Feature / Archiv /

Leere Räume

Was vom Leben übrig bleibt (Ursendung)

Von Regina Leßner

Einsam Gestorbene sind leider keine Seltenheit
Einsam Gestorbene sind leider keine Seltenheit (picture alliance / dpa / Waltraud Grubitzsch)

Es gibt keine Trauerrede am Grab, keine Anzeige in der Zeitung für Gabriele B. Unbemerkt ist sie in ihrer Mietwohnung verstorben. Es folgen Zwangsbeisetzung und eine Nachlasspflegschaft. Für einsam Gestorbene sind zunächst Polizei und Feuerwehr, dann die Standesämter zuständig.

Wenn es Hinweise auf ein zu sicherndes Vermögen gibt, die Ermittlungen der Angehörigen oder Erben erfolglos bleiben, beginnt die Wühlarbeit der Nachlasspfleger, die amtlich bestellt werden.

Sie suchen, sortieren, begutachten, schmeißen weg und ordnen das, was vom Leben der Verstorbenen übrig ist. Ob es sich um einen "ergiebigen Fall" handelt, wissen Nachlasspfleger erst nach ihrem Einsatz, denn ihre Bezahlung bemisst sich nach dem Wert des vorgefundenen Nachlasses.


Regie: die Autorin
Mit: Bibiana Beglau, Tilo Werner
Ton: Rudolf Grosser
Produktion: NDR/DKultur 2012
Länge: 53"27


Regina Leßner, aufgewachsen in Hannover, studierte Jura. Seit 1984 Autorin und Regisseurin für den Hörfunk. Zuletzt: 'Erste Garnitur Blau - Männer, Mächte und das Meer' (DKultur 2011).

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Feature

UrsendungVater zieht in den Krieg

Kradfahrer und Soldaten haben sich zu einem Gruppenfoto in Frankreich aufgestellt - Herbst 1940.

Jahrzehntelang lag das Album in einer Ecke des Bücherregals, gelegentlich zog die Autorin es hervor und blätterte darin. Als Kind bewunderte sie die Soldaten und Pferde, später begriff sie, was es dokumentiert: Fotos, handgezeichnete Karten und Texte beschreiben den Frankreichfeldzug ihres Vaters im Mai und Juni 1940.

 

Hörspiel

Zum 100. Geburtstag von George TaboriJubiläum

Grabsteine auf dem Alten Friedhof von Schwerin, aufgenommen am Donnerstag (16.11.2006). Am Sonntag (19.11.2006) wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. Traditionell wird an diesem Tag zwei Wochen vor dem ersten Advent der Toten beider Weltkriege und der Nazi-Opfer gedacht.

Im Jahr 1983, also 50 Jahre nach der Machtübernahme Hitlers, setzt sich George Tabori mit Erscheinungen des Neonazismus in Deutschland auseinander. Vergangenheit und Gegenwart, KZ, Kindermord, alte Parolen, antisemitische Hetze und neuer Ausländerhass erscheinen in diesem Stück nebeneinander.