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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. November 2015

Lehmann bleibt Präsident des Goethe-Instituts

Vertrag bis 2020 bestätigt

Klaus-Dieter Lehmann (75), seit 2008 Präsident des Goethe-Instituts, ist ein Jahr vor Ablauf seiner zweiten Amtszeit in seinem Amt bestätigt worden. Nachdem das Präsidium ihn einstimmig für weitere vier Jahre gewählt hatte, gab Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) seine Zustimmung zur Wiederwahl, wie das Institut in München mitteilte. Für die Zukunft kündigte Lehmann an, weiter zivilgesellschaftliche Strukturen im Ausland stärken zu wollen. Aber auch die Integration von Flüchtlingen in Deutschland und die Verwirklichung von gesellschaftlicher Teilhabe seien für ihn Schwerpunkte. Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es eigenen Angaben zufolge die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild.

Terror-Angst: Wichtigste Modemesse Afrikas verschoben

Nigrische Regierung sagt Fima-Festival kurzfristig ab

Afrikas wichtigstes Mode-Ereignis, das Fima-Festival im Niger, ist aus Angst vor Anschlägen kurzfristig abgesagt worden. Unter anderem wegen der Geiselnahme in der malischen Hauptstadt Bamako am vergangenen Freitag und wegen der Anschläge in Paris eine Woche zuvor habe die nigrische Regierung entschieden, das Mode-Festival zu verschieben, erklärte der Modemacher Seidnaly Sidhamed, der weltweit unter seinem Künstlernamen Alphadi aktiv ist. Da bereits etwa tausend Desiger und Models in den Niger gekommen seien, werde das Festival "sehr bald" nachgeholt. Einen Termin nannte Alphadi allerdings nicht. Eigentlich hatte das zehnte Fima-Festival von heute bis Sonntag stattfinden sollen. Das Mode-Event fand 1998 zum ersten Mal statt und bringt alle zwei Jahre Modemacher und Modeinteressierte zusammen. Es lockt auch Prominente aus Sport und Musik an. Alphadi erklärte, die Verschiebung geschehe auch aus "Mitgefühl" mit dem Nachbarland Mali. Bei der Geiselnahme in einem Hotel in Bamako waren nach neuen Angaben der Staatsanwaltschaft 22 Menschen gestorben, darunter die beiden Angreifer. Auch der Niger wird seit Februar regelmäßig von islamistischen Angriffen erschüttert.

Andreas Platthaus löst von Lovenberg bei der FAZ ab

Platthaus ab Februar neuer Literaturchef

Andreas Platthaus wird neuer Literaturchef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"). Der bisherige stellvertretende Chef des Feuilletons übernimmt den Posten zum 1. Februar 2016, wie die Zeitung mitteilte. Der 49-Jährige löst Felicitas von Lovenberg ab, die das Haus aus privaten Gründen verlasse. Andreas Platthaus gehört seit 1997 zum Feuilleton der FAZ. Der gebürtige Aachener ist Autor mehrerer Bücher. Nach einer Bankenlehre studierte er Betriebswirtschaftslehre und absolvierte schließlich in Tübingen das Studium der Rhetorik, Philosophie und Geschichte. 2013 war er Mitglied der Jury zum Deutschen Buchpreis, der als wichtigste Auszeichnung der Branche gilt.

Filmpreis des EU-Parlaments geht an "Mustang"

Türkischer Film gewinnt Lux

Der Film "Mustang" der türkischen Regisseurin Deniz Gamze Ergüven ist Gewinner des diesjährigen Lux-Filmpreises des Europaparlaments. Die Koproduktion (Frankreich, Deutschland, Türkei, Qatar) handelt von fünf Schwestern, die sich in ihrer nordtürkischen Heimat gesellschaftlichen Konventionen entziehen. Der Film zeige "junge Frauen in einem goldenen Käfig, die gegen eine konservative und patriarchalische Gesellschaft ankämpfen", sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bei der Preisvergabe in Straßburg. Die Filme der Endauswahl werden mit finanzieller Unterstützung der EU in alle 24 Amtssprachen übersetzt und in allen 28 Mitgliedstaaten gezeigt. Für "Mustang" wird außerdem eine Fassung für Seh- und Hörbehinderte hergestellt. Seit 2007 werden mit dem LUX-Filmpreis alljährlich Filme, die im Zentrum europaweiter öffentlicher Debatten stehen, ins Scheinwerferlicht gerückt.

Feldhamster ist Tier des Jahres 2016

Gefährdeter Nager war bereits 1996 "Tier des Jahres"

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat den Feldhamster zum Tier des Jahres 2016 gekürt. Schon 1996 wurde das heimische Nagetier ausgewählt, um auf seine Gefährdung hinzuweisen - vor allem durch die intensive Landwirtschaft. "Es bleibt zu hoffen, dass die erneute Wahl zum Tier des Jahres einen weiteren Beitrag zum Schutz dieser nach wie vor äußerst gefährdeten Tierart leisten kann", erklärte die Schutzgemeinschaft jetzt.

Frankreich bei International Emmys vorn

Emmys gingen auch nach Brasilien, Norwegen, Südafrika und in die Niederlande

Mit drei Preisen hat Frankreich die britische Dominanz beim US-Fernsehpreis International Emmys durchbrochen. Die Krimiserie "Spiral - Engrenages" gewann in New York in der Kategorie bestes Drama, "Soldat Blanc" bekam den Emmy für den besten Fernsehfilm und "Illustre & Inconnu: Comment Jacques Jaujard a sauvé le Louvre" einen weiteren Emmy. Großbritannien gewann in der Kategorie Unterhaltung ohne Drehbuch mit Baz Ashmawys "50 Ways to Kill Your Mammy". Allerdings wurde außerdem der Schöpfer und Autor der international erfolgreichen britischen Serie "Downton Abbey", Julian Fellowes, mit dem Ehrenpreis der International Emmy Founders ausgezeichnet. Für die International Emmys waren 40 Beiträge aus 19 Ländern in zehn Kategorien nominiert.

Studie: Bildung auf gutem Weg

Aber zu viele Studienabbrecher

Deutschland macht laut OECD bei der Verbesserung von Bildungsniveau und Chancengleichheit gute Fortschritte. Die heute veröffentlichte Bildungsstudie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung "Bildung auf einen Blick 2015" bemängelt aber die weiterhin hohe Zahl an Studienabbrechern und fordert mehr Geld für die Bildung. Deutliche Fortschritte sehen die OECD-Experten bei der frühkindlichen Bildung und beim steigenden Interesse an MINT-Fächern, also Studien im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die größten Fortschritte gab es bei den Kitas. Demnach nahmen 2013 in Deutschland 92 Prozent der Dreijährigen an Programmen der frühkindlichen Bildung teil, 2005 waren es noch 80 Prozent. Auch bei den Zweijährigen lag Deutschland 2013 mit einer Betreuungsquote von 59 Prozent deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 39 Prozent.

DJV: Journalisten besser vor Gewalt schützen

Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes spricht von einem "Klima der Angst"

Angesichts immer neuer Angriffe und Einschüchterungen gegen Journalisten hat der Berufsverband DJV ein strikteres Vorgehen von Polizei und Justiz gefordert. Inzwischen sei ein "Klima der Angst" entstanden, das er bisher nur aus autoritären Regimen kenne, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall in Erfurt. Es dürfe nicht sein, dass Journalisten bei Demonstrationen körperlich angegriffen würden und die Polizei nicht eingreife. Auch würden Einschüchterungsversuche gegen Journalisten von der Justiz oft nicht konsequent verfolgt. Erst gestern war bei einer Pegida-Demo in Dresden ein Kameramann attackiert und verletzt worden.

Justiz des Kirchenstaats geht erstmals gegen Journalisten vor

Prozess gegen fünf Angeklagte wegen Datenlecks im Vatikan eröffnet

Nach dem jüngsten Datenleck im Vatikan hat in dem Kirchenstaat der Prozess gegen zwei Journalisten und drei frühere Vatikan-Mitarbeiter begonnen. Die erste Anhörung widme sich Verfahrensfragen, teilte der Vatikan mit. Den fünf Verdächtigen werden der Diebstahl und die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente zur Last gelegt. Ihnen drohen bis zu acht Jahre Haft. Unter den Angeklagten sind auch zwei Journalisten - ein Novum in der Geschichte der Vatikan-Justiz. Die beiden Autoren Emiliano Fittipaldi und Gianluigi Nuzzi hatten vor kurzem Bücher über das Finanzgebaren in dem Kirchenstaat veröffentlicht. Ein Gesetz zum Schutz von Informanten existiert im Vatikan nicht. Die beiden Journalisten nutzten für ihre Bücher vertrauliche Dokumente und erheben unter anderem den Vorwurf, dass der luxuriöse Lebensstil einiger Kardinäle mit Spendengeldern finanziert werde. Nuzzi zitiert auch aus geheimen Tonbandaufnahmen des Papstes, der sich darin über Verschwendung infolge des schlechten Finanzmanagements im Vatikan beschwert. Der Kirchenstaat sprach jedoch von altbekannten Problemen, die Franziskus durch seine Reformen bereits angegangen habe.

Schlüsselwerk Jackson Pollocks wird in Berlin gezeigt

"Mural" ist selten außerhalb von Iowa zu sehen

Es ist eines der wichtigen Werke der amerikanischen Moderne: In einer Berliner Ausstellung ist von Donnerstag an das monumentale Gemälde "Mural" von Jackson Pollock (1912-1956) zu sehen. Die Kunstmäzenin Peggy Guggenheim hatte es 1943 für die Eingangshalle ihrer New Yorker Residenz in Auftrag gegeben. Als Guggenheim nach Europa zog, schenkte sie das abstrakte Gemälde der University of Iowa. Seitdem sei es selten anderorts präsentiert worden, heißt es in der Ankündigung zur Ausstellung. Pollock habe mit dem "Mural" zur großen Geste gefunden, mit seinen berühmten Drip Paintings (Tropf-Bildern) begann er 1947. Neben dem restaurierten Bild werden in der Kunsthalle der Deutschen Bank Arbeiten von Künstlern gezeigt, die ihm nahestanden, oder wie beispielsweise Andy Warhol, später auf sein Vermächtnis reagierten.

HR: Nachfolger von Reitze wird am 5. Februar gewählt

Bis Anfang Dezember können Kandidaten vorgeschlagen werden

Der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks (HR) will am 5. Februar 2016 einen Nachfolger für den scheidenden Intendanten Helmut Reitze wählen. Zuvor können die Mitglieder des Gremiums Kandidaten vorschlagen, wie der Rundfunkrat in Frankfurt mitteilte. Die Frist für Vorschläge läuft am 4. Dezember ab. Die Findungskommission werde am 9. Dezember die eingegangenen Vorschläge sichten, hieß es. Unter der Leitung des Rundfunkratsvorsitzenden Jörn Dulige habe sie sich bereits auf ein Anforderungsprofil für den Nachfolger von Reitze verständigt. Die Kommission besteht aus insgesamt zwölf Vertretern des Rundfunk- und Verwaltungsrats des HR. Sie war eingesetzt worden, nachdem Reitze aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Foo Fighters widmen Gratis-Album den Opfern von Paris

"Saint Cecilia EP" als kostenloser Download

Die Foo Fighters haben ein kostenloses Album veröffentlicht und den Opfern der Terrorserie von Paris gewidmet. Die US-Rockband stellte die "Saint Cecilia EP" mit fünf Liedern zum Downloaden und Streamen bereit. Frontmann Dave Grohl (46) schrieb, die Kompilation sei bereits im Oktober zur "Feier des Lebens und der Musik" erdacht worden. Der Terror habe das Projekt aber verändert: "Jetzt gibt es die neue, hoffnungsvolle Absicht, dass diese Songs vielleicht ein bisschen Licht in diese manchmal dunkle Welt bringen können, wenn auch nur ein wenig." Als Reaktion auf die Anschläge hatte die Band bereits ihre Europa-Tour abgebrochen.

Größtes Museum für moderne Kunst Südostasiens eröffnet

Über 800 Werke aus dem 19. bis 21. Jahrhundert in Singapur

In Singapur hat ein Museum für moderne Kunst Südostasiens eröffnet. Es beherbergt die weltweit größte Kollektion zeitgenössischer Kunst der Region. In zwei Dauerausstellungen werden 800 Kunstwerke ab dem 19. Jahrhundert ausgestellt. Dazu plant die Nationalgalerie wechselnde Ausstellungen zu spezifischen Themen. Das Museum entstand in zwei Gebäuden, die die britischen Kolonialherren seinerzeit in dem asiatischen Stadtstaat errichteten. Der Umbau kostete rund 350 Millionen Euro. "Mit dem ersten Museum der Welt, das sich auf die moderne Kunst Südostasiens konzentriert, wollen wir die Neugier auf diese Kunst wecken und Kunstgeschichte ebenso erzählen wie die Geschichten hinter der Kunst", sagte Museumschef Chong Siak Ching.

Islamwissenschaftler: Terroristen sind "Pseudo-Märtyrer"

Koran und Tradition werden "für simple Antworten missbraucht"

Der Islamwissenschaftler Erdogan Karakaya betrachtet die Attentäter von Paris als "Pseudo-Märtyrer". Nach dem Koran seien diejenigen als Märtyrer zu verehren, die ihr Leben "dem Erhalt des gottgegebenen Lebens in Würde gewidmet haben", schreibt er in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Insofern sei es "eine Farce", sich "nicht der Prüfung des diesseitigen Lebens zu unterziehen und unschuldigen Menschen das gottgeliehene Leben zu entziehen". Die Bedeutungsvielfalt des Märtyrertums werde zu wenig beachtet. Im Gegenteil werde die Tradition "für simple Antworten missbraucht, die als starre Konstrukte die Unsicherheiten und die Vieldeutigkeit des Lebens beseitigen sollen." Die Ursache für diese Verschiebung sieht der Frankfurter Wissenschaftler in einem Traditionsbruch, den der Schriftsteller Navid Kermani in seiner Friedenspreisrede im Oktober formuliert hatte. "Vielleicht ist das Problem des Islams weniger die Tradition als vielmehr der fast schon vollständige Bruch mit dieser Tradition, der Verlust des kulturellen Gedächtnisses, seine zivilisatorische Amnesie", so Kermanis Aussage. Mit diesem Bruch müssten sich die islamische Theologie und die muslimische Gemeinschaft in Deutschland in Zukunft auseinandersetzen, forderte Karakaya.

Uni-Projekt zur Integration behinderter Flüchtlingskinder

"Buddy-Kameraden" lernen auch Arabisch und Kurdisch

Die Universität Oldenburg hat ein nach eigenen Angaben bundesweit einmaliges Projekt zur Integration behinderter Flüchtlingskinder gestartet. Zehn Masterstudierende der Sonderpädagogik sollen ein Jahr lang je ein behindertes Kind zwischen fünf und 15 Jahren als "Buddy-Kamerad" begleiten, teilte die Professorin für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Monika Ortmann, mit. Zum Abschluss des Seminars sollen konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen entwickelt werden. Der direkte Kontakt helfe den Kindern und ihren Familien genauso wie den angehenden Lehrerinnen und Lehrern, sagte Ortmann. Derzeit bereiteten sich die "Buddys" auf das Projekt vor, indem sie etwas über die Kultur der Heimatländer ihrer Schützlinge und auch Arabisch oder Kurdisch lernten. Außerdem erführen sie von Experten, was Krieg, Verfolgung und Flucht in Menschen auslösen können. Noch in diesem Jahr sollen sich die "Buddys" und die Kinder kennenlernen.

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