstreffen der Branche stellen mehr als 2200 Aussteller aus 42 Ländern bis zum Sonntag ihr neues Programm vor. Höhepunkt des ersten Tages ist die Verleihung des mit 60 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreises. Er wird in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. Einen Programmschwerpunkt bildet dieses Jahr das Thema Flucht und Zuwanderung mit dem Forum "Europa 21 - Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen". Die Veranstalter rechnen mit rund 250 000 Besuchern.

Westfälischer Friedenspreis für Jordaniens König

Bundespräsident Gauck als Laudator

Jordaniens König Abdullah wird mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet. Die Auszeichnung soll die Lebensleistung des Monarchen als "Stabilitätsanker im krisengeschüttelten Nahen Osten" würdigen, wie die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe als Stifter des Preises bekanntgab. Der König werde den Preis am 8. Oktober in Münster entgegennehmen. Die Laudatio soll Bundespräsident Joachim Gauck halten. Der Westfälische Friedenspreis wird alle zwei Jahre an Menschen vergeben, die sich besonders um Versöhnung verdient gemacht haben. Dazu zählten bislang etwa Helmut Schmidt, Helmut Kohl oder Kofi Annan.

Luther-Schriften neu im Weltdokumentenerbe

Auch ein Druck der 95 Thesen ist darunter

Die Unesco hat 14 Manuskripte, Briefe und Drucke des Reformators Martin Luther (1483-1546) in die Liste des Weltdokumentenerbes aufgenommen. Die Urkunden dazu sollen morgen in Wittenberg an elf deutsche Bibliotheken überreicht werden, die die einzigartigen Dokumente verwahren, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin mitteilte. Unter den Dokumenten befinde sich auch einer der wenigen erhaltenen Plakatdrucke seiner 95 Thesen, die Luther 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben soll. "Mit Blick auf das Reformationsjubiläum im nächsten Jahr bekommt diese Würdigung durch die Unesco besonderes Gewicht", erklärte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Beteiligt sind Archive und Bibliotheken in Berlin, Dessau-Roßlau, Dresden, Gotha, Heidelberg, Jena, Weimar, Wittenberg, Wolfenbüttel und Worms.

Neues Urhebervertragsrecht beschlossen

Für "gedeihliches Auskommen" von Künstlern und Verwertern

Das Bundeskabinett hat eine Reform des Urhebervertragsrechts beschlossen. Ziel des Gesetzentwurfes von Justizminister Heiko Maas (SPD) ist es, Schriftstellern, Journalisten, Filmemachern, Designern, Drehbuchautoren oder Komponisten eine gerechtere Vergütung ihrer Arbeit zu sichern. Maas sagte, es gehe um ein "gedeihliches Auskommen" sowohl für Kreative als auch die Verwerter ihrer Leistungen, beispielsweise Verlage. Nach Protesten von Verlegern, Agenten und auch Autoren hatte der Minister einen Reformentwurf seines Hauses aus dem Herbst zugunsten der Verwerter-Seite nachgebessert. Das stieß auf scharfe Kritik der "Initiative Urheberrecht", die nach eigenen Angaben die Interessen von rund 140 000 Urhebern und ausübenden Künstlern vertritt.

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