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Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSein und Online
Ein Internetnutzer hat ein Tablet auf dem Schoß, darauf ist eine Facebook-Illustration zu sehen. Seine Beine sind über eine Sofalehne geschwungen. 

Im Computer gibt es keine große Pause wie im Theater: Der Besucherschwund der Analog-Bühnen beschäftigt heute mehrere Feuilletonisten. Sind Twitter und Facebook schuld oder gar die "Blogwarte", von denen einer schreibt? Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.11.2012

"Lebenswerke sind verloren gegangen"

Über die Folgen des Hurrikans Sandy für das Galerienviertel im New Yorker Stadteil Chelsea

So, wie hier in Brooklyn, sah es nach dem Hurrikan Sandy in vielen Teilen New Yorks aus.
So, wie hier in Brooklyn, sah es nach dem Hurrikan Sandy in vielen Teilen New Yorks aus. (picture alliance / dpa /Justin Lane)

Auch New Yorks Künstler und Galeristen hat "Sandy" schwer getroffen. Viele haben seit einer Woche Ateliers und Galerien nicht verlassen, weil sie mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind. Im berühmten Künstlerviertel im Stadtteil Chelsea stehen einige Künstler vor den Trümmern ihres Lebenswerks.

Ein Woche nach dem verherrenden Hurrikan Sandy stehen viele Künstler und Galeristen in New York vor kaum abzuschätzenden Verlusten. Die Beseitigung der unmittelbaren Sturmschäden, das Freipumpen von Ateliers, Galerien und Lagerräumen bestimmen nun den Alltag der meisten Kunstschaffenden, hinzu kommen die Verhandlungen mit Versicherungen und Restauratoren.

Wie die Schweizer Kulturjournalistin Sacha Verna berichtet, sei vor allem die Galeriemeile im Stadtteil Chelsea von der Katastrophe betroffen. So habe die angesehene Galerie von David Zwirner nach dem Sturm einen Meter unter Wasser gestanden, viele Galeristen hätten ganze Ausstellungen verloren oder über 90 Prozent ihrer Lagerbestände, sagte Verna im Deutschlandradio Kultur:

"Ich bin zwei Tage nach dem Sturm mit dem Rad durch Chelsea gefahren, und da bot sich wirklich ein Bild der Zerstörung. Die legendäre Kunst- und Künstler-Buchhandlung 'Printed Matter' zum Beispiel - da ist das ganze Inventar auf die Straße gespült worden, und die Angestellten versuchten, in Tränen aufgelöst, zu retten, was noch zu retten war."

Einige Künstler stünden regelrecht vor einem Trümmerhaufen. Dort, wo Depots und Lagerräume betroffen sind, seien viele Kunstwerke unwiderbringlich zerstört worden, bestätigte Verna:

"Ganz klar, zum Teil sind da Lebenswerke verloren gegangen. Und man kann da vielleicht mit Schecks, also mit Geld, etwas davon wettmachen, aber wie Sie sagen: Eine Vergangenheit kann man nicht ersetzen."

Viele der ernstzunehmenden Galerien seien allerdings gut versichert, und viele Galeristen hätten aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre auch gelernt. Nach dem Wirbelsturm "Irene" hätten viele ihre Lagerbestände aus den nahe dem Hudson gelegenen Gebieten in höher gelegene Stadtteile verlagert.

Jetzt, über eine Woche nach dem Hurrikan, herrsche in vielen Bereichen schon wieder "business as usual". Zwirner bespielsweise wolle seine Galerie bereits an diesem Freitag mit einer "Ersatzausstellung" wieder eröffnen. Die Aufräumarbeiten seien in vollem Gange - noch zumal in der kommenden Woche in New York die großen Herbstauktionen anstünden und man Kunstsammler aus aller Welt nicht in Gummistiefeln empfangen wolle.


Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 07.05.2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Weitere Infos zum Hurrikan Sandy auf dradio.de:

Eine Woche nach Wirbelsturm - Hunderttausende leben in katastrophalen Zuständen

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Eine Woche nach Wirbelsturm „Sandy“
Sandy hinterlässt Chaos