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Interview | Beitrag vom 03.03.2016

Lehrergipfel in BerlinWarum Vielfalt das Gebot der Stunde ist

Christian Füller im Gespräch mit Frank Meyer und Katja Schlesinger

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Kinder einer Willkommensklasse nehmen in Berlin in der Leo-Lionni Grundschule am Deutschunterricht teil.  (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)
Kinder einer Willkommensklasse nehmen in Berlin in der Leo-Lionni Grundschule am Deutschunterricht teil. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Die Herausforderung ist groß: 325.000 Flüchtlingskinder mit unterschiedlichen Leistungsniveaus und Vorbildung müssen ins deutsche Schulsystem integriert werden. Die Lehrer sollten vor allem mit Heterogenität umgehen können, sagt der Bildungsexperte Christian Füller.

400 Experten aus aller Welt treffen sich zum Internationalen Lehrergipfel in Berlin, um sich über Lehr- und Unterrichtsmethoden sowie neue Anforderungen an den Lehrerberuf auszutauschen.

Für die deutschen Lehrer sieht der Bildungsexperte Christian Füller die entscheidende Herausforderung darin, mit Heterogenität umzugehen. Dies sei "das Gebot der Stunde". 

Fiktion einer homogenen Schülerschaft ist vorbei

Jahrelang sei man von der Fiktion ausgegangen, man bekomme im dreigliedrigen deutschen Schulsystem "sozusagen homogen vorsortierte Schüler, die alle das gleiche Leistungsniveau haben". Damit sei es angesichts der Inklusion behinderter Kinder und des Zuzugs der vielen Flüchtlinge vorbei, betont der Bildungsjournalist.

"In der Sekunde, wo ich 325.000 Flüchtlingskinder integrieren muss, also ganz andere Kulturen, ganz andere Sprachen, Kinder, die überhaupt noch gar nicht alphabetisiert sind, teilweise hervorragende Schüler wie aus Syrien, wie mir immer wieder berichtet wird. Da muss ich einfach mit Heterogenität umgehen können."

"Fachlichkeit" großer Vorteil der deutschen Lehrerschaft

Erheblichen Fortbildungsdruck für deutsche Lehrer sieht Füller auch durch die Digitalisierung von Bildung. Auch müssten Lehramtsstudierende in Deutschland viel früher an die Praxis herangeführt werden: 

"Es muss jemandem klar sein, dass es nicht jedermanns und jederfraus Sache ist, sich vor 20, 25 Kindern hinzustellen und Jugendlichen, die auch nicht immer nur lustig sind und freundlich, sozusagen das durchzuhalten."

Davon, Lehrer zu bloßen "Lernbegleitern" zu machen, hält Füller jedoch nichts.

"Die Fachlichkeit, also dass ein Lehrer zwei Fächer in Deutschland wirklich beherrschen muss, ist einer der großen Vorteile des deutschen Lehrerbildungssystems."

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