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Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. November 2016

Kunstsammlung Pietzsch endgültig in Berlin

Ab 2021 wird sie im geplanten Museum des 20.Jahrhunderts gezeigt

Das Sammlerehepaar Pietzsch hat seine millionenschwere Kunstsammlung endgültig dem Land Berlin geschenkt. Nach dem Architektenwettbewerb für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts habe sich das Paar entschlossen, seine Vorbehalte für die Schenkung aufzulösen, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Sie erhält die Sammlung als Dauerleihgabe. Die Schenkung umfasst etwa 150 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen der Klassischen Moderne mit einem Schätzwert von 120 Millionen Euro. Darunter sind Werke von Max Ernst, Salvador Dalí und Mark Rothko. Schon 2010 hatten der heute 86-jährige Heiner Pietzsch und seine Frau Ulla dem Land Berlin die Sammlung vertraglich zugesichert. Bedingung war jedoch, dass die Werke ausreichend gezeigt werden können. Daraufhin hatte der Bundestag 200 Millionen Euro für den Neubau eines Museums zur Verfügung gestellt. Dort will die Preußenstiftung von 2021 an die Sammlungen Pietzsch, Marzona und Marx zusammen mit Beständen der Neuen Nationalgalerie zeigen. Den Zuschlag für den Bau erhielten die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron.

Immaterielles Kulturerbe: Genossenschaftsidee

Kultur- und Kreativszene setzt auf Genossenschaften

Auch die Genossenschaftsidee ist nun in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden. Damit sei erstmals ein deutscher Vorschlag in die Repräsentative Liste der Unesco gewählt worden, teilte die Deutsche Unesco-Kommission mit. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) wies darauf hin, dass die Genossenschaftsidee und -praxis die Gesellschaft in Deutschland stark mitgeprägt habe. In der Kultur- und Kreativszene hätten Genossenschaften in den letzten Jahren einen wahren Gründungsboom erlebt: von Kinos und Filmverleihen über Theater, Orchester, künstlerische Proberäume, Ateliers und Soziokulturelle Zentren bis hin zu Netzwerken der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Böhmermann antwortet auf Hasseintrag

Wahrheit oder Fake?

Der Fernseh-Moderator Jan Böhmermann führt auf Facebook einen angeblichen Pöbler vor, der ihn als "überflüssiges hirnloses arschloch" beleidigt haben soll. Böhmermann antwortet darauf: "Achtung, Hater! Ab sofort wird bei Beleidigungen und Bedrohungen das Bundesministerium für Internetsicherheit und Zensur eingeschaltet!" Anschließend schickt ihm der Satiriker im Namen des erfundenen Ministeriums eine Mitteilung, der Hasskommentator werde mit sieben Punkten im "Zentralen Internet Punkteregister" verwarnt, außerdem werde sein Arbeitgeber informiert. Der Angeschriebene wird daraufhin mit den Worten zitiert: "Ich bin das nich gewesen.mein kumpel hat mein handy benutzt". Auf Böhmermanns Facebook-Seite gab es bereits tausende Kommentare, die meisten davon voller Anerkennung. Ob sich der Satiriker tatsächlich mit einem Hater austauscht, ist aber nicht sicher. Böhmermann präsentiert lediglich Screenshots der Konversation und verlinkt nicht etwa auf ein echtes Nutzerprofil, das man überprüfen könnte. Und schließlich hat der Satiriker schon einmal einen Grimme-Preis für sein Verwirrspiel um den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Giannis Varoufakis bekommen, bei dem weiterhin unklar ist, ob das ein Fake oder gar der Fake eines Fakes gewesen ist.

Feridun Zaimoglu ist Ehrenprofessor

"Unverzichtbare Stimme unserer Gesellschaft"

Feridun Zaimoglu hat die Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein erhalten. Bei der Übergabe der Auszeichnung am Mittwoch in Kiel würdigte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ihn als "unverzichtbare Stimme unserer Gesellschaft". In seinen Büchern schaffe Zaimoglu andere Blickwinkel und ermögliche es, Migrationserfahrungen "vielstimmig und vielschichtig erleben zu lassen". Zaimoglu ist der 51. Ehrenprofessor in Schleswig-Holstein und der fünfte Literat unter den Würdenträgern. Der Titel wird seit 1967 vom Land Schleswig-Holstein verliehen. Vor zehn Jahren war Zaimoglu schon mit dem Kunstpreis des Landes ausgezeichnet worden. Er lebt in Kiel und wurde mit dem Buch "Abschaum" - verfilmt im Jahr 2000 unter dem Titel "Kanak Attack" (Regie: Lars Becker) - über einen drogenabhängigen Kleinkriminellen bekannt.

Papst empfängt Martin Scorsese

Oscar-Preisträger bekam Audienz im Vatikan

Der Filmregisseur Martin Scorsese ist von Papst Franziskus empfangen worden. Der Oscar-Preisträger sei mit seiner Frau und zwei Töchtern in den Apostolischen Palast gekommen, teilte der Vatikan mit. Scorsese war in Rom, um seinen neuen Film "Silence" Mitgliedern des Jesuiten-Ordens vorzustellen. Das Drama handelt von der Verfolgung jesuitischer Missionspriester in Japan im 17. Jahrhundert. Papst Franziskus ist selbst Jesuit. In der 15-minütigen Privataudienz habe er seinen Besuchern erzählt, den Roman "Silence" aus dem Jahr 1966, auf dem der Film basiert, gelesen zu haben. Der 74-jährige US-Amerikaner Scorsese ist Sohn sizilianischer Einwanderer und war in seiner Jugend Messdiener. Sein Film "Die letzte Versuchung Christi" war in den 1980er Jahren als "blasphemisch" kritisiert worden, weil der Filmemacher darin mit einigen Tabus brach: Er zeigte Jesus, der davon träumt, wie er mit Maria Magdalena hätte glücklich werden können. Konservative Christen hatten damals zum Boykott des Films aufgerufen.

Prominente setzen auf Digital-Charta der EU

"Digitalisierung führt zur Veränderung unserer Existenz"

Einen Vorschlag für digitale Grundrechte in der EU haben 27 Prominente entworfen, darunter die Schriftstellerin Juli Zeh, Blogger Sascha Lobo und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Die Digitalcharta versuche, "Antworten zu geben auf die Frage, wie sich die Freiheit des Einzelnen im Zeitalter der Digitalisierung schützen lässt - gegenüber Staaten, aber auch gegenüber internationalen Großkonzernen»", teilte die Zeit-Stiftung in Hamburg mit. Auf deren Initiative haben sich Intellektuelle aus Deutschland mehr als ein Jahr lang mit den vielfältigen Aspekten der Digitalisierung und ihren Folgen auseinandergesetzt. Der Charta-Entwurf umfasst 23 Artikel und macht unter anderem Vorschläge zur Autonomie und Freiheit des Einzelnen, zum Einsatz und zur Entwicklung künstlicher Intelligenz, zur Datensicherheit und zum Umgang mit Hetze und Hass im Internet. Ziel der Charta sei, eine breite gesellschaftliche Diskussion anzuregen, so die Zeit-Stiftung. "Die zunehmende Digitalisierung führt zur Veränderung unserer Existenz. Wir alle sind aufgerufen, diesen Wandel zu diskutieren und mitzugestalten", teilte der Vorstandschef der Zeit-Stiftung, Michael Göring, mit. Unterstützt wird der Entwurf von weiteren Prominenten, darunter dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, der Publizistin Carolin Emcke, dem Philosophen Jürgen Habermas und dem Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger.

Cervantes-Literaturpreis für Eduardo Mendoza

Wichtigste Auszeichnung der spanischsprachigen Welt

Der spanische Schriftsteller Eduardo Mendoza (73) erhält den diesjährigen Cervantes-Literaturpreis. Dies gab der spanische Kulturminister Íñigo Méndez de Vigo in Madrid bekannt. Der Cervantes-Preis ist mit 125 000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt. Mendoza veröffentlichte 1975 seinen ersten Roman, "Die Wahrheit über den Fall Savolta". Seitdem folgten mehr als ein Dutzend weitere Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung an die ungeschriebene Regel, wonach die Auszeichnung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zugesprochen wird. Im Vorjahr hatte der mexikanische Autor Fernando del Paso gewonnen. Der Cervantes-Preis wird jedes Jahr am 23. April verliehen, dem Todestag von Miguel de Cervantes, dem Autor von "Don Quijote".

Prix de l'Académie des Berlin an Cécile Wajsbrot

Auszeichnung für kulturellen Austausch

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Cécile Wajsbrot ist für ihre Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen mit dem Prix de l'Académie de Berlin geehrt worden. Die 1954 in Paris geborene und auch in Berlin lebende Autorin erhielt die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung in der französischen Botschaft. Wajsbrot setze sich intensiv mit dem Erinnern, Vergessen und dem Schweigen zwischen den Generationen in Deutschland und Frankreich auseinander, hieß es. Zuletzt erschienen von ihr der Essayband "Berliner Ensemble" (2015) und der zusammen mit Hélène Cixous entstandene Text "Une biographie allemande" (2016). Die 2006 gegründete Académie de Berlin fördert den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Frankreich. Der Preis wird alljährlich vergeben.

Unesco entscheidet sich für Bier, Rumba und Nouruz

Immaterielles Kulturerbe wird immer größer

Die belgische Bierkultur gehört künftig zum immateriellen Weltkulturerbe. Die zuständige Unesco-Kommission begründete ihre Entscheidung im äthiopischen Addis Abeba mit der lebendigen Braukultur und der Vielfalt der 1500 belgischen Biersorten. Das Getränk spiele im Alltag wie bei Festen eine große Rolle und werde auch zur Herstellung von Lebensmitteln verwendet. Die Herstellung und Wertschätzung des Bieres gehörten in Belgien zum lebendigen Erbe vieler Gemeinschaften. Auch die kubanische Rumba steht künftig auf der Liste des Weltkulturerbes. Sie sei nicht nur ein Tanz, sondern auch mit einem besonderen Musikstil, mit Gesang und Gesten verbunden. Sie sei "Symbol einer marginalisierten Gesellschaft" und habe von Armenvierteln aus ganz Kuba erobert. Außerdem würdigte die Unesco das traditionelle Nouruz-Fest, das in Ländern wie dem Iran, Afghanistan und Indien begangen wird. Es hebe sich durch seine traditionellen Speisen und Rituale hervor. In Deutschland ist es vor allem unter dem Namen Nouruz bekannt und wird auch als Frühlingsfest bezeichnet, da es am 20. oder 21. März gefeiert wird. Das Unesco-Komitee entscheidet noch bis zum 2. Dezember über Kandidaturen für die Liste des immateriellen Weltkulturerbes. Dazu zählen Feste, Tänze, Gesänge, Handwerkstechniken oder Essenstraditionen.

Neue Kooperation in der Holocaust-Forschung

Intensivere Zusammenarbeit von München und Washington

Die Staatlichen Archive Bayerns und das United States Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. wollen künftig intensiver bei der Erforschung des Holocaust kooperieren. Die beiden Generaldirektoren werden dafür am 5. Dezember in München einen Kooperationsvertrag unterzeichnen. Kultusminister Ludwig Spaenle spricht von einem "symbolträchtigen Akt". Die Staatlichen Archive Bayerns, die Dokumente von herausragender Bedeutung für die Erforschung des NS-Unrechtsregimes und der Shoah verwahren, wollen den Kooperationspartner beim Aufbau einer Dokumentation unterstützen und Reproduktionen relevanter Archivalien zur Verfügung stellen.

"Charlie Hebdo" erscheint auf deutsch

Alles andere als politisch korrekt

Das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" bringt an diesem Donnerstag erstmals eine deutschsprachige Ausgabe heraus. "Wir haben Deutschland gewählt, da wir bei Veranstaltungen hier so warm willkommen geheißen wurden", erklärte das Team. Mit dem Terroranschlag vom 7. Januar 2015, bei dem Islamisten zwölf Menschen ermordeten, war das Magazin weltweit zu trauriger Berühmtheit gekommen. Die deutsche Ausgabe erscheint wöchentlich und hat -wie die französische- 16 Seiten. Allerdings will die Pariser Redaktion auch exklusive Texte und Zeichnungen schaffen und allzu Frankreich-spezifische Themen ersetzen. Auf einem Werbeplakat zum Start der deutschen Ausgabe sitzt Kanzlerin Angela Merkel auf der Toilette und liest "Charlie Hebdo". Darunter steht: "Wirkt befreiend." Zum Start werden 200 000 Exemplare gedruckt. Gesteuert wird das Ganze von einer deutschen Chefredakteurin, die aus Sicherheitsgründen unter dem Pseudonym Minka Schneider firmiert. Knapp zwei Jahre nach dem Anschlag entsteht "Charlie Hebdo" weiterhin an einem geheimen Ort und unter strengem Polizeischutz. Für die Zukunft ist auch die Zusammenarbeit mit deutschen Satirikern gewünscht.

Schauspieler Michael Mendl im Krankenhaus

Umbesetzung vor "Excalibur"-Premiere

Der Schauspieler Michael Mendl liegt kurz vor der Premiere der Rock-Oper "Excalibur" im Krankenhaus. Der 72-Jährige sollte am Donnerstag in der Münchner Olympiahalle den Magier Merlin spielen. Wegen Mendls Erkrankung werde die Rolle in der Sage um König Artus nun von dem Schauspieler Ralf Bauer übernommen, teilte der Veranstalter mit. Bereits zuvor hatte es einen Ausfall gegeben. Wie es in der Internetankündigung heißt, musste der Musiker John Wetton von der Rockband Asia aufgrund schwerer Krankheit seine Mitwirkung an der Tournee durch Deutschland absagen. Die keltische Rock-Saga, benannt nach dem Schwert von Artus, erzählt die Geschichte um Merlin. Er entkommt nach tausendjähriger Gefangenschaft dem Bann der Zauberin Morgana - und ist bei der Rückkehr in die Welt mit dem Verfall der ritterlichen Tugenden konfrontiert.

Indische Nationalhymne im Kino Pflicht

Publikum muss dabei aufstehen

Das Abspielen der Nationalhymne in indischen Kinos ist nach einem Beschluss des höchsten Gerichts jetzt vor jedem Film Pflicht. Darüberhinaus müssen die Besucher während der Nationalhymne aufstehen, um ihren Respekt zu zeigen. "Dies wird den Menschen ein Gefühl von engagiertem Patriotismus und Nationalismus einflößen", sagte einer der Richter. Die Entscheidung ist vor dem Hintergrund einer Nationalisierung des Landes zu sehen, die mit dem Wahlsieg der hinduistisch- nationalistischen Regierungspartei BJP um Premierminister Narendra Modi im Jahr 2014 eingeleitet wurde.

Touristen-Ticket für Welterbestätten

"Eine für Vier"

Mit einer "WelterbeCard" soll Touristen der Besuch zu vier Welterbestätten in Deutschland erleichtert werden. Mit dem Ticket könnten an einem Tag in der Region um Anhalt, Dessau und Wittenberg das Bauhaus, die Luthergedenkstätten, das Gartenreich und das Biosphärenreservat Mittelelbe besichtigt werden, teilten die Organisatoren mit. Insgesamt stehen 86 Angebote offen - darunter Führungen durch die Schlosskirche in Wittenberg oder der Besuch des Wörlitzer Schlosses. Aber auch abseits der Unesco-Stätten gibt es Aktionen, wie etwa eine Paddeltour auf der Elbe oder eine Fahrt mit der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn. Zu jeder "WelterbeCard", die einen oder drei Tage gültig sei, gebe es einen Reiseführer. Ziel sei es, Touristen einfach und unkompliziert einen Besuch in der Welterberegion zu ermöglichen.

Neues Dach für Haus der Geschichte

Dauerausstellung muss wegen Umbau schließen

Im Haus der Geschichte in Bonn stehen im kommenden Jahr wegen eines Dachumbaus größere Veränderungen an. Aus Sicherheitsgründen muss die Dauerausstellung von März bis Dezember 2017 schließen. Die Wechselausstellungen seien vom Umbau nicht betroffen. Zudem soll es während des Umbaus möglich sein, das Depot des Hauses zu besuchen, in dem zig Gegenstände aus der Historie lagern. Nach Wiedereröffnung soll die Geschichte ab den 80er Jahren komplett neu präsentiert werden. Rund 500 Quadratmeter würden überarbeitet, unter anderem mit den Themen Terrorismus, Flüchtlinge und Wirtschaftskrise. Ab Mitte Januar 2017 soll zudem das Arbeitszimmer im alten Bundeskanzleramt für Besucher zugänglich gemacht werden.

Schmidt-Rottluffs Wohnmühle wird Denkmal

Geplant ist auch ein Rundgang zu den Motiven des Malers

Von außen zwar saniert, aber innen kahl, kalt und ungenutzt steht das Elternhaus des expressionistischen Malers Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) in Chemnitz. Doch damit soll es bald vorbei sein. Nach jahrelangem Leerstand wird die Wohnmühle im kommenden Jahr zu einem technischen Denkmal ausgestaltet. Dafür stehen dem Förderverein Karl Schmidt-Rottluff für 2017 aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes kürzlich bewilligte 120 000 Euro sowie weitere 80 000 Euro vom Freistaat Sachsen zur Verfügung. Im Mittelpunkt der Sanierung steht die Mühlentechnik. Ziel sei es aber nicht, ein reines Museum aufzubauen, sondern ein technisches Denkmal mit Veranstaltungsräumen. Laut Förderverein ist ein auch ein Rundgang geplant, der anhand der Bilder von Schmidt-Rottluff an die heutigen Orte führt, die er damals gemalt hat. Schmidt-Rottluff war Mitbegründer der Künstlergruppe "Brücke". Er wurde am 1. Dezember vor 132 Jahren geboren.

Ohnsorg-Schauspieler Jochen Schenck gestorben

Der Hamburger wurde 87 Jahre alt

Der Hamburger Ohnsorg-Schauspieler Jochen Schenck ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Wie nur ganz wenige habe Schenck die Geschichte des Ohnsorg-Theaters mitgeschrieben - als Schauspieler, Regisseur und Oberspielleiter, teilte das Theater mit. Den Angaben zufolge starb Schenck bereits am 24. November an seinem Wohnort in Elmshorn. Schenck wurde am 30. April 1929 in Hamburg geboren. 1938 zog die Familie nach Bremen, wo der Vater als Schauspieler ein Engagement erhalten hatte und schließlich auch den Sohn mit auf die Bühne holte. Mit 27 Jahren wechselte Jochen Schenck ins feste Ensemble des Ohnsorg-Theaters. Mit seiner ersten Ehefrau Christa Wehling (1928-1996) stand er 38 Jahre auf dieser Bühne. Zu sehen war Schenck in etwa 140 Rollen, zuletzt 2003 in "Wenn de Hahn kreiht". Danach übernahm er noch Lesungen und Hörspiele.

Tim Isfort neuer künstlerischer Leiter des Moers Festivals

Reiner Michalke war wegen der schwierigen Finanzlage zurückgetreten

Das renommierte Moers Festival erhält zum 1. Dezember einen neuen Leiter: Der Musiker, Produzent und Kurator Tim Isfort tritt die Nachfolge von Reiner Michalke an, wie die Stadt Moers mitteilte. Michalke hatte wegen der schwierigen finanziellen Situation und der ungewissen Zukunft des Festivals im Sommer seinen Rücktritt bekanntgegeben. Das internationale Festival für improvisierte Musik, zu dem sich seit 1972 jährlich an Pfingsten die Größen der Jazz-Szene am Niederrhein treffen, hatte im Geschäftsjahr 2015 hohe Verluste gemacht. Der in Moers aufgewachsene Isfort ist für die dortige Kultur GmbH kein Unbekannter. Der künftige Festivalleiter arbeitete er als Kurator unter anderem beim Moers Festival und bei Ruhr.2010. Von 2008 bis 2012 war er künstlerischer Leiter des Traumzeit-Festivals in Duisburg. Seit 2010 ist Isfort nach Angaben der Stadt treibende Kraft eines Kulturaustauschs mit Myanmar für das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt.

Gottesanbeterin ist "Insekt des Jahres 2017"

Spinnen kommen inzwischen auch in Deutschland vor

Die Gottesanbeterin ist das "Insekt des Jahres 2017". Die Spinnen hätten "eine sehr faszinierende und spannende Biologie", sagte Thomas Schmitt, Vorsitzender des Auswahl-Kuratoriums und Direktor des Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg: Immer wieder kommt es vor, dass ein Weibchen nach der Paarung seinen Partner frisst. Mit der Gottesanbeterin sei darüber hinaus ein Insekt gekürt worden, das sich in den vergangenen Jahren stärker ausgebreitet habe und auf den Klimawandel zu reagieren scheine. "Das Insekt des Jahres soll Insekten in der Öffentlichkeit bekannter machen und mehr Interesse für sie wecken", sagte Schmitt. Zudem solle gezeigt werden, dass die Tiere eine wichtige Rolle in der Natur spielen. Die Gottesanbeterin stammt ursprünglich aus Afrika, ist aber auch im Mittelmeerraum stark verbreitet. In Deutschland war sie ursprünglich am ehesten am Kaiserstuhl und damit in der wärmsten Region des Landes anzutreffen. Mittlerweile ist sie nach Angaben Schmitts auch relativ häufig am Oberrhein, etwa zwischen Ludwigshafen und Mainz, zu finden und tritt auch im Saarland öfter auf.

Mehr als 40 Millionen Euro von Kulturstiftung des Bundes

"Leuchtturmprojekte" bekommen bis 2022 finanzielle Unterstützung

Das Berliner Theatertreffen, die documenta in Kassel und der internationale Tanzkongress gehören dazu: Die von der Kulturstiftung des Bundes geförderten "Leuchtturmprojekte" in Deutschland können bis 2022 sicher mit finanzieller Unterstützung rechnen. Unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) beschloss der Stiftungsrat Förderungen von insgesamt 41,5 Millionen Euro, wie die Stiftung mitteilte. Spitzenreiter mit künftig 1,9 Millionen Euro jährlich ist das Theatertreffen, das jedes Jahr die deutschlandweit bemerkenswertesten Inszenierungen nach Berlin lädt. Die documenta erhält bis 2022 eine Förderung von insgesamt 4,5 Millionen Euro, für die Donaueschinger Musiktage gibt es 252 000 Euro im Jahr. Die Kulturstiftung des Bundes fördert Projekte, die deutschlandweite Strahlkraft haben und zum internationalen kulturellen Renommee des Landes beitragen können. So ist etwa auch eine Beteiligung am Beethovenjahr 2020 vorgesehen, die Zusammenarbeit zwischen festen und freien Tanzgruppen soll um internationale Partner erweitert werden. Zudem gab es Zuschüsse für zahlreiche Einzelprojekte.

Raubkunst in vier von fünf Museen in Südniedersachsen

Pilotprojekt "Erst Check" ist damit abgeschlossen

In vier von fünf untersuchten Museen in Südniedersachsen gibt es Verdachtsfälle auf NS-Raubkunst. Das gab die niedersächsische Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) zum Ende des Pilotprojekts "Erst-Check" in Hannoversch Münden bekannt. Dabei waren die Bestände des Stadtmuseums Alfeld, des Heimatmuseums Duderstadt, des Stadtmuseums Einbeck, des Städtischen Museums Hannoversch Münden sowie des Oberharzer Bergwerksmuseums Clausthal-Zellerfeld untersucht worden. Lediglich für das letztere sei ein Verdacht eindeutig auszuschließen, hieß es. Auch seien Kunst- und Kulturgegenstände aus ehemaligen Kolonien und Archäologica mit zum Teil unbekannter Herkunft gefunden worden. Ermöglicht wurde die Untersuchung durch Bundesmittel, die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg vergeben werden. Ein Netzwerk unterstützt kleinere Museen bei Recherchen zur Herkunft von Sammlungsbeständen. Diese seien aus personellen und finanziellen Gründen oft nicht in der Lage, die Recherchen aus eigener Kraft durchzuführen.

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