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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 08.07.2009

"La Misma Luna"

Hannelore Heider über ein Migrantendrama

Der neunjährige Carlitos macht sich von einem mexikanischen Dorf auf, um seine Mutter in Los Angeles zu suchen. Diese hatte ihm seit Jahren versprochen, ihn zu sich zu holen und müht sich mit Papieren und schlecht bezahlten Jobs ab. Der Film zeigt Carlitos leidvolle Odyssee und steuert doch unaufhaltsam auf ein Happy End zu.

3000 Kilometer lang ist die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Hermetisch abgeriegelt, wird sie dennoch jährlich von mehr als einer Million Menschen überwunden, das ist genug Stoff für Konflikte und davon erzählen immer mehr Filme, wie Steven Soderberghs "Traffic - Macht des Kartells", oder Marco Kreuzpaintners "Trade - Willkommen in Amerika" und "Babel" von Alejandro Gonzalez Inarritu. Erst vor zwei Wochen kam mit "Crossing Over" ein Film in unsere Kinos, der Migrantenschicksale in den USA zeigte. Und so hat man bei diesem neuen Film immer das Gefühl, die Geschichte schon im Kino erlebt zu haben.

Als sich der 9-jährige Carlitos aus einem mexikanischen Dorf auf den Weg macht, seine Mutter in Los Angelos zu suchen, erlebt er die geballte Ladung an lebensgefährlichen Situationen, die man aus anderen Filmen kennt. Jahrelang hat er darauf gewartet, dass Mama Rosaria ihr Versprechen hält, doch trotz aller Liebesbezeugungen im wöchentlichen Telefonat, hat sie ihn immer noch nicht abgeholt.

Als seine Großmutter stirbt und er fürchten muss, wegen des Geldes, das Mama schickt, an einen bösen Onkel zu geraten, büchst er aus und macht sich allein auf den gefahrvollen Weg, auf dem ihm vom Erstickungstod beim Grenztransfer bis zum Verhökern als Kinderprostituierter durch einen Junkie alles Böse, dann aber auch immer wieder Gutes widerfährt.

Die Absicht ist klar, auch dieser Film will mit einer zu Herzen gehenden Geschichte auf die menschenunwürdigen Missstände aufmerksam machen, die sowohl in mexikanischer Armut als auch in der Illegalität in den USA diesen Menschen widerfahren.

Denn parallel zur Odyssee Carlitos erleben wir seine Mutter, die um Papiere für sich und den Jungen kämpft und sich rechtlos auf dem Arbeitsmarkt verheizt, um wenigstens das Geld nach Hause schicken zu können. Immerhin reflektiert sie das Unwürdige ihrer Situation und die Zumutungen für sich und das Kind, bis zu dem Punkt, dass sie ihre Koffer packt und wieder nach Hause fahren will, als sie von Carlitos waghalsiger Reise erfährt.

Auch wenn hier weniger Plakatives mehr gewesen wäre, beeindruckt der Film durch seine engagiert spielenden Darsteller, die viel Leidenschaft in die Spielhandlung bringen. Diese läuft nach dem Motto "Von einem der auszog...." ab und steuert bei dieser märchenhaften Konstruktion natürlich auf ein Happy End zu. Etwas anderes hätte man dem Zuschauer bei dem herzzerreißenden Optimismus des Jungen auch nicht anbieten dürfen!

Mexiko/USA 2007. Regie: Patricia Riggen. Darsteller: Adrián Alonso (Carlitos), Kate del Castillo (Rosario), Eugenio Derbez (Enrique), Maya Zapata (Alicia), Carmen Salinas (Doña Carmen). Länge: 109 Minuten

Filmhomepage "La Misma Luna"

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