Seit 11:05 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 11:05 Uhr Lesart
 
 

Studio 9 | Beitrag vom 12.09.2014

KunststoffDas Plastik-Problem

Ausstellung "Plastic Age" in München

Von Susanne Lettenbauer

Eine Kiste mit Plastikmüll aus dem Meer, fotografiert im Hafen von Neustadt in Holstein (picture alliance / dpa)
Eine Kiste mit Plastikmüll aus dem Meer, fotografiert im Hafen von Neustadt in Holstein (picture alliance / dpa)

Bunt, billig und bedrohlich: Plastikmüll ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. - Aber kann eine moderne Gesellschaft auf Kunststoffe verzichten? Die Ausstellung "Plastic Age" befasst sich mit "Faszination und Schrecken eines Materials".

Strohhalme in grellen Farben ragen wild durcheinander aus dem riesigen Ballen. Hellblau mit gelb, rot mit grün. Zusammengehalten mit Netzen ähneln sie sommerlichen Heuballen auf dem Feld. Das Werk Ballenernte von Michael Beutler draußen vor der Galerie der ERES-Stiftung in München-Schwabing eröffnet eine Ausstellung über Plastik , die nachdenklich macht, nachdenklich machen soll. Plastik versus Natur oder Plastik im Einklang mit der Natur?

Im Foyer der Ausstellung hat die nordirische Künstlerin Claire Morgan in einer Vitrine tote Seidenspinner vor eine filigrane Plastikkugel drapiert. Hauchdünne Plastikfäden ziehen sich wie Seidengespinst durch den Glaskasten, die braunen Schmetterlinge liegen leblos daneben. Natur im Würgegriff von Plastik. Kunststoff - ein Fluch der Moderne.

Wie Kunststoff allmählich natürliche Rohstoffe wie Holz ersetzt und das dann sehr wohl zum Schutz natürlicher Ressourcen zeigt Dan Peterman. Seine Kunstwerke sind aus recyceltem Plastikmüll wie die berühmten Sitzbänke und die Plastic Bones, verwendbar wie Pflastersteine.

Eine unglaubliche Vielfalt

Kunststoff kann, muss aber nicht umweltschädlich sein, wie oft kritisiert, sagt Kuratorin Sabine Adler. Weitere Ausstellungsexponate aus dem Bereich Medizintechnik wie künstliche Gefäße und Plastikgelenke belegen es:

"Es war ja auch so eine Hoffnung, dass es alles ganz einfach ist, sehr billig, sozial verträglich, weil sich jeder Plastik leisten kann, es war auch bunt, es hat eine unglaubliche Vielfalt ins Leben gebracht, er hat ja einen neuen Aspekt in das Leben gebracht, also dass innerhalb einer Lebensspanne, also dass so innerhalb von 50-60 Jahren ein Material von etwas utopischem, magischen zu einem extrem problematischen geworden ist, also wie das innerhalb dieser kurzen Zeit passieren kann."

Plastik bestimmt die moderne Konsumgesellschaft, selbst wenn man es vermeiden will wie es die französische Künstlerin Juliette Bonneviot im Selbstversuch erlebte. Zero Waste, der Verzicht auf Kunststoff ist heute nahezu unmöglich. Die Frage nach dem Ausstellungsbesuch bleibt: Wie gehen wir damit in Zukunft um?

Mehr zum Thema:

Umwelt - Die Tränen der Meerjungfrau (Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 19.08.2014)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

Neu im Kino: "Elvis & Nixon"Als der King Agent werden wollte
US-Präsident Richard Nixon empfängt am 21.12.1970 im Oval Office des Weißen Hauses in Washington DC die amerikanische Rocklegende Elvis Presley. (picture alliance / dpa)

Ein etwas verwirrt wirkender Elvis Presley gibt im Weißen Haus einen Brief für den Präsidenten ab, denn er möchte FBI-Agent werden. Präsident Nixon empfängt tatsächlich den King of Rock'n'Roll, und dieses Treffen zweier Größenwahnsinniger wird hier zum amüsanten Spaß.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur