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Kulturnachrichten

Dienstag, 9. Februar 2016

Lage des deutschen Film so gut wie selten zuvor

Sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters

Der deutsche Film steht nach Angaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters so gut da wie selten zuvor. "Wir steuern auf einen Marktanteil von 27 Prozent zu, so viel hatten wir in den letzten zehn Jahren nicht", sagte die CDU-Politikerin. Auch bei Umsätzen und Zuschauerzahlen sei 2015 eines der erfolgreichsten Kinojahre überhaupt gewesen. Genaue Zahlen will die Filmförderungsanstalt morgen bekanntgeben. Mit Blick auf die am Donnerstag beginnenden 66. Internationalen Filmfestspiele in Berlin hob Grütters besonders das Motto "Recht auf Glück" hervor, das zur Auseinandersetzung mit Krieg, Verfolgung und Flucht aufruft. "Das Thema, das uns alle im Moment mehr als jedes andere beschäftigt, soll auch Gegenstand des Festivals sein", so Grütters. "Das ist eine politische Botschaft, die die Berlinale erneut von anderen Festivals unterscheidet."

"Happy Birthday" könnte bald rechtefrei sein

Warner soll damit jährlich rund zwei Millionen Dollar Lizenzgebühren verdient haben

Nach jahrelangem Gerichtsstreit könnte das weltbekannte Lied «Happy Birthday» bald rechtefrei sein. Der Musikgigant Warner wolle seine Rechte an dem Song aufgeben und 14 Millionen Dollar (etwa 12,4 Millionen Euro) zurückzahlen, berichteten US-Medien unter Berufung auf Gerichtsakten. Ein Richter müsse der Einigung aber noch zustimmen. Eine Gruppe Dokumentarfilmer hatte gegen Warner geklagt. Der Musikgigant hatte an "Happy Birthday", das zu den bekanntesten Liedern der Welt zählt und in praktisch allen Kulturkreisen gesungen wird, Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Dollar Lizenzgebühren pro Jahr verdient. Komponiert hatte das Lied 1893 die Musikerin Mildred Hill aus dem US-Bundesstaat Kentucky gemeinsam mit ihrer Schwester, der Kindergärtnerin Patty. Es hieß ursprünglich "Good Morning to You" und war ein Lied für kleine Kinder. Der Geburtstagstext entstand erst später. Seit Jahrzehnten beanspruchten Musikverlage die Rechte an dem Song. Privat durfte das Lied zwar jeder singen, aber bei einer kommerziellen Nutzung, etwa in Filmen oder auf elektronischen Grußkarten, klingelten bei Warner/Chappell Music die Kassen.

Puppenspieler in Spanien in U-Haft

Ihnen wird "Terrorismus-Verherrlichung" vorgeworfen

Die Festnahme von zwei Handpuppenspielern wegen angeblicher Terrorismus-Verherrlichung sorgt in Spanien für große Aufregung. Der Schauspielerverband "Unión de Actores" forderte die sofortige Freilassung der beiden Männer. Sie hatten am vergangenen Freitag auf einem Platz in Madrid auf einer Karnevals-Veranstaltung eine ihrer Puppen ein Plakat mit der Aufschrift "Gora Alka-ETA" tragen lassen. Das wurde von den Behörden als Verherrlichung der baskischen Separatistengruppe ETA interpretiert. "Gora Eta" bedeutet auf Baskisch "Hoch lebe ETA", "Alka" sollte eine Abkürzung für Al Kaida sein. Die Puppenspieler, die sich auf ihre künstlerische Freiheit beriefen, wurden noch auf dem Platz festgenommen, ein Richter ordnete Untersuchungshaft an. Während konservative Stimmen die Festnahme vorwiegend befürworten, wurde die Maßnahme unterdessen auch von Medien wie der Zeitung "El País" sowie von Politikern kritisiert. Eine Freilassungs-Petition auf Facebook wurde bis heute von mehr als 18 000 Menschen unterstützt. Der Chef der linken Protestpartei Podemos, Pablo Iglesias, der zusammen mit den Sozialisten die künftige Regierung Spaniens anstelle der amtsführenden Konservativen bilden möchte, bezeichnete die Tatsache, dass die Künstler bereits mehrere Nächte hinter Gittern verbringen mussten, als "Ungeheuerlichkeit".

Sofia Coppola wird Opernregisseurin

Sie wird in Rom "La Traviata" inszenieren

Die amerikanische Filmemacherin Sofia Coppola geht unter die Opernregisseure: Die 44-Jährige werde in Rom Giuseppe Verdis Meisterwerk "La Traviata" inszenieren, berichtete die Zeitung "La Repubblica" . Premiere unter der musikalischen Leitung des italienischen Dirigenten Jader Bignamini ist am 24. Mai. Coppola ("Lost in Translation") werde mit dem Modeschöpfer Valentino zusammenarbeiten, der die Kostüme entwerfe, hieß es. Die Tochter von Regisseur Francis Ford Coppola war früher auch Schauspielerin, sie schreibt Drehbücher und gewann bereits einen Oscar.

Jury für Deutschen Buchpreis steht fest

Preis wird im Oktober zum Beginn der Frankfurter Buchmesse verliehen

Die Jury für den Deutschen Buchpreis 2016 steht fest. Dem Expertenteam, das den besten Roman des Jahres im deutschsprachigen Raum bestimmt, gehören sechs Kritiker und eine Buchhändlerin an. In das Gremium wurden berufen Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Berthold Franke (Goethe-Institut Prag), Susanne Jäggi (Librium Bücher, Baden/Schweiz), Christoph Schröder (freier Kritiker, Frankfurt/Main), Sabine Vogel (Berliner Zeitung) und Najem Wali (Autor und Kritiker, Berlin). Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt weiter mitteilte, können Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bis 24. März jeweils zwei aktuelle Titel einreichen. Der Preis wird im Oktober zum Beginn der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die Jury kürt den Sieger in einem Auswahlverfahren über eine Long- und Shortlist.

Trauer um Roger Willemsen

Prominente aus Kultur und Politik würdigen den verstorbenen Moderator

Als Fernsehmoderator, Buchautor und Produzent hat Roger Willemsen das öffentliche Leben in Deutschland mitgeprägt. Nach seinem Tod mit 60 Jahren würdigt ihn SPD-Chef Gabriel als "brillanten Intellektuellen". Grünen-Chefin Simone Peter twitterte: "Wir trauern um einen wunderbaren Menschen, um einen wichtigen Intellektuellen, Autor und Moderator". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte, Willemsen werde in den großen gesellschaftlichen Debatten des Landes als intelligente Stimme sehr fehlen. "Als scharfer Beobachter der politischen Verhältnisse hat er auch uns Politikern scharfsinnig einen Spiegel vorgehalten." Als "zentralen Intellektuellen Deutschlands" und "brillanten Autor" würdigte ihn der Verlag S. Fischer. Willemsen sei auch ein "außerordentlicher Kämpfer für die Menschen" gewesen, erklärte der verlegerische Geschäftsführer Jörg Bong. Der Kabarettist Otti Fischer (62) hat seinen verstorbenen Kollegen Willemsen als "Schöngeist für alle und alles" gewürdigt. "Es gab keinen, der es besser auf den Punkt bringen und auflösen konnte."

Vierter Teil der "Häschenschule" aufgetaucht

Tochter entdeckte das Manuskript in einer Schublade

Zum Bilderbuch "Die Häschenschule" gibt es unverhofft einen Nachschlag: Ein vierter Teil "Ferien in der Häschenschule" hat womöglich 70 Jahre in einer Schublade gelegen, wie der Stuttgarter Verlag Thienemann-Esslinger mitteilte. Die Fortsetzung stammt von Anne und Rudolf Mühlhaus. Sie hatten den mehr als 90 Jahre alten Klassiker des Autors Albert Sixtus und des Künstlers Fritz Koch-Gotha 1947 bereits mit dem dritten Band "Ein Tag in der Häschenschule" ergänzt. Die Tochter des Ehepaars Mühlhaus habe das Manuskript des vierten Teils entdeckt, hieß es beim Verlag. Die original "Häschenschule" ist seit der Erstausgabe nahezu ununterbrochen im Handel. Laut Verlag hat sie sich bislang rund 2,2 Millionen Mal verkauft. Übersetzungen gibt es für Italien, China, Japan, Korea, England und Russland.

Deutschrocker Kunze sammelt Instrumente für Flüchtlinge

Heinz Rudolf Kunzes Eltern waren selber Flüchtlinge

Heinz Rudolf Kunze (59) hat seit dem Sommer rund 650 Instrumente für Flüchtlinge gesammelt. "Ich hatte mir überlegt, was man machen kann, damit die Menschen in den Lagern nicht so eine quälende Langeweile leiden, während sie auf ihre ungewisse Zukunft warten", sagte der Sänger. Die Aktion "Musik hilft" klinge nun langsam aus, die Instrumente seien mit Hilfe der Johanniter verteilt worden, sagte Kunze. "Auch Musiklehrer haben angeboten, in die Lager zu gehen und den Menschen das Spielen beizubringen. Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als nichts." Der Musiker und Schriftsteller kam 1956 in einem Barackenlager im nordrhein-westfälischen Espelkamp zur Welt. "Meine Eltern waren selber Flüchtlinge, wenn auch nur deutsche Vertriebene, und nicht aus einem anderen Erdteil. Somit kann ich vielleicht ein bisschen nachfühlen, wie es Leuten geht, die in der Fremde ankommen", sagte der Sänger.

San Remo: Elton John und Nicole Kidmann zur Eröffnung

Im Laufe des Festivals treten zum Beispiel Eros Ramazzotti und Laura Pausini auf

Mit hochkarätigen Stars der internationalen Pop- und Filmszene startet das Schlagerfestival von San Remo in seine 66. Ausgabe: Unter anderem würden Elton John, Nicole Kidman und Ellie Goulding auf der Bühne des Ariston-Theaters in der ligurischen Blumenstadt erwartet, berichteten italienische Medien. Zudem sollen während des fünftägigen Spektakels italienische Superstars wie Laura Pausini und Eros Ramazzotti auftreten. Das beliebte Festival begeistert die Italiener seit 1951. Es diente als Sprungbrett unter anderem für Sänger wie Startenor Andrea Bocelli, Adriano Celentano und Domenico Modugno, der 1958 mit dem späteren Welthit "Nel blu dipinto di blu" (Volare) den Sieg errang.

"Safer Internet Day": Maas warnt vor Datenhunger

Bundesjustizminister will Verwendung von Gesundheitsdaten einschränken

Heute ist "Safer Internet Day". An diesem Tag sollen Menschen aller Altersgruppen dazu gebracht werden, mehr auf die Sicherheit moderner Kommunikationsmittel zu achten. Auf Initiative der Europäischen Kommission will das "Safer Internet Programm" die Medienkompetenz und die Sensibilisierung für Gefahren im Netz besonders bei Kindern, Eltern und Lehrern fördern. In einem Gastbeitrag für den "Donaukurier" schrieb Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), dass die Krankenkassen in Deutschland Daten aus Fitness-Trackern nicht dazu verwenden dürften, besondere Tarife anzubieten. "Niemand darf faktisch dazu gezwungen werden, so intime Daten wie die Herzfrequenz, die Geschwindigkeit beim Joggen oder die Häufigkeit des Trainings im Fitnessstudio zu veröffentlichen", so der Justizminister. Mass will deshalb prüfen lassen, "die Verwendung bestimmter Gesundheitsdaten auf Grundlage des neuen EU-Datenschutzrechts einzuschränken".

Auktion gegen die Benachteiligung von Künstlerinnen

In London werden erstmals Werke von Frauen in einer eigenen Sektion aufgelistet

Gegen die Benachteiligung von Künstlerinnen gegenüber ihren männlichen Kollegen will das Londoner Auktionshaus Bonhams vorgehen. Bei einer Auktion an diesem Donnerstag werden erstmals fünf Werke von Frauen in einer eigenen Sektion aufgelistet. Nach Recherchen von Bonhams stammt nur ein kleiner Teil der bei Auktionen angebotenen Werke von Frauen, kaum eines tauche unter den Toperlösen auf. Ralph Taylor, Bonhams-Direktor für Nachkriegs- und Zeitgenössische Kunst, sagte, es gehe darum, eine Diskussion anzuregen, mit der Sammler zum Umdenken bei ihren Angebotspraktiken bewegt werden könnten.

Republikaner teilt gegen Beyoncé aus

Pete King nimmt Anstoss an neuem Video der Sängerin

Musik-Superstar Beyoncé wird nach der Vorstellung des Videos zu ihrem neuen Song "Formation" von einem Republikaner Hetze gegen die Polizei vorgeworfen. Der New Yorker Repräsentantenhausabgeordnete Pete King schrieb auf Facebook, das "Formation"-Video spreche sich für die revolutionäre Black-Panther-Bewegung und gegen Polizisten aus. Zudem beinhalte es eine Lüge über die tödlichen Schüsse eines weißen Beamten auf den Schwarzen Michael Brown in der US-Kleinstadt Ferguson im August 2014. Beyoncés Agent äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht auf die Aussagen von King.

Parade der Sambaschulen in Rio geht in die Endrunde

Erneut zehntausende Fans zu Wettbewerb im Sambadrom

Die farbenprächtige Parade der Sambaschulen ist in Rio de Janeiro in die finale Runde gestartet. Die Tänzer der Vila Isabel Sambaschule, die als erste ins Sambadrom der brasilianischen Metropole einzogen, trugen teils aufwändige Kostüme, doch teils auch kaum mehr als einen prachtvollen Federkopfschmuck. Auf den Wagen des Spektakels lagen riesige Totenschädel sowie ein enormes bronzefarbenes Baby. Bei der Parade treten die zwölf besten Sambaschulen der Stadt gegeneinander an. Der Sieger des Wettbewerbs, den seine Organisatoren als "die größte Show der Welt" bezeichnen, wird morgen verkündet. Am traditionellen zweiwöchigen Karneval in der Küstenstadt nehmen geschätzte fünf Millionen Zuschauer teil. Allein der Parade im Sambadrom wohnten 70.000 Zuschauer bei.

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Februar 2016
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Fazit

Neu im KinoPure Perfektion aus China
Filmszene aus "The Assassin" des chinesisch-taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao-Hsien, der 2015 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Das Foto zeigt die Hauptdarstellerin Shu Qi (picture alliance/dpa/Cannes Film Festival)

Als berauschender Bilderreigen wurde "The Assassin" bereits 2015 in Cannes gefeiert. Jetzt läuft er in Deutschland an, und unser Filmkritiker lobt: Der Film sei reine Schönheit und könne es mit der Wucht eines Shakespeare-Dramas aufnehmen.Mehr

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