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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.06.2011

"Larry Crowne"

Dahinplätschernde Komödie von und mit Tom Hanks

Von Hans-Ulrich Pönack

Tom Hanks bei der Deutschland-Premiere von "Larry Crowne" in Berlin (picture alliance / dpa - Britta Pedersen)
Tom Hanks bei der Deutschland-Premiere von "Larry Crowne" in Berlin (picture alliance / dpa - Britta Pedersen)

Hollywoodstar Tom Hanks mimt in "Larry Crowne" in eigener Regie einen netten Typen aus dem US-Mittelstand, der den Zweiten Bildungsweg einschlägt. Das Zusammenspiel mit Julia Roberts als missmutige Dozentin ist insgesamt leider etwas lahm geraten.

"Larry Crowne" von und mit Tom Hanks; in "Der Krieg des Charlie Wilson” von Mike Nichols kabbelten sich die beiden Hollywoodstars im Frühjahr 2008 schon einmal. Jetzt duellieren sich der 2-fache Oscar-Preisträger Tom Hanks ("Philadelphia"; "Forrest Gump") und die ehemalige "Pretty Woman" Julia Roberts (Oscar für "Erin Brockovich") erneut. Als das "romantischste Zusammentreffen des Sommers" preist der Verleih seine Komödie an. Mit der der am 9. Juli 2011 55 Jahre alt werdende Tom Hanks – nach "That Thing You Do!" von 1996 – seinen zweiten Regie-Film abliefert.

Tom mimt Larry. Den nett-spießigen wie vorbildlichen Manager einer Supermarktkette. Der arbeitet brav dort schon seit Jahren, wurde des Öfteren sogar zum "Mitarbeiter des Monats" gekürt. Nun aber schmeißt man ihn raus. Angeblich, weil er als Einziger aus dem Führungspersonal kein Studium vorweisen kann. Von jetzt auf gleich ist Feierabend. Was finanziell problematisch ist für den geschiedenen Solisten mit Haus und Hypotheken.

Doch Larry bekommt Rat. Wie wäre es mit einem Studium? Einem Rhetorik- und Wirtschaftskurs mit Abschluss? Okay. Larry macht sich auf den Zweiten Bildungsweg. Eine Kommilitonin findet ihn gleich nett und polt ihn äußerlich um: Frisur, Kleidung. Und bringt ihn sogleich auch in ihrer Motorrad-Clique unter.

Das Seminar wird von der missmutigen, frustrierten Mercedes Talnot geleitet. Die leidet gerade unter häuslichem Beziehungsstress. Und hat null Bock aufs Lehren. Geschweige denn irgendein Interesse an ihren Auszubildenden. Doch Larry kriegt sie. Herum. Ganz klar. Peu à peu. Zwischendurch dürfen noch, zeitfüllend, die üblichen Daneben-Verdächtigen (wie ein geschäftstüchtiger Hausnachbar von Larry oder seine forsche junge Studienkollegin) ihre lauen Typen-Rohrkrepierer vorhampeln.

Ach nö. Von einem Movie mit diesen beiden Hochkarätern von Stars erwarte ich mehr als dieses platte, vorhersehbare, kaum sonderlich pointierte Geplärre. Tom-Larry mimt den kleinen netten Typen aus dem US-Mittelstandsvolk, der sich im vorgerückten Alter noch mal erfindet und moralisch einwandfrei lustwandelt. Sie zickt anfangs trunken unwirsch herum, bevor sie dann doch ihr bekanntes schönes breites Lächeln aufsetzt.

Das ist weitgehend naiv-lahm. Oberflächlich. Harmlos. Überhaupt nicht stoff-fleischig. Ganz im Gegenteil: Man müht sich von bemühter, verkrampfter Szene zu Szene. Ohne viel Spaß und nur begrenzter Laune. Aufgesetzter Laune. Alles ist ständig weichgespült. Wurscht. Eigentlich egal. Nur in ganz wenigen Momenten funkt es, blinkt es, blitzt es zwischen Roberts und Hanks. Ansonsten spielen sie ebenso brav wie schlicht. Folgenlos.

Dahinplätscherndes Komödien-Gemurkse oder: Den Film "Larry Crowne" braucht man nicht im kostspieligen Kino zu sehen, sondern kann man demnächst auf der häuslichen TV-Leinwand auch "so so" vorüberziehen lassen.

USA 2011, Regie: Tom Hanks, Darsteller: Tom Hanks, Julia Roberts, Bryan Cranston, Gugu Mbatha-Raw, Cedric the Entertainer, Taraji P. Henson, Wilmer Valderrama, Pam Grier, George Takei, Rami Malek, 98 Minuten

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